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Die Entdeckung von Nylon 02:54 min

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Transkript Die Entdeckung von Nylon

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Stoffe für die Kleidungsherstellung einzig und allein aus natürlichen Quellen gewonnen. Wolle von Tieren und Baumwolle von Pflanzen sind natürliche Polymere mit Eigenschaften, wie sie sich gut für Kleidung eignen. Einer der begehrtesten Stoffe war Seide, die in der Natur von der Raupe des Seidenspinners erzeugt wird. Seide wurde in vielen Kleidungsstücken von Kleidern bis Strümpfen eingesetzt, allerdings war sie teuer und nicht besonders reißfest. Im Jahr 1939 ereignete sich dann ein revolutionärer Durchbruch. Auf der Weltausstellung in New York änderte sich die Modewelt für immer, als dem staunenden Publikum die erste vollständig künstlich hergestellte Faser präsentiert wurde: Nylon. Nylon war ein günstiger und strapazierfähiger Stoff. Unter Frauen löste er eine solche Begeisterung aus, dass es sogar zu Streitereien um Nylonstrümpfe kam. Der Mann, der dieses erstaunliche neue Material erfunden hatte, hieß Wallace Carothers. Er hatte gemeinsam mit seinem Team eine Alternative für Seide gesucht. Sie untersuchten sich wiederholende Einheiten in langen Molekülketten, sogenannte Polymere, die man aus Produkten des Rohöls gewonnen hatte. Carothers ließ Lösungen aus zwei unterschiedlichen Kohlenstoffverbindungen miteinander reagieren. Er bemerkte, wie sich an der Grenze zwischen den beiden Lösungen ein weißer Feststoff bildete. Mit einem Glasstab zog er ihn heraus und erkannte dabei, dass man diesen Stoff zu einer langen Faser ziehen konnte. Damit hatte er das Nylon entdeckt. Die Faser, die man Polymer 6,6 nannte, ließ sich zu einem ungemein dünnen Faden spinnen, der aber noch immer extrem reißfest war. Die Festigkeit von Nylon resultiert aus den Amidgruppen in seiner Molekülkette, die sehr starke Bindungen eingehen und sehr eng gepackte Ketten bilden, weshalb sich daraus Stoffe erzeugen lassen, die großer Belastung standhalten können. Dadurch war Nylon zum Beispiel ideal für Fallschirme und Seile während des Zweiten Weltkrieges geeignet. Heute wird es in vielen Produkten wie Taschen oder kugelsicheren Westen eingesetzt – und natürlich in Nylonstrumpfhosen.