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„Antigone“ – Inhaltsangabe (Sophokles) 06:10 min

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Transkript „Antigone“ – Inhaltsangabe (Sophokles)

Die Tragödie “Antigone” ist uralt: Vor mehr als 2000 Jahren hat Sophokles sie geschrieben. Damals kannten die Leute alle Sagen, sie waren ihnen so geläufig, wie uns heute Märchen oder die Songs aus den Charts sind. Heute braucht es einige Erklärungen, um den antiken Text zu verstehen.

Zuerst ist es wichtig, die Vorgeschichte zu kennen. Die Familie von Antigone leidet schon seit drei Generationen unter tragischen Ereignissen. Grund dafür ist ein Fluch, mit dem Antigones Großvater Laios belegt wurde. Laios` Sohn Ödipus tötete dann seinen Vater, ohne zu wissen, dass er sein Vater war. Er heiratete unwissentlich seine Mutter Iokaste und wurde König. Die beiden hatten vier Kinder: Antigone, Ismene, Eteokles und Polyneikes. Als er die Wahrheit erfuhr, verließ Ödipus sein Land und Iokaste tötete sich. Die elternlos gewordenen Kinder wuchsen bei ihrem Onkel Kreon auf. Antigones Brüder, Eteokles und Polyneikes, sollten sich den Thron teilen. Doch sie stritten sich und Polineykes wurde aus dem Land vertrieben. Er kam mit einem Heer zurück. Bei einem Zweikampf töteten die beiden Brüder sich gegenseitig. Nun wurde Kreon König von Theben. Er befahl, Eteokles zu bestatten. Polyneikes hingegen sollte nicht bestattet werden, da dieser die Stadt angegriffen hatte.

Hier setzt die Handlung von „Antigone“ ein. Sie ist in der Form einer klassischen griechischen Tragödie gehalten. Das bedeutet: Wir haben eine Einheit von Zeit, Ort und Handlung. Es spielt sich also alles in Theben innerhalb weniger Stunden ab. Es bedeutet auch: Es gibt einen Chor und es gibt Schauspieler. Der Chor kommentiert das, was die Schauspieler tun. Gegliedert ist das Stück in einen Prolog, also eine einführende Szene, auf die fünf Akte und der Schluss, Exodus gennant, folgen. Antigone will, dass ihr Bruder Polyneikes bestattet wird. Wenn er nicht bestattet wird, kann er nicht ins Totenreich, den sogenannten Hades, einziehen. Das besagt das Gesetz der Unterweltgötter. Antigone erklärt ihrer Schwester Ismene, dass sie Polyneikes trotz Kreons Verbot bestatten werde. Ismene versucht sie davon abzuhalten, schafft es aber nicht. Ein Wächter berichtet dem König Kreon, dass Polyneikes Leichnam mit Staub bedeckt, also symbolisch bestattet worden ist. Kreon verdächtigt die Wächter und will sie töten lassen, wenn sie den Schuldigen nicht stellen. Kurz darauf kehrt der Wächter mit der Schuldigen zurück. Er berichtet, wie Antigone bei der Tat erwischt wurde.

Antigone streitet das nicht ab. Sie argumentiert, dass das Gesetz der Götter ihr wichtiger sei als das Gesetz von Kreon. Kreon ist empört über ihren Ungehorsam. Er beschließt, sie lebendig in einem Felsengrab einzumauern. Kreons Sohn Haimon versucht seinen Vater umzustimmen. Er liebt Antigone und will sie heiraten. Er wirft Kreon vor, engstirnig zu sein und nur seine eigene Denkart gelten zu lassen. Die Leute der Stadt stellten sich hinter Antigone, meint er. Sie seien dagegen, dass sie getötet werde. Doch Kreon bleibt hart. Haimon droht dem Vater, dass er ihn nicht wiedersehen werde. Inzwischen ist Antigone auf dem Weg zu ihrem eigenen Grab. Sie beklagt ihren nahenden Tod. Dass sie so jung und ohne verheiratet gewesen zu sein sterben muss, grämt sie. Noch jemand versucht, Kreon umzustimmen: der greise Seher Teiresias. Er erzählt Kreon, wie Polyneikes Leiche von Vögeln und Hunden geschändet herumliegt. Wenn Kreon Polyneikes nicht ordentlich beerdigen lässt, zieht er den Zorn der Götter auf sich. Teiresias rät Kreon dringend, Polyneikes ordnungsgemäß zu begraben und Antigone aus dem Felsengrab zu befreien. Doch Kreon bleibt stur und beleidigt sogar den alten Seher.

Erst als der Chor, der zugleich Rat der Ältesten ist, sich an ihn wendet, ändert Kreon endlich seine Meinung. Er lässt sich von ihm überreden, Antigone aus dem Felsengrab zu befreien. Doch sein Entschluss kommt zu spät. Als Kreons Leute das Grab öffnen, finden sie Antigone erhängt vor. Kreons Sohn Haimon umarmt sie weinend. Als er seinen Vater sieht, geht er auf ihn los. Doch Kreon weicht aus. So wendet Haimon das Schwert gegen sich selbst. Er ersticht sich. Als Kreons Frau und Haimons Mutter Eurydike davon erfährt, tötet auch sie sich. Kreon bleibt zurück als gebrochener Mann.

Obwohl diese Tragödie vor mehr als zwei Jahrtausenden geschrieben wurde, verstehen wir sie noch immer. Der Konflikt zwischen Antigone und Kreon, zwei sturen Persönlichkeiten, verjährt nicht. Und das schreckliche Ende, der tragische Tod von gleich drei Familienmitgliedern, berührt uns noch heute.