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Kooperation, Aggression und Mobbing 08:36 min

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Transkript Kooperation, Aggression und Mobbing

Hallo. Mein Ziel ist es heute, dich mit den Begriffen Kooperation, Aggression und Mobbing aus biologischer Sicht vertraut zu machen. Kooperation, das heißt: die Zusammenarbeit von Lebewesen, gibt es eigentlich seit dem Entstehen von Geschlechtern. Männchen und Weibchen wirken zusammen, um den Fortbestand der Art zu sichern. Seepferdchen-Weibchen übergeben ihre Eier an das Männchen, das diese in seinem Brutbeutel an der Bauchseite aufnimmt. Es befruchtet die Eier und nach etwa vier Wochen schlüpfen die jungen Seepferdchen. Orcas – es sind Raubwale – leben in festen Familienverbänden. Sie kreisen gemeinsam einen Heringsschwarm ein. Die unten schwimmenden Orcas stoßen Luftblasen aus. Die Heringe wagen sich nicht durch den Blasenvorhang und werden durch die weißen Bauchseiten der Wale abgeschreckt. Dann schlagen die Orcas mit den Fluken, so heißen die Schwanzflossen, auf den Schwarm ein. Die betäubten Heringe brauchen sie nur noch von der Wasseroberfläche einzusammeln. Links siehst du eine Familie der Inuit, rechts einen Jäger im Kajak. Einige gefangene Lachse genügten, um eine Familie zu ernähren. Im Winter, wenn alles zugefroren war, mussten sie auf Robbenfang gehen. Robben halten sich im Eis sechs bis acht Atemlöcher frei, die sie etwa jede viertel Stunde in unregelmäßiger Reihenfolge anschwimmen, um Luft zu holen. Nur gemeinsam führte die Jagd zum Erfolg. Die Männer mehrerer Familien schlossen sich zu einem Verband zusammen und bewachten alle Atemlöcher. Mit einer Harpune wurde die Robbe schnell und ohne große Schmerzen zur Strecke gebracht. Die Beute wurde für alle geteilt und alle überlebten durch diese Art der Kooperation. Kommen wir zum Teilthema Aggression: Solch ein Bild hast du bestimmt schon gesehen. Hirsche, die um eine Herde von Weibchen kämpfen. Die Hirschkühe betreiben die Auswahl des Fortpflanzungspartners. Nur der Sieger darf sich mit ihnen paaren. Erstaunlicherweise verläuft der Kampf mit den Geweihen ab, ohne den anderen zu verletzen. Er erfolgt nämlich nach Regeln. Wir sprechen dann von Komment- Kämpfen. Sie haben kein aggressives Ziel. Es geht nicht darum, den Rivalen zu vernichten. Ähnliche Rivalitäten fanden und finden wir beim Menschen, nur in anderen Formen. Kämpferische Auseinandersetzungen können sehr schlimm, im Affekt sogar tödlich verlaufen, sofern Regeln ungewollt oder willens außer Kraft gesetzt werden. Ihr merkt es schon: Aggressives Verhalten ist offensichtlich vielfältigen Ursprungs und mit vielen Verhaltensweisen, die zum Leben gehören, verbunden. Dieser Hund hat noch die Ohren angelegt. Das heißt, er droht und er geht noch nicht zum Angriff über. Hingegen können wir aus der Mimik des Menschen nicht genau ablesen, was sich als nächstes ereignen wird und worauf sein Verhalten abzielt. Auf jeden Fall ist das sehr aggressive Verhalten das Verletzen oder Beschädigungen von Personen oder Objekten. Körperliche und materielle Schäden sollen ein Denkzettel, eine Vergeltung für die herbeigeführte Störung sein. Sogar Fans verschiedener Fußballvereine können Menschlichkeit und Fairness vergessen, wenn der erwünschte Sieg nicht eintrifft, egal ob sie im Inland oder Ausland sind. Es gibt aber auch Gruppen, die von Natur aus aggressiv sind und sich unter die echten Fans mischen und nur an Ereignissen teilnehmen, um ihren Aggressionen, die andersartig sind, freien Lauf zu lassen. Ist der Mensch nun von Natur aus böse? Es gibt dazu drei Theorien: Nach der ältesten Theorie “der Triebtheorie” besitzt der Mensch einen Aggressionstrieb. Bei Tieren konnte er nicht nachgewiesen werden. Die “Lerntheorie” besagt, dass aggressives Verhalten ausschließlich erlernt wird. Es wird nachgeahmt und wiederholt, wenn es ein Bedürfnis erfüllt. Und 3.: Die “Frustrations- Aggressionstheorie”, die davon ausgeht, dass nicht erreichte Ziele oder Störungen auf dem Weg zu einem Ziel derartige Unzufriedenheit und Wut auslösen, dass sich Aggressionen aufbauen. Menschen reagieren aber unterschiedlich, so dass alle Theorien nur teilweise zutreffen. Menschen können mit Hilfe ihres Geistes Aggression kontrollieren. Der Mensch ist nicht von Natur aus böse. Allerdings kann man eine ererbte Komponente aggressiven Verhaltens nicht leugnen. In vielen Klassen bemerken wir an der Schule das Mobbing. Es ist eine Form aggressiven Verhaltens, das dauernd Feindseligkeiten gegenüber einer Mitschülerin oder einem Mitschüler zum Ausdruck bringt. Das Foto zeigt es: hier wird gemobbt. Unter den Schülern gibt es einen Konflikt, den sie mit ihrem Verstand nicht vernünftig lösen können. Sie tuscheln und erfreuen sich daran, das andersartige Mädchen zu kränken und es aus der Gruppe auszustoßen. Beschimpfungen, Beleidigungen, Schikanen, Erpressungen und körperliche Übergriffe oder zum Beispiel das Handymobbing können die gemobbten Personen als Opfer auf Dauer nicht ertragen. Hier muss man sich Hilfe von außen holen. Die Täter wissen oft nicht genau, warum sie jemanden zunächst seelisch so misshandeln. Ursachen sind häufig das Streben nach Anerkennung, das Niederhalten von Minderwertigkeitskomplexen, fehlendes Verantwortungsbewusstsein und Unverständnis im Elternhaus. Alle diese Dinge lassen unter anderem die Täter aggressiv werden. Diejenigen, die aus Angst mit mobben oder es dulden, sind nicht nur Mitläufer, sie sind Mittäterinnen und Mittäter. Sie fürchten sich davor, selbst Opfer zu werden, selbst gemobbt zu werden, weil die Ausübenden auch vor körperlicher Gewalt nicht zurückschrecken. Mittäter sind schwache, charakterlich noch ungefestigte Personen, die sich vor den scheinbar coolen, starken, mächtigen, ausübenden Mobbern abducken und jenen unkritisch folgen oder einfach nur zuschauen. Heutzutage werden Konfliktschulungen in Einrichtungen erfolgreich praktiziert. Die Methode, nach der man vorgeht, nennt man Täter-Opfer-Ausgleich. Es wirken daran verantwortungsvolle Personen mit. Zum Beispiel die Vertrauenslehrinnen und -lehrer, Psychologen und Pädagogen, Eltern und Schülerinnen und Schüler als Konfliktlotsen. Natürlich müssen Täter und Opfer die Grundsätze der Konfliktschlichtung auf Dauer einhalten. Doch das sollte ein anderes Thema sein. Für heute will ich enden. Tschüs, bis zum nächsten Mal.

1 Kommentar
  1. find ich gut

    Von amy a., vor fast 2 Jahren