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„Berlin Alexanderplatz“ – Inhaltsangabe (Döblin) 06:33 min

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Transkript „Berlin Alexanderplatz“ – Inhaltsangabe (Döblin)

Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz - Inhaltsangabe „Er stand vor dem Tor des Tegeler Gefängnisses und war frei. Gestern hatte er noch hinten auf den Äckern Kartoffeln geharkt mit den andern, in Sträflingskleidung, jetzt ging er im gelben Sommermantel, sie harkten hinten, er war frei.“ So beginnt der Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin. Er erzählt die Geschichte von Franz Biberkopf in neun Büchern. Nach vier Jahren Haft sucht dieser seinen Weg zurück ins Leben. Dieses Mal will er anständig sein. Biberkopf war früher Zement- und Transportarbeiter. Als seine Freundin Ida ihm von einem anderen Mann berichtete, wurde er eifersüchtig. Er schlug Ida mit einem Sahneschläger. Sie starb an den Verletzungen. Dafür hatte Franz Biberkopf vier Jahre im Tegeler Gefängnis sitzen müssen. Nach seiner Entlassung ist aller Anfang schwer: Biberkopf hat Mühe, sich wieder einzugliedern. Seine Umgebung nimmt er verzerrt wahr: Die Häuser ängstigen ihn, die Dächer rutschen. Doch allmählich gelingt es ihm, Geld zu verdienen und wieder Anschluss an Menschen zu haben. Biberkopf beginnt, als Zeitungshändler zu arbeiten. Er treibt sich in Kneipen herum. Und er hat eine neue Freundin: die Polin Lina.

Doch bald kommt der erste Rückschlag: Linas Onkel Lüders betrügt Biberkopf. Biberkopf ist enttäuscht von der Welt. Er zieht Hals über Kopf aus seiner Wohnung aus, verlässt Lina ohne ein Wort und wendet sich von allen Freunden ab. Biberkopf verbringt nun seine Tage, mit Alkohol als Tröster, allein in seinem Zimmer. Eines Tages beobachtet er eine Bande, die im Hinterhof klaut. Biberkopf schaut zu, wie der Hausverwalter zum Komplizen der Diebesbande wird. Schließlich kann die Bande entkommen, der Hausverwalter und seine Frau aber werden verhaftet. Biberkopf hingegen rafft sich endlich auf. Er arbeitet wieder - als Zeitungshändler am Alexanderplatz.

In der Kneipe lernt er einige faszinierende dunkle Gestalten kennen. Einer von ihnen ist Reinhold. Der stotternde Mann hat alle paar Wochen eine neue Freundin. Franz Biberkopf hilft ihm, indem er ihm seine Exfreundinnen abnimmt. Nach der zweiten jedoch hat er genug. Er findet Reinholds Frauenverschleiß komisch und will ihn davon losbringen. Er warnt nun auch die Frauen vor Reinhold. Bald darauf folgt der zweite Rückschlag. Die faszinierenden Gestalten handeln angeblich mit Obst. Eines abends muss Biberkopf bei ihnen einspringen. Pflichtbewusst fährt er mit. Da stellt sich heraus, dass die Leute Einbrecher sind und er Schmiere stehen muss. Biberkopf fühlt sich hintergangen. Auf der Rückfahrt wehrt er sich. Reinhold stößt ihn daraufhin aus dem Auto. Franz Biberkopf wird überfahren.

Von alten Bekannten, Herbert und Eva, wird er ins Krankenhaus gebracht. Dort wird ihm der Arm amputiert. Biberkopf, der anständig sein wollte, ist jetzt endgültig gebrochen. Seine Bekannte Eva verkuppelt ihn mit Mieze, die als Prostituierte arbeitet. So wird Biberkopf zum Zuhälter. Das führt zum dritten Rückschlag. Er schließt sich nun doch der Verbrecherbande an. Er stellt Reinhold seine Freundin Mieze vor. Dieser beschließt, sie ihm wegzunehmen. Als Reinhold mit Mieze allein im Wald spaziert, wird er zudringlich. Sie wehrt ihn ab und beschimpft ihn, als sie erfährt, dass er schuld an Biberkopfs Unfall ist. Da erwürgt Reinhold sie. Biberkopf und Reinhold werden im Zusammenhang mit Miezes Mord gesucht und schließlich verhaftet. Biberkopf wird in die Irrenanstalt gebracht, da er kein Wort redet. Dort verweigert er die Nahrungsaufnahme.

Biberkopf befindet sich in der Irrenanstalt im Todeskampf. Der alte Mensch Franz Biberkopf stirbt, ein neuer Mensch wird geboren. Dieser hat nun endlich eine Chance im Leben. Biberkopf spricht anschließend wieder und wird im Fall Mieze komplett entlastet. Reinhold hingegen wird zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Gemeinsam mit Eva besucht Biberkopf Miezes Grab. Er bekommt schließlich eine Stelle als Hilfsportier.

Nicht umsonst gilt “Berlin Alexanderplatz” als Großstadtroman. Denn Döblin erzählt nicht nur Biberkopfs Geschichte. Er erzählt viele Parallelgeschichten von Proletariern im Berlin der 1920er Jahre. Und er entwirft mit der sogenannten Montagetechnik ein Panorama der Großstadt: Zitate aus Zeitungsmeldungen, Verwaltungsschreiben, wissenschaftliche Berichte, Werbeslogans, Firmenaufschriften und sogar physikalische Formeln montiert Döblin in den Text hinein. Zudem gibt es immer wieder Bezüge zu biblischen Geschichten, die mit Franz Biberkopfs Schicksal in Verbindung gebracht werden. Neben der Montagetechnik ist auch die Sprache eine Besonderheit des Romans: Große Teile des Textes bestehen aus einem inneren Monolog von Biberkopf und aus direkter Rede. Die Sprache ist umgangssprachlich und teilweise im Berliner Dialekt gehalten. So hör nun, mit welchen Worten Franz Biberkopfs Geschichte endet:

„Und Schritt gefasst und rechts und links und rechts und links, marschieren, marschieren, wir ziehen in den Krieg, es ziehen mit uns hundert Spielleute mit, sie trommeln und pfeifen, widebum, widebum, dem einen gehts grade, dem andern gehts krumm, der eine bleibt stehen, der andere fällt um, der eine rennt weiter, der andere liegt stumm, widebum, widebum.“

1 Kommentar
  1. Default

    Sehr gut.

    Von Richa J., vor 7 Monaten

„Berlin Alexanderplatz“ – Inhaltsangabe (Döblin) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Berlin Alexanderplatz“ – Inhaltsangabe (Döblin) kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib die Anfangs- und Endsituation von Franz Biberkopf wieder.

    Tipps

    Am Ende steht Franz Biberkopf dort, wo er am Anfang schon stand - nur um einige Erfahrungen reicher. Weißt du, welche Parallelen es gibt? Inwiefern unterscheiden sich die beiden Situationen?

    Lösung

    Alfred Döblin hat seinen Roman so geschrieben, dass sich Anfang und Ende sehr ähneln: Er steht am Schluss dort, wo er begann. Er wird aufgrund seines gewaltvollen Temperaments und seiner Verwicklungen mit zwielichten Gestalten verhaftet und seiner Freiheit beraubt. Er kommt jeweils frei mit dem Plan, von nun an alles anders zu machen. Er sucht sich wieder eine Arbeit. Doch in der innerlichen Einstellung hat sich dazwischen viel getan: Er kann am Ende für sich Verantwortung übernehmen und hat gelernt, nicht mehr gutgläubig jedem zu vertrauen. Er kann sich Ausnutzung widersetzen, und man kann nur hoffen, dass er den rechten Pfad nicht mehr verlassen muss.

  • Nenne die Arbeitsstellen des Protagonisten, die im Roman erwähnt werden.

    Tipps

    In der kurzen erzählten Zeit der Geschichte hat Franz Biberkopf eine Vielzahl von Beschäftigungen - manche legal, andere illegal, alle aber schlecht bezahlt und gefährlich. Bevor er im Gefängnis war, hatte er zwei Jobs mit sehr schwerer körperlicher Arbeit.

    Lösung
    • Mit dem Fokus auf die Beschäftigungen, denen Biberkopf nachgeht, hat Döblin dessen Charakter, seine Herkunft und die Probleme geschildert, die Biberkopf umgeben. Die ersten Beschäftigungen, von denen erzählt wird, sind die eines Zementarbeiters und Transportarbeiters - beides Knochenjobs.
    • Nach Entlassung aus dem Gefängnis findet er eine Stelle als Zeitungsverkäufer, die er auch nach seinem ersten Rückschlag wieder aufnimmt. Als er dann Mieze kennenlernt, wird er ihr Zuhälter - eine wenig respektable Arbeit. Zum Ende hin schafft er es jedoch, einen etwas besser gestellten Job als Hilfsportier bei einer Fabrik anzunehmen.
    • Diese Jobbeschreibungen haben auch den Zweck, Biberkopf als einen Mann der Unterschicht zu porträtieren, den kleinen Mann von der Straße, dem es im damaligen Berlin, in der damaligen Zeit der großen Ungerechtigkeiten, schwer gemacht wird, auf der rechten Bahn zu bleiben.
  • Beschreibe die drei Rückschläge, die Franz Biberkopf erfährt.

    Tipps

    Die drei Rückschläge werden jeweils durch seine Naivität und Gutgläubigkeit verursacht: Er ist vor seinen Mitmenschen nicht auf der Hut, die ihn betrügen und ausnutzen.

    Lösung

    Jedes Mal, wenn Biberkopf beschließt, von nun an alles richtig zu machen, widerfährt ihm ein Rückschlag. Die Geschichte ist in drei größere und übel ausgehende Einschnitte unterteilt.

    1. Der erste passiert, als ihn Linas Onkel, seine neue Freundin, betrügt. Niedergeschlagen und wütend verbirgt sich Franz in seiner Wohnung und verbringt seine Zeit mit Trinken.
    2. Doch er kann sich aufraffen. Den zweiten Rückschlag bringt ihm jedoch Reinhold, der Biberkopf für seine Zwecke ausnutzt: Er will seine ständig wechselnden Frauen an ihn abgeben, und schließlich führt er den im Grunde anständigen Biberkopf zu einem Raubzug mit. Als der ihn zur Rede stellen will, wirft ihn Reinhold aus dem Auto und überfährt ihn. Franz verliert einen Arm.
    3. Doch damit nicht genug. Seine blöde Treue lässt ihn wiederum an Reinhold geraten. Dieser will ihm die Prostituierte Mieze wegnehmen. Als sie jedoch von Reinholds Taten erfährt, widersetzt sie sich und wird von Reinhold erwürgt. Daraufhin werden Reinhold und Biberkopf wegen Mordes gesucht und verhaftet. Biberkopf kommt in die Irrenanstalt.
  • Bestimme den richtigen Verlauf der Geschichte.

    Tipps

    Wie fühlt sich Franz nach seiner Entlassung? Wann beobachtet er die Einbrecher im Innenhof?

    Zuerst lernt er Reinhold kennen, der ihm Übel bringt, bevor er Mieze kennenlernt.

    Lösung

    Die hier ausgewählten Szenen beschreiben einige der Höhe- und Tiefpunkte, denen Franz Biberkopf im Roman ausgesetzt ist. Chronologisch geordnet ergeben sie folgende Reihenfolge:

    1. Nach seiner Gefängnisentlassung ist Franz von der Großstadt überfordert.
    2. Er fängt an zu trinken, beobachtet eines Nachts, wie Einbrecher in einen Keller im Hinterhof einbrechen.
    3. Er lernt in einer Bar den gelben Reinhold kennen.
    4. Reinhold wirft ihn bei einer Verfolgungsjagd nach einem Raubzug aus dem Auto.
    5. Wieder auf den Beinen, lernt Franz Mieze kennen.
    6. Doch Mieze wird von Reinhold ermordet; die beiden werden gesucht.
    7. In der Gerichtsverhandlung über den Fall klärt sich das Verbrechen auf.
    Quelle: Alfred Döblin (1929): Berlin Alexanderplatz.

  • Bestimme die passenden Überschriften für die folgenden Ausschnitte.

    Tipps

    Achte darauf, wer was zu wem spricht: Ist es ein innerer Monolog von Biberkopf? Ist es ein Dialog? Was passiert im Ausschnitt und an welcher Stelle im Buch könnte er sich befinden?

    Lösung

    Um die oberen Ausschnitte zu analysieren und eine passende Überschrift für das Geschehen zu finden, können wir auf die Sprechsituation zurückkommen.

    1. Im ersten Ausschnitt beispielsweise erzählt eine Person eine Geschichte, die er verursacht hat. Er erzählt, wie er auf einem Raubzug anscheinend einen Mann aus dem Auto gestoßen hat, der daraufhin überfahren wurde und einen Arm verlor. Es kann sich also nur um Reinhold handeln, der Mieze im Park - kurz bevor er sie erwürgt - sein Verbrechen beichtet.
    2. Der zweite Ausschnitt zeigt Franz Biberkopf mit den Folgen seiner Alkoholsucht im Bett, nachdem er einen ersten Rückschlag von Linas Onkel Lüders erfahren hat. Ihm geht es schlecht, er ist niedergeschlagen und bleibt zu Hause, kann sich jedoch bald wieder aufraffen.
    3. Der dritte Ausschnitt zeigt eindeutig eine Entlassung. Es muss sich daher um Franz Biberkopf handeln. Da er seinen Gesprächspartner jedoch mit „Oberpfleger“ anredet, muss es sich um seine Entlassung aus der Anstalt handeln.
    Quelle: Alfred Döblin (1929): Berlin Alexanderplatz.

  • Analysiere die folgende Inhaltszusammenfassung auf Fehler.

    Tipps

    Lies die Geschichte ganz genau: Manchmal stimmen nur Kleinigkeiten, Namen, Orte, Berufe etc. nicht.

    Lösung

    Die Geschichte des Antihelden Franz Biberkopf, eines Proletariers in Berlin, ist gezeichnet von Schicksalsschlägen und Tiefpunkten. In der obigen Zusammenfassung haben sich einige Fehler eingeschlichen:

    • Er kommt aus einem Tegeler Gefängnis frei.
    • Er bekommt zuerst einen Job als Zeitungsverkäufer am Alex.
    • Reinhold nötigt Biberkopf zum Schmiere-Stehen.
    • Das nachkommende Auto überfährt ihn, nicht Reinhold selbst.
    • Biberkopf wird Miezes Zuhälter.
    • Reinhold erwürgt Mieze im Wald.