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Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre - Personenkonstellation 05:01 min

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Transkript Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre - Personenkonstellation

In den acht Büchern des Romans “Wilhelm Meisters Lehrjahre” tritt eine Vielzahl an Personen auf. Die Beziehungen der Personen untereinander sind meistens sehr verstrickt und erscheinen erst gegen Ende des Romans übersichtlich. Trotz allem lässt sich relativ einfach eine Übersicht erstellen, wenn man den Roman von Johann Wolfgang von Goethe aufmerksam liest. Im Zentrum des Romans steht ohne Frage Wilhelm Meister. Er - aus einer bürgerlichen Familie stammend - begibt sich auf eine Reise, in der er seinen Charakter formen wird. Da dies die Handlung und das Ziel des Romans ist, gehen auch alle Beziehungen zu anderen Personen von Wilhelm Meister aus. Wilhelm Meister selbst will zu Beginn nicht Kaufmann werden, wie sein Vater sondern am Theater spielen. Er sucht daher nach Alternativen für sich.

Was wir erst spät im Roman erfahren, ist, dass die Turmgesellschaft sein Leben ab einem gewissen Punkt lenkt. Die Turmgesellschaft ist eine Gruppe einflussreicher Personen, die versucht dem Gemeinwohl zu dienen. Wer Mitglied ist, hat einflussreiche Freunde und kann es zu etwas bringen. Die Turmgesellschaft, zu der unter anderem der Graf, Lothario, Serlo und Jarno gehören, sorgt dafür, dass er auf der Bühne erfolgreich ist. Später ist auch die Turmgesellschaft dafür verantwortlich, dass Wilhelm der Bühne entsagt und praktisch tätig wird. Wenn wir uns jedoch nun chronologisch durch die Geschichte bewegen, so ist die erste wichtige Beziehung Wilhelms die zu Mariane. Mariane ist Schauspielerin und die erste große Liebe Wilhelms. Allerdings erfährt Wilhelm, dass sie eine Liebschaft mit Norbert hat und verlässt sie daraufhin. Was Wilhelm noch nicht weiß, ist, dass Mariane zu diesem Zeitpunkt schwanger von ihm ist. Sie wird bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes Felix sterben. Felix selbst wird bei Aurelie untergebracht. Im weiteren Verlauf des Romans wird Wilhelm ihn bei ihr treffen.

Der nächste wichtige Punkt ist die Schauspielergruppe, der sich Wilhelm als Regisseur und Schauspieler anschließt. Wichtig sind vor allem Mignon und der Harfenspieler August, kurz Harfner. Mignon ist ein androgynes Wesen. Sie hat weibliche, aber auch männliche Attribute. Wilhelm kauft sie einer Truppe Gauklern für die Schauspieltruppe ab. Ihre Dankbarkeit zeigt sich in großer Liebe. Wilhelm kann diese nicht erwidern, sein Verhältnis zu ihr ist eher väterlicher Natur.

Der Harfner selbst ist sehr alt und wird im Laufe des Romans wahnsinnig. Er ist - wie sich am Schluss herausstellen wird - der Vater Mignons. Die Mutter Mignons ist die heilige Sperata, die gleichzeitig Schwester des Harfners ist. Nachdem die Truppe Felix bei Aurelie getroffen hat, glaubt der Harfner, dass Felix sein künftiger Mörder ist. Er versucht ihn mit einem vergifteten Trank umzubringen. Als das Attentat misslingt, bringt sich der Harfner um.

Die Schauspielerin Aurelie trifft Wilhelm mit seiner Truppe beim Theaterdirektor Serlo an. Serlo wird zu einem Freund und Gönner Wilhelms. Später sorgt er dafür, dass er die Bühne zu Gunsten des tätigen Lebens aufgibt. Er ist mit Lothario über die Turmgesellschaft befreundet. Aurelie ist seine Frau und hatte ein Verhältnis mit Lothario. Sie glaubt, dass Felix ein Sohn Lotharios ist. Er wurde ihr nach Marianes Tod übergeben und seitdem kümmert sie sich um ihn. Da sie schwer krank ist, bittet sie Wilhelm, Lothario einen Brief zu überbringen.

Auf diesem Weg kommt Wilhelm zu der Turmgesellschaft und zu Lothario. Während sich langsam die Beziehungen und die Intrigen der Turmgesellschaft entspinnen, lernt Wilhelm Natalie kennen. Sie ist Lotharios Schwester. Sie hatte ihn - als Amazone verkleidet - im Wald schon einmal vor Räubern gerettet. Nun erkennt er sie wieder und die Liebe flammt auf. Nach einigem Hin und Her heiraten die beiden schließlich am Ende.

Diese kurze Übersicht stellt die wichtigsten Beziehungen der Personen untereinander vor. Wichtig hierbei ist, dass die Welt der Poesie - hier auf der linken Seite - zu Gunsten der Welt des Verstandes und des “tätigen Lebens” aufgegeben wird. Wilhelm Meisters Reise beginnt im Theater und endet als verheirateter Mann und Adliger in der Turmgesellschaft.