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„Der Sandmann“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Hoffmann)

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Deutsch-Team
„Der Sandmann“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Hoffmann)
lernst du in der 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

„Der Sandmann“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Hoffmann) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Der Sandmann“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Hoffmann) kannst du es wiederholen und üben.
  • Gib an, wie Heine, Goethe und Scott Hoffmanns Text interpretierten.

    Tipps

    Einige der Interpretationsansätze stammen aus dem 20. Jahrhundert und sind von Sigumund Freud.

    Lösung

    „Der Sandmann“ behält eine Fülle von Interpretationen bereit, die mittlerweile eigens erforscht werden.

    Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Heinrich Heine (1797-1856) und Walter Scott (1771-1832) interpretierten Hoffmanns Text als Krankengeschichte, in der Hoffmann seine eigenen Ängste zum Ausdruck bringt.

    E. T. A. Hoffmann, der 1808 nach Bamberg kam, war mit dem Nervenarzt Dr. Adalbert Friedrich Marcus befreundet. Dieser galt zu jener Zeit als führend auf seinem Gebiet. Marcus zeigte Hoffmann Akten seiner Patienten und könnte ihn dadurch in seinem Schaffen beeinflusst haben.

  • Gib wieder, wem E. T. A. Hoffmann als Vorbild diente.

    Tipps

    Goethe interpretierte Hoffmanns „Der Sandmann“ als Dichtung eines kranken und leidenden Mannes.

    Lösung

    E. T. A. Hoffmann gilt als herausragender Schriftsteller des Fantastischen und Grotesken und diente u.a. folgenden Schriftstellern als Vorbild:

    • Edgar Allan Poe (1809-1849), ein amerikanischer Schriftsteller, der unter anderem folgende Werke geschrieben hat: „Der schwarze Kater“, „Das verräterische Herz“.
    • Fiodor Dotojewski (1821-1881), ein russischer Schriftsteller, der unter anderem für folgende Werke bekannt ist: „Schuld und Sühne“, „Der Spieler“.
    • Charles Baudelaire (1821-1867), ein französischer Schriftsteller, unter anderem bekannt für „Die Blumen des Bösen“, „Die künstlichen Paradiese“.
    • Honoré de Balzac (1799-1850), ein französischer Schriftsteller, der unter anderem für „Vater Goriot“ und „Oberst Chabert“ bekannt ist.
    Scott verriss „Der Sandmann“ nach der Veröffentlichung und auch Goethe sah das Werk kritisch.

  • Charakterisiere und deute die Figur des Sandmanns mithilfe des Textauszuges.

    Tipps

    Hoffmanns Erzählung zälht zur Gattung des Schauerromans.

    Lösung

    Der Sandmann ist in E. T. A. Hoffmanns Erzählung ein unheimliches Geschöpf, vor dem Nathanael seit seiner frühen Kindheit Angst hat. Er verschmilzt für Nathanael mit der Person des Coppelius. Nathanael glaubt, dass der Sandmann Kindern die Augen klaut und ihnen damit die Seele raubt. Der Sandmann ist in der Übergangszone zwischen Tag und Nacht, Wahn und Wirklichkeit angesiedelt und die zentrale Figur der Erzählung.

  • Erläutere Hoffmanns Erzählstrategie.

    Tipps

    Der Leser verliert leicht die Orientierung in der Erzählung.

    Lösung

    E. T. A. Hoffmanns Erzählung ist vielschichtig und spielt mit einem Netz von Querverweisen, die sich durch den Text ziehen. Durch die Verknüpfung verschiedener Motive, eine verrätselte Handlung sowie die Erzählsituation stellt Hoffmann eine Ambivalenz her, die der Leser bis zum Schluss nicht auflösen kann. Es herrscht auf allen Ebenen eine Realitätsunsicherheit, die zu einer Vielzahl von verschiedenen Interpretationen führt.

    Beim Lesen von Hoffmann zeigt sich, dass Texte mehr als eine Interpretationsmöglichkeit haben, die sich von Leser zu Leser je nach persönlichem und kulturellem Hintergrund unterscheidet.

  • Gib an, über welche Umwege Hoffmanns Werk zu größerer Bekanntheit gelangte.

    Tipps

    Das Werk wurde von Literaten und Literaturkritikern zunächst abgelehnt, hatte dann aber großen Erfolg bei der Leserschaft im Ausland.

    Lösung

    E. T. A. Hoffmans „Der Sandmann“ wurde von Literaten und Literaturkritikern abgelehnt. Walter Scott, ein schottischer Dichter und Schriftsteller, verriss das Werk 1827 dermaßen, dass es die gesamte europäische Rezeption beeinflusste. Über den Umweg nach Frankreich und England gelangte „Der Sandmann“ dennoch zu größerer Beliebtheit. Es kam besonders beim Massenpublikum gut an.

  • Analysiere das Automaten-Motiv im Hinblick auf die Romantik.

    Tipps

    Das Verhältnis Mensch und Technik war ein Thema, mit dem sich viele Autoren der Romantik beschäftigen.

    Lösung

    Im 18. Jahrhundert fand eine immer bessere Entwicklung von naturähnlichen Automaten statt. Wie viele Romantiker verfolgte E. T. A. Hoffmann diese Entwicklung fasziniert und besucht 1813 beispielsweise eine Automatensammlung in Dresden. Auch soll er selbst einige Automaten gebaut haben. Bei vielen Romantikern herrscht ein großes Interesse an Automaten: Das Automaten-Motiv taucht beispielsweise bei Jean Paul*, Clemens Brentano und Bonaventura* auf.

    Die Romantiker kritisieren das **mechanische und technische Erklären der Welt, welches in der Aufklärung betrieben wurde. Die Betrachtung der Welt als Maschinerie macht den Menschen aus der Sicht der Romantiker zu einem Bestandteil dieser und somit selbst zu einer Maschine.

    Im Sandmann wirkt die kalte und leblose Olimpia im Gegensatz zum phantasievollen und künstlerisch begabten Menschen dargestellt. Der Automat ist der Inbegriff des Unheimlichen.

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