sofatutor 30 Tage kostenlos ausprobieren

Videos & Übungen für alle Fächer & Klassenstufen

Territorialverhalten 08:39 min

Textversion des Videos

Transkript Territorialverhalten

Hallo. Hast du dich schon einmal gefragt, wie viele Lebewesen es schaffen, ihre Nachkommen großzuziehen und den dafür notwendigen Lebensraum abzusichern? Auf diese Frage soll dir das Video unter dem Thema “Territorialverhalten” Antworten geben. Dazu stelle ich Dir die Arten von Revieren, deren Abgrenzung und Größen sowie ihre Bedeutung vor.Das Amselmännchen beginnt rechtzeitig im März, ein Gebiet durch seinen Gesang abzugrenzen. Man spricht von einer akustischen Revierkennzeichnung. Nun ein “Revier”, ein Territorium ist ein Gebiet, welches gegen meistens gleichgeschlechtliche Artgenossen und andere Eindringlinge verteidigt wird. Es ist ein Eigenbezirk, in dem das Amselmännchen und das Weibchen alles finden, was beide zum Leben brauchen: Wasser, Nahrung, versteckte Schlafstellen, Nestbaumöglichkeiten zur Weitergabe des eigenen Erbgutes und Anderes. Während der Brutzeit sind Amseln ausgesprochen territorial, sonst eher sozial. Günstige Nahrungsquellen werden dann auch gemeinsam genutzt. Nur im Frühjahr baut ein Stichlingsmännchen ein Nest in seinem Brutrevier. Sein roter Leib signalisiert, dass er in Balzstimmung und er sein Brutrevier und Fortpflanzungsrevier gegen jedermann verteidigt. Nur Weibchen mit dickem Bauch werden eingelassen und zum Ablaichen zum Nest geführt. Beide Beispiele zeigen, dass Reviere oft nur zeitweilig abgegrenzt werden. Wölfe leben in einem Rudel, in einer Kleinfamilie. Das Rudel besetzt ein Territorium, das mit Kot und Urin markiert wird. Die Duftmarken sind gut wahrnehmbar platziert, oft in Nähe von Scharrstellen. Das von Säugetieren verteidigte Gebiet nennt man Territorium. Auch mit ihrem Heulen drücken sie aus, dass das Territorium das Gruppenrevier besetzt ist. In Mitteleuropa sind die Reviere durchschnittlich 150 bis 350 Quadratkilometer groß. In der Lausitz leben zwei bis drei Wölfe auf 100 Quadratkilometer. Die Größe eines Wolfsreviers - es ist sein Jagdgebiet - ist von der Anzahl der Beutetiere abhängig. Das heißt, von der Beutetierdichte. In Nord-Canada und Nord-Sibirien sind die Reviere riesig. Bis 1000 Quadratkilometer. In wildreichen Gebieten leben bis zu 9 Wölfe auf 100 Quadratkilometer. Ähnliches können wir bei Füchsen feststellen. In städtischen Gebieten reicht einem Fuchs ein Einzelrevier von einem Quadratkilometer. Im Gebirge braucht er ein bis zu 40 Quadratkilometer großes Dauerrevier zum Leben. Füchse setzen Kot- und Urinmarken; mitunter sind sie auch zu hören. In der Stadt kann der Fuchs sich leicht von Mäusen, Ratten und Abfällen ernähren. Im Gebirge ist er weitläufig auf Streifzügen unterwegs, um Beute machen zu können. Fuchsterritorien überlappen sich oft. In solchen Bereichen kann es oft zu Auseinandersetzungen kommen. Hier sehen wir einen Ritualkampf. Die Füchse stemmen sich mit den Vordergliedmaßen gegeneinander und drücken sich weg. Krallen und Zähne werden nicht eingesetzt. Der Vorteil des Ritualkampfes ist, dass es nicht zu ernsthaften Verletzungen kommt, die die Füchse in ihrem harten Überlebenskampf dezimieren würden. Die Kohlmeise hat einen ausgeprägten Reviergesang. Reviersuchende Männchen können anhand des Gesangs die Populationsdichte eines Gebietes abschätzen. Die Kompetenz eines Rivalen, wird an seinen Strophenlängen und an seinem Gesangsrepertoire erkannt. Denn dominante Männchen sind sehr gute Sänger. Bei Kohlmeisen beobachtete man revierlose Paare, die in Randgebieten von Revierbesitzern brüteten. Sie meiden Auseinandersetzungen mit den Revierinhabern. Man nennt sie Floater, da sie sich zwischen den Reviergrenzen bewegen. Sie ziehen nur halb so viele Jungen auf. Das kann an der eingeschränkten Ressourcennutzung liegen. Unser Rehwild verfügt über Drüsen, die der Verständigung und Reviermarkierung dienen. Mit dem Stirnorgan setzen sie Duftspuren an Sträuchern, um das Revier zu markieren. Die Laufbürste gibt Alarmpheremone ab und die Tarsaldrüse dient dem individuellen Erkennen. Leider ist noch unklar, welche Bedeutung die Schwanzdrüsen und die Zwischenklauensäckchen haben. Auf jeden Fall ist festzustellen: die Duftabgabe erfolgt an Pflanzenteile, die Luft und den Boden. Auf einer Reise zu einem Bekannten, parkte ich auf dessen Grundstück über Nacht. Dort musste ich mit diesem kleinen Säugetier unerfreulicher Weise Bekanntschaft machen. Der Steinmarder begann um sich zu beißen, als er die Duftspuren des vermeintlichen Rivalen aus meinem Heimatort wahrnahm. Aufgrund des Revierverhaltens kommt es so zu Marderschäden an PKWs. Kinder und Jugendliche sind froh, wenn sie ein Kinderzimmer oder einen Raum für sich haben. Sie haben ihr eigenes Revier, das ihnen ungestört das individuelle Spielen, Lernen, Musik hören und Anderes ermöglicht. Menschen grenzen ihre Grundstücke mit Zäunen ab. Schüler behaupten den Sitzplatz in der Schule und vieles mehr gibt es an Beispielen. Aus deinem eigenen Erleben weißt du, dass du eigenen individuellen Freiraum brauchst. Menschliches Territorialverhalten bestimmt das Distanzverhalten. Es wird in vier Zonen unterteilt. Wendet sich ein Jugendlicher an eine Gruppe anderer Jugendlicher, bewegt er sich in deren Öffentlichkeitszone. Dies ist eine Entfernung von mehr als vier Meter. Zunächst lernt man sich in der Sozialzone kennen. In der verständigt man sich mit Unbekannten auf einer Distanz, die kleiner als vier Meter ist. Die Privatzone ist der Gesprächsbereich, in dem persönliche Gespräche in etwa in einer Distanz von einem Meter geführt werden. Die Intimzone ist die Wichtigste. Sie umfasst nur einen halben Meter. In diese dürfen nur Menschen eindringen, mit denen ein emotionaler Kontakt besteht. Personen, die man mag oder liebt. Aus den Ausführungen können wir einiges zusammenfassen: Wir können feststellen, dass das Revierverhalten zu einer ziemlich gleichmäßigen Verteilung des Lebensraumes führt. Weiterhin können wir feststellen, dass dadurch eine Überbevölkerung und damit Stress vermieden wird. Und 3. fördert das Territorialverhalten des Menschen Platzgewohnheiten und das Einhalten von individuellen Distanzen. 4. Es gehört grundlegend zu den instinktiven Mechanismen der Tiere und auch des Menschen. Und 5. Das Revierverhalten ist eigennützig und fördert dadurch die Weitergabe des Erbgutes. So. Das war‘s für heute. Tschüs. Bis bald sagt euer Octavus.