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„Klein Zaches genannt Zinnober“ – Inhaltsangabe (Hoffmann) 06:47 min

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Transkript „Klein Zaches genannt Zinnober“ – Inhaltsangabe (Hoffmann)

Wechselbalg ist die Bezeichnung für einen Säugling, der der Mutter vom Teufel untergeschoben wird. Ihr eigentliches Kind wird durch ein diabolisches ausgetauscht. Ein solcher Satansbraten ist Klein Zaches in E.T.A. Hoffmans Kunstmärchen “Klein Zaches genannt Zinnober”. Wir werden der Geschichte des kleinen Bösewichts folgen und herausfinden, weshalb sein Leben lange Zeit doch perfekt verläuft. Das Märchen spielt in einem erdachten Fürstentum. Dieses Fürstentum ist die Heimat von allerlei Wundern und fabelhaften Wesen, wie Feen und Zauberern. Doch auch normale Bürger, Bettler, Handwerker und Edelmänner bevölkern das Land. Als der langjährige Regent Demetrius stirbt, kommen Paphnutius und Barsanuph an die Macht. Diese beiden beschließen per Gesetz die Einführung der Aufklärung. Im Zuge dessen werden die meisten Feen und Zauberer des Landes verwiesen. Die Poesie, die als Gift gilt, wird verboten und der Verstand als oberstes Gut gesetzt. In diesem Fürstentum lebt die arme Bäuerin Liese. Sie ist vom Unglück verfolgt, es gab Hagelschläge und große Feuer, die nur sie - keinen anderen im Dorfe - getroffen haben. Das Gold, das ihr Mann eines Tages beim Umgraben findet, wird direkt von Dieben entwendet. Am schlimmsten jedoch ist das Wechselbalg, dass sie zur Welt bringt - Klein Zaches. Er ist stark missgestaltet, hat kleine, knorrige Beine und “auf den ersten Blick [kann man ihn] sehr gut für ein seltsam verknorpeltes Stückchen Holz” halten. Sein gesamtes Auftreten ist eine einzige Plage, er brabbelt Unverständliches vor sich hin, stopft Essen in sich rein, ohne zu wachsen und scheint auch sonst nichts als Kummer mit sich zu bringen. Verzweifelt über diese Situation trifft Liese im Wald auf das Stiftsfräulein Rosenschön, die in Wahrheit die Fee Rosabelverde ist. Diese empfindet Mitleid für den kleinen Jungen und schenkt ihm drei rote Haare. Sie kämmt die Haare und bewirkt somit einen Zauber. Dieser bewirkt, dass alles Gute, was um Klein Zaches geschieht, ihm zugeschrieben wird. Alle negativen Dinge, die Zaches verbricht, werden jedoch anderen zugeschoben. Den Zauber bemerken nur jene, die durch diesen Vorgang einen Nachteil haben. Sie sehen Zaches so, wie er wirklich ist, alle anderen sind vom Zauber geblendet. So kommt es, dass der Dorfpfarrer sich des Jungen annimmt und ihn großzieht, da er ihn für einen Wunderknaben hält. Jahre später zieht es Klein Zaches in die Universitätsstadt Kerepes. Er nennt sich fortan Herr Zinnober und ist schon bald sehr erfolgreich. Der erste, der unter diesem Erfolg leiden muss, ist der Student Balthasar. Eigentlich soll er die schöne Candida heiraten, die Tochter des besten Professors an der Universität. Bei einem Treffen mit Tee und Kuchen trägt er ihr ein Gedicht vor. Alle sind hingerissen, doch gilt die Bewunderung nicht ihm, sondern Klein Zaches alias Zinnober, der sich ebenfalls unter den Gästen befindet. Candida ist hingerissen von ihm und die beiden verloben sich. Balthasar hingegen ist zutiefst gekränkt und sinnt auf Rache. Ganz ähnlich läuft es für Herrn Zinnober auch bei einem Violinkonzert, bei dem er - ohne zu spielen - den Applaus bekommt. Die Primadonna Signora Bragazzi bringt sich sogar um, da man ihren Gesang Klein Zaches zuschreibt. Auch beruflich hilft der Feenzauber Klein Zaches sehr viel weiter. Bei einer mündlichen Prüfung für einen Diplomatenposten bekommt er, nicht der qualifizierte Referendarius Pulcher, den Platz. Nun ist Klein Zaches Expedient im Außenministerium und durch weitere Erfolge, die er zwar nicht selbst erreicht hat, die ihm aber zugeschrieben werden, schafft er es bis zur Stelle des Außenministers. Balthasar hingegen trifft in der Zwischenzeit auf den Magier Prosper Alpanus. Dieser findet nach einigen Nachforschungen heraus, dass die Fee Rosabelverde hinter dem faulen Zauber steckt, der alle glauben macht, Klein Zaches, beziehungsweise Zinnober, sei ein großartiges Talent. Bei einem Gespräch im Landhaus des Magiers sieht Rosabelverde ihren Fehler ein. Aus Mitleid hat sie Klein Zaches helfen wollen und die dunklen Seiten dabei übersehen. Sie verrät, dass Klein Zaches’ Zauber durch die Haare wirkt. Gerade während der Hochzeitszeremonie zwischen Klein Zaches und Candida schafft es Balthasar die Haare auszureißen und der Zauber verpufft. Die Gäste sind verwundert, Klein Zaches als das zu sehen, was er ist: ein kleiner, brabbelnder Zwerg. Sie jagen ihn durch die Stadt. Klein Zaches zieht sich in sein Domizil zurück und stürzt dort in einen silbernen Nachttopf und stirbt.

“Das Leichenbegräbnis des Ministers Zinnober war eins der prächtigsten, das man jemals in Kerepes gesehen”, lässt der Erzähler seinen Leser wissen. Klein Zaches wird als großartigster Minister, den das Fürstentum jemals hatte gefeiert. Balthasar und Candida heiraten und der Magier Prosper Alpanus schenkt ihnen sein Landhaus. Die Fee Rosabelverde wirkt einen Zauber, dass Candida sich nicht über Kleinigkeiten ärgert, und Balthasar wird ein gefeierter Dichter. Somit endet das Märchen - wie es sich gehört, mit einem guten Ende für alle.