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Süßwasserpolyp – Bau und Lebensweise 05:10 min

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Transkript Süßwasserpolyp – Bau und Lebensweise

Hallo. In unseren Gewässern gibt es ein sehr ungewöhnliches Tier. Für das ungeübte Auge sieht es aus wie eine harmlose Wasserpflanze. Bei Gefahr kann es aber kleine giftgefüllte Harpunen ausschleudern und seine Beutetiere lähmen, innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Die Rede ist vom Süßwasserpolypen. Was das für Tiere sind, wie sie sich ernähren, fortpflanzen und fortbewegen, das alles erfährst du in diesem Video. Süßwasserpolypen sind Hohltiere. Das heißt, sie sind sackförmige Schläuche mit Magenhöhle, Mundöffnung und Fußscheibe. Ihre Körper umschließen Hohlräume mit Magenfunktion. Eine Wirbelsäule haben sie nicht. Den Mund umgeben Fangarme oder Tentakel. Der nur ein Zentimeter lange Körper ist aus drei Schichten aufgebaut. Die Innenschicht besteht aus Drüsen und Verdauungszellen. Die gallertartige Stützschicht beinhaltet die Nervenzellen, also das netzförmige Nervensystem. Außen bilden Hautmuskel und einfache Sinneszellen die Außenschicht. Hier liegen auch die Nesselzellen. Diese Nesselzellen spielen eine Schlüsselrolle bei der Ernährung. Beutetiere werden mit den Fangarmen umfasst und mit vielen kleinen Giftharpunen gelähmt. Aber wie funktioniert das? Berührt ein kleines Wassertier, ein Wasserfloh oder Hüpferling zum Beispiel, die Fangarme, explodieren viele dieser Nesselzellen. Ein Schlauch wird aus jeder Kapsel herausgeschleudert und das Gift aus den Poren in das Opfer gespritzt. Die gelähmte Beute kann nun problemlos in die Mundhöhle gestopft werden. Nahrungsreste verlassen durch dieselbe Öffnung den Magen-Darm-Trakt. Mit Hilfe dieser Nesselkapseln verteidigen sich Süßwasserpolypen. Bei Berührung zieht sich der kleine Körper außerdem zusammen. Der Reiz wird mit den einfachen Sinneszellen aufgenommen und über die Nervenzellen weitergeleitet. Wird der Polyp verletzt oder ein Körperteil abgetrennt, wächst dieses einfach nach. Auch aus dem kleinsten Stück des Süßwasserpolypen kann ein vollständiges Tier heranwachsen. Das nennt man Regeneration. Die Fortpflanzung funktioniert ebenfalls auf ganz besondere Weise. Je nachdem ob der Polyp gut versorgt ist, pflanzt er sich geschlechtlich oder ungeschlechtlich fort. Bei guten Nahrungsbedingungen erfolgt die seitliche Knospung. Ungeschlechtlich wachsen kleine Tochterpolypen am Mutterpolypen. Sind diese groß genug, trennen sie sich ab. Bei schlechten Bedingungen erfolgt die geschlechtliche Fortpflanzung. Unter den Tentakeln bilden sich männliche Geschlechtszellen in einem Samenbehälter. Weiter unten reift die Eizelle in einem anderen Behälter. Nach der Befruchtung hält die Eizelle Trockenheit und Kälte aus. Sie ist sehr widerstandsfähig und kann die schlechten Bedingungen überdauern, bis schließlich ein neuer Süßwasserpolyp heranwächst. Die Tiere bewegen sich oft mit der Wasserströmung fort. Dazu trennt sich die Fußscheibe einfach von dem Stein oder der Wasserpflanze, an der sie befestigt war. Eine gezielte Fortbewegung erfolgt über eine Drehung, bei der der Polyp abwechselnd mit den Tentakeln und wieder mit der Fußscheibe am Untergrund haftet. Fassen wir noch einmal zusammen: Süßwasserpolypen sind Hohltiere. Ihre Körper umschließen einen Hohlraum mit Magenfunktion. Es gibt Außen-, Stütz-, und Innenschicht mit Haut und einfachen Sinneszellen, Nervenzellen sowie Verdauungs- und Drüsenzellen. Um sich zu ernähren, halten die Polypen ihre Beute mit Fangarmen fest und lähmen sie mit Gift aus den Nesselkapseln. Werden sie verletzt, können alle Körperteile durch Regeneration nachgebildet werden. Die Fortpflanzung funktioniert ungeschlechtlich durch Knospung oder bei schlechten Lebensbedingungen durch geschlechtliche Fortpflanzung. Um sich fortzubewegen, nutzen Süßwasserpolypen die Wasserströmung oder ihre Fußscheibe und die Tentakel. Ich hoffe, du hast viel gelernt. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

9 Kommentare
  1. Serpil

    Hallo Romy,
    Süßwasserpolypen kommen im Gegensatz zu anderen Nesseltieren nur in Form von Polypen vor. Die geschlechtliche Generation (Meduse) fehlt also bei den Süßwasserpolypen. Bei anderen Nesseltieren ist es so, wie du es bereits angedeutet hast. Sie treten in zwei Formen auf - Polyp und Meduse. Dann liegt ein Generationswechsel vor. Ich hoffe, das hilft dir weiter!
    LG

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 3 Jahren
  2. Default

    hi dieses video ist sehr gut gemacht und erklärt aber eines verstehe ich nicht: sind Polypen nicht eine spezielle quallengeneration? kann mir das bitte jemand beantworten?

    Von Romy Saks, vor mehr als 3 Jahren
  3. Default

    Danke ; )

    Von Ulrike Grotjohann, vor fast 4 Jahren
  4. Marcel

    Hallo :)

    Süßwasserpolypen besitzen Drüsenzellen mit deren Hilfe sie ein Verdauungssekret (unter anderem Enzyme) produziert. In der Magenhöhle wird die Beute damit überzogen und verdaut.

    Von Marcel Schenke, vor fast 4 Jahren
  5. Default

    Und wie verdaut der das?

    Von Ulrike Grotjohann, vor etwa 4 Jahren
  1. Foto am 01.01.16 um 17.05

    Bis bald

    Von Idaluzies, vor mehr als 4 Jahren
  2. Foto am 01.01.16 um 17.05

    In diesem Video ist nicht erklärt ob der Süßwasserpolyp auch Menschen lähmen kann ich glaube nicht

    Von Idaluzies, vor mehr als 4 Jahren
  3. Jan

    Hallo Kevin,
    in der Literatur findet sich kein Hinweis darauf, dass der Süßwasserpolyp auch Aas frisst.

    Von Jan Ruppe, vor etwa 5 Jahren
  4. Default

    Sind sie auch aasfresser?

    Von Kevin Pro, vor etwa 5 Jahren
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