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Vom Kautschuk zum Autoreifen 06:29 min

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Transkript Vom Kautschuk zum Autoreifen

Hallo und ganz herzlich willkommen! Dieses Video heißt “Vom Kautschuk zum Autoreifen”. Habt ihr jemals ein Bild der ersten Fahrräder gesehen, das waren noch die Laufräder. Oder vielleicht ein Foto der ersten Autos? Schaut euch einmal deren Räder an. Nun? Was fällt euch auf? Richtig! Die damaligen Räder besaßen noch keine Gummibereifung. Daher war es auch nicht lustig, mit diesen Fahrzeugen zu fahren. Denn die Fahrwege damals waren viel schlechter als die Straßen heute. Das könnt ihr mir glauben.

Heute ist der Werkstoff Gummi eine Selbstverständlichkeit. Ich möchte eine Bleistiftzeichnung korrigieren - kein Problem. Dafür nimmt man einen Radiergummi. Und damit die Fahrräder und die Autos sanft fahren, bewegen sie sich nicht auf metallbeschlagenen Holzrädern sondern auf Gummi.

Dabei kennt man den Rohstoff für das Gummi schon lange. Es ist der Kautschuk. Gewonnen wird er als Latex vom Hevea-Baum (Kautschukbaum). Bitte verwechselt ihn nicht mit dem Gummibaum, dem Ficus elastica. Das ist nämlich der Feigenbaum. Der Kautschuk war schon den Maya bekannt. In der Neuzeit stellt man aus Kautschuk den elastischen Gummi her. Hier nur eine kleine Auswahl an Gummigegenständen: Das Quietscheentchen, der Gummihammer, der Radiergummi und die Cyber - Ente. Luftballons, das Spielzeugauto, Gummireifen und Haargummis. Das Gummiboot und die Gummistiefel. Und schließlich Kondome und ein Teil des Stethoskops.

Um dem Naturkautschuk geeigtnete Eigenschaften zu verleien und ihn vor Alterung zu schützen, muss er vor der Anwendung noch verarbeitet werden. Eine wichtige Maßnahme dazu ist die Vulkanisation, hier eine Vulkanisierungspresse. Die einzelnen Kautschukteile werden unter Druck und Hitze mit den übrigen Bauteilen unlösbar verbunden. Aus plastischem Kautschuk wird elastischer Kautschuk. Entdeckt hat die Vulkanisation der Amerikaner Goodyear bereits 1839. Dabei wird Schwefel dem Kautschuk zugeführt. Man verhindert dadurch die vorzeitige Alterung und erhöht die Festigkeit des Materials. Je mehr Schwefel hinzugeführt wird, um so härter wird der Gummi.

Kautschuk ist ein Polymer, das aus vielen Isopren- Molekülen besteht. Sein Polymerisationsgrad liegt zwischen 8000 und 30000. Im Gegensatz zu anderen Kunststoffen enthält er Doppelbindungen. Nun wird klar, warum den Kautschuk vulkanisieren muss.

Bei der Herstellung des Autoreifens wird der Naturkautschuk mit Schwefel vulkanisiert. Es kommt zu einer Vernetzung des Polymers und zu einem Anstieg der Härte. Zusätzlich werden verschiedene Stoffe beigefügt. Der Gummi führ den Reifen besitzt etwa folgende Zusammensetzung: Kautschuk: 45 % Ruß, Silicane: 30 % Schwefel: 10 % Öl: 15 %

Für die Lauffläche des Reifens wird eine andere Mischung benötigt. Sommer- und Winterreifen haben verschiedene Zusammensetzungen. Ebenso die Reifen von PKW und LKW.

Da der natürliche Kautschuk nicht reicht wird Gummi auch synthetisch hergestellt. In Deutschland begann man damit bereits vor dem 1. Weltkrieg. Jeder noch so gute Reifen muss eines Tages entsorgt werden. Bei der Altgummiverwertung erfolgt zunächst eine Zerkleinerung der Reifen. Dann werden sie weiterverarbeitet. Man gewinnt Gummimatten oder Sportplatzbeläge. Mitunter wird der Gummi auch verbrannt, um Energie zu gewinnen. Diese benötigt man für die Herstellung von Zement.

Das war es auch schon wieder. Ich wünsche euch alles gute und viel Erfolg! Tschüs Euer André