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Körpersprache und nonverbale Kommunikation 06:53 min

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Transkript Körpersprache und nonverbale Kommunikation

Hallo. Ein bekanntes Zitat des Kommunikationswissenschaftlers Paul Wazlawik sagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Und es stimmt. Ob er will oder nicht, jeder Mensch gibt ständig Information über seinen Körper weiter. Uns vertraute Tiere wie Hunde oder Katzen verstehen diese Zeichen besonders gut und merken zum Beispiel, wann wir traurig sind. In diesem Video geht es um die Geheimnisse der Körpersprache und nonverbalen Kommunikation. Du wirst lernen, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, welche Signale man unbewusst, teilbewusst und bewusst aussendet und welche Tipps es gibt, um zum Beispiel bei Vorträgen selbstbewusst rüberzukommen. Nonverbale Kommunikation fasst die gesamte nichtsprachliche Verständigung zusammen, also jede Form der Kommunikation, die nicht als gesprochene Sprache ausgedrückt wird. Gebärdensprache und Geschriebenes zählen nicht dazu, wohl aber das Sprechverhalten, die Tonlage und selbst die Handschrift. Die Körpersprache ist ein Teil dieses Themenfeldes, der nur Gestik und Mimik, Körperhaltung und Körperbewegung einschließt. Eine Regel besagt, dass Worte nur 7% einer Botschaft ausmachen. 38% werden über den Tonfall weitergegeben und ganze 55% durch die Körpersprache. Sagst du zu einem Freund: „Du siehst aber gut aus heute“, dann ist das ein Kompliment. Veränderst du den Ton und verziehst das Gesicht: „Du siehst aber gut aus heute“ - ist die Botschaft eine andere und wird eher als Beleidigung aufgefasst werden. Die Art, wie etwas gesagt wird, verändert also unseren Eindruck von der sprechenden Person. Zum Kommunizieren benutzen wir alle Sinne: wir sehen, riechen, hören und fühlen, was in dem Anderen vorgeht. Aber können diese Signale immer kontrolliert werden? Nein, sie werden unbewusst, teilbewusst oder bewusst vermittelt. Unbewusst kommunizieren wir über Mikrosignale, die nur mit technischen Hilfsmitteln, wie Zeitlupenaufnahmen, sichtbar gemacht werden können. Gefühle wie Angst, Trauer, Überraschung, Langweilige, Spannung, Freude und Selbstbewusstsein lassen sich nicht komplett verstecken. Zum Beispiel vergrößern sich unsere Pupillen, wenn wir uns wohlfühlen und wirken daher auf andere entspannter und sympathischer. Verengen sich die Pupillen, zeugt das von Angespanntheit. Als teilbewusst werden alle Formen der Kommunikation zusammengefasst, die wir zwar spüren, aber die kaum beeinflussen können, zum Beispiel, wenn wir erröten, schwitzen, sich unser Pulsschlag erhöht oder wir bestimmte Gerüche absondern. Körperreaktionen und teilweise auch Mimik sind also nicht steuerbar. Hinzu kommt alles, was uns langfristig im Leben beeinflusst. Muskelaufbau und Haltung, der Zustand von Haut und Haaren durch Ernährung und Lachfalten und Gesichtsausdruck bilden unseren emotionalen und körperlichen Zustand ab. Auch dieser erste Eindruck wird von anderen wahrgenommen. Schließlich setzten wir auch bewusste Signale, mit denen wir eine Gruppenzugehörigkeit, Status und Lebenseinstellung zum Ausdruck bringen. Über unsere äußere Erscheinung, Kleidung, Frisur, Parfum, Schminke, Tattoos, aber auch über die Zimmergestaltung, unser Fahrrad, Bücher und ähnliches, setzen wir bewusste Signale. Mimik und Gestik werden ebenfalls gesteuert und sind teilweise erlernt. Wie der feste Blickkontakt, Nicken und Kopfschütteln, eine aufrechte Haltung oder jemanden bei der Begrüßung anzulächeln. In verschiedenen Gesellschaften kann es unterschiedliche Codes geben, unterschiedliche Regeln des Verhaltens. Auch wie nah wir unserem Gegenüber kommen, welche Distanzzone wir also einhalten, ist gesellschafts-, status-, und geschlechterrollenabhängig. Formale Beziehungen sind außerdem von Erwartungen geprägt. Du wirst dich deinen Eltern gegenüber anders verhalten, als du mit einem Freund oder einer Freundin umgehst. Wenn du einen Vortrag hältst, kannst du unter Beachtung dieser einfachen Tipps beeinflussen, wie du von anderen wahrgenommen wirst. Eine gute Vorbereitung und das Üben, vor allem von Fachbegriffen, machen dich im Vorfeld selbstbewusster. Beim Vortrag selbst ist es gut, direkten Blickkontakt zu suchen. Geht das nicht, fixiert man am besten einen festen Punkt kurz über den Köpfen des Publikums, das wirkt ruhig. Die Körperhaltung sollte aufrecht und entspannt sein. Eine ausdrucksstarke Mimik und Hände, die das Gesagte untermalen, steigern die Aufmerksamkeit der Zuhörenden. Sprich alles laut und deutlich, aber nicht zu schnell aus. Atme ruhig und versteck dich nicht hinter deinen Stichpunkten. Je weniger du auf die Notizen guckt und je sichtbarer du Raum stehst, desto selbstbewusster nehmen dich die Leute war. Ein gutes Gespür dafür, wie man auf andere wirkt, bekommt man, wenn man sich selbst beim Vortrag filmt. Fassen wir noch einmal zusammen: Nonverbale Kommunikation fasst alle Formen nichtsprachlicher Verständigung zusammen. Körpersprache bezieht sich nur auf Körperhaltung und Körperbewegung, Mimik und Gestik. Alles beeinflusst stark, wie eine Botschaft verstanden wird. Signale werden unbewusst oder teilbewusst über Körperreaktion und Mikrosignale und unseren körperlichen Zustand weitergegeben. Erröten und die Vergrößerung der Pupillen sind Beispiele. Bewusst lassen sich Signale über erlernte Mimik und Gestik, äußere Erscheinung, Zimmergestaltung und ähnliches, steuern. In unterschiedlichen Gesellschaften gibt es verschiedene formale Beziehungen, Codes und Distanzzonen. Bei Vorträgen zum Beispiel lässt sich bewusst Selbstsicherheit kommunizieren, indem man laut und deutlich spricht, gestikuliert, Blickkontakt sucht und gut sichtbar und aufrecht im Raum steht. Vielleicht hilft dir das bei der nächsten Präsentation. Tschüss.