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„Die Vermessung der Welt“ – Entstehungsgeschichte (Kehlmann)

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Deutsch-Team
„Die Vermessung der Welt“ – Entstehungsgeschichte (Kehlmann)
lernst du in der 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

„Die Vermessung der Welt“ – Entstehungsgeschichte (Kehlmann) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Die Vermessung der Welt“ – Entstehungsgeschichte (Kehlmann) kannst du es wiederholen und üben.
  • Zeige auf, welche Aussagen auf Alexander von Humboldt und welche auf Carl Friedrich Gauß zutreffen.

    Tipps

    Abstraktion geht Hand in Hand mit Theorie. Hilft dir das weiter?

    Alexander von Humboldt forschte praktisch. Hilft dir das weiter?

    Lösung

    Die beiden Wissenschaftler, die bei der Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte das erste und einzige Mal aufeinandertreffen, sind sehr unterschiedlich.

    • Alexander von Humboldt war beeinflusst von der Klassik, aber auch von der Bewegung der Aufklärung. Er reiste nach Südamerika. Dort wollte er die Natur erleben und erforschen. Außerdem zeichnete er Karten und sammelte viele Objekte. Außerdem trug er humanistische Gedanken auf den amerikanischen Kontinent. Er verglich alles in seiner dortigen Umgebung mit seinen eigenen Vorstellungen.
    • Carl Friedrich Gauß, auch als Fürst der Mathematik bekannt, war Mathematiker, Physiker und Astronom. Er studierte mit einem Stipendium Mathematik. Er arbeitete generell eher theoretisch und war ein Genius der Abstraktion. Das heißt, dass er lieber zu Hause mit Papier am Schreibtisch arbeitete, als in der weiten Welt zu forschen. Er verließ seinen engen Lebenskreis nie oder nur sehr ungern. Seine Mutter war im Prinzip die einzige Person, die Zugang zu ihm und seinen Gefühlen hatte.
  • Fasse die Ideenfindung Daniel Kehlmanns für den Roman „Die Vermessung der Welt” zusammen.

    Tipps

    Überlege noch einmal, welcher der beiden Protagonisten als Gegenstück zum anderen geschaffen wurde.

    Lösung

    Daniel Kehlmann hatte die Figuren des Romans gründlich durchdacht, bevor er mit dem Schreiben begann.

    • Er las „Euclid's Window” und Gauß' Schriften. Das geschah schon während der Schulzeit. Daher war ihm Gauß schon lange bekannt.
    • Carl Friedrich Gauß entstand dann zuerst beim Schreiben des Romans. Während des Schreibprozesses formte sich die Figur weiter.
    • Daniel Kehlmann überlegte, welche Figur als Gegenstück Gauß' passend wäre. Er las Humboldts „Ansichten der Natur mit wissenschaftlichen Erläuterungen”. Außerdem las er den Briefwechsel der Brüder Humboldt.
    • Alexander von Humboldt wurde daraus resultierend entwickelt. Kehlmann versuchte, ihn so gegensätzlich wie möglich zu Gauß zu zeichnen.
    • Auch der Film „Aguirre, der Zorn Gottes” inspirierte Kehlmanns Schreibprozess. Darin geht es um einen Entdecker und Forscher, ähnlich wie Alexander von Humboldt.
    • Weiterhin bekannt war ihm Charles Marie de La Condamine, der als Wegbereiter Humboldts angesehen werden kann.
  • Ermittle Gegensatzpaare, die der Autor in „Die Vermessung der Welt” verarbeitet hat.

    Tipps

    Carl Friedrich Gauß ist ein Anhänger der Wissenschaft. Sein Sohn interessiert sich für andere Dinge. Welche sind das?

    Lösung

    Im Roman „Die Vermessung der Welt” lassen sich einige Gegensätze ausmachen. Möglicherweise hat Daniel Kehlmann diese beim Schreiben bedacht.

    • Deutschland und Südamerika werden als gegensätzlich dargestellt. Besonders in Südamerika fällt auf, wie „deutsch” Alexander von Humboldt ist. In einem Interview betonte Daniel Kehlmann, dass er das herausstellen wollte.
    • Wissenschaft und Kunst sind ein weiteres Gegensatzpaar. Eugen Gauß schreibt Gedichte und interessiert sich für das Buch Deutsche Turnkunst. Sein Vater kann damit nichts anfangen und ist allein der Wissenschaft zugetan.
    • Historisches und Fiktives stehen sich gegenüber. Kehlmann hat Fakten und Fiktion miteinander verwoben und ist sich der Authentizitätsproblematik bewusst. Er erhebt keinen Anspruch auf die Wahrheit des Geschriebenen.
    • Theorie und Praxis ist einer der auffälligsten Gegensätze. So verkörpert Gauß den starren Theoretiker und Humboldt den Forscher, der in der Praxis die Welt erschließen will.
    • Daraus folgend stehen sich die beiden Protagonisten gegenüber. Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt könnten unterschiedlicher nicht sein. Genau das hat Daniel Kehlmann bei der Entstehung bedacht.
  • Arbeite heraus, warum „Die Vermessung der Welt” als Werk des Magischen Realismus bezeichnet wird.

    Tipps

    Die Grenze zwischen Realität und Phantasie verschwimmt im magischen Realismus.

    Lösung

    Im magischen Realismus treten phantastische Figuren oder Ereignisse oftmals plötzlich und unerwartet in eine real beschriebene Welt. Daniel Kehlmann hat dieses Mittel bewusst eingesetzt, wie er mehrfach in Interviews betont hat.

    • „Die Vermessung der Welt” thematisiert den Aberglauben der lateinamerikanischen Ureinwohner und damit die Mythologie. Das wird zum Beispiel beim Besuch der Höhle deutlich, von der geglaubt wird, dass es das „Reich der Toten” sei. Alexander von Humboldt steht dem kritisch gegenüber.
    • Ein Wahrsager sagt Bonpland voraus, dass er eine Zeit lang in Südamerika verweilen wird. Bei Humboldt hingegen kann er nicht aus der Hand lesen.
    • Alexander von Humboldt besitzt zwar einen unstillbaren Wissensdrang, jedoch ist das kein Mittel des magischen Realismus.
    • Carl Friedrich Gauß glaubt an mathematische Gesetze. Diese Tatsache deutet nicht auf phantastische Elemente hin.
    • Die Religiosität der Charaktere wird nicht eingehend thematisiert.

  • Gib wieder, zu welchen Genres man den Roman „Die Vermessung der Welt” zuordnen kann.

    Tipps

    In dem Buch treffen Fiktion und Fakten aufeinander. Kann es ein Sachbuch sein?

    Alexander von Humboldt begibt sich auf ein Schiff, um die Welt zu erkunden. Worauf deutet das hin?

    Lösung

    Das Buch „Die Vermessung der Welt” von Daniel Kehlmann kann als

    • Wissenschaftsroman,
    • Abenteuerroman,
    • Reiseroman oder
    • Entwicklungsroman gelesen werden werden.
    Ein Sachbuch ist das Buch definitiv nicht. Ein Sachbuch hat ein bestimmtes Sachthema und ist von der Fiktion abzugrenzen. Daniel Kehlmann hält sich nicht eins zu eins an historische Fakten, weshalb eine Einordnung als Sachbuch schlichtweg inkorrekt wäre.

  • Entscheide, welche historischen Abweichungen in „Die Vermessung der Welt” kritisiert werden.

    Tipps

    Die pädophile Darstellung Alexander von Humboldts wird oft kritisiert. Ist das gleichbedeutend mit Homosexualität?

    Lösung

    Die Frage nach der Authentizität wurde im Zusammenhang mit „Die Vermessung der Welt” oft gestellt. Es gibt einige eindeutig inkorrekte geschichtliche Darstellungen:

    • Immanuel Kant und Carl Friedrich Gauß haben sich in Wirklichkeit nie getroffen. Dieser enttäuscht Gauß im Roman in großem Maße.
    • Im 19. Jahrhundert wurde nicht in Englisch über lateinische Werke gesprochen.
    • Historiker und Mathematiker kritisieren, dass Gauß keineswegs so weltfremd war, wie er im Buch dargestellt wird.
    Es gab ein Daguerretypie-Verfahren, wie es im Buch beschrieben wird, jedoch war es zu der Zeit noch nicht entdeckt worden. Alexander von Humboldt wird von den meisten Historikern mittlerweile unumstritten als homosexuell angesehen. Oft wurde jedoch kritisiert, dass er in „Die Vermessung der Welt” als pädophil dargestellt wird, da es dafür keine historischen Belege gibt. Carl Friedrich Gauß hat durchaus die Osterformel entdeckt, jedoch zu einem anderen Zeitpunkt, als im Buch dargestellt wird.

    Laut Daniel Kehlmann sind die meisten Abweichungen beabsichtigt.

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