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Evolution von Mensch und Schimpanse – der Mensch stammt nicht vom Schimpansen ab 06:14 min

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Transkript Evolution von Mensch und Schimpanse – der Mensch stammt nicht vom Schimpansen ab

Die Aussage: "Der Mensch stammt vom Affen ab!" hört man immer wieder. Damit sind meist die heute lebenden Affen wie z.B. der Schimpanse gemeint. Das stimmt aber nicht. Der Mensch und die heute lebenden Affe haben nur gemeinsame Vorfahren. Sie sind also eng verwandt und ähneln sich in bestimmten Dingen sehr. In vielen Dingen unterscheiden sie sich aber auch.

In diesem Video möchte ich dir einen Vergleich von Mensch und Schimpanse präsentieren. Außerdem werde ich kurz auf den gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse eingehen.

Die DNA von Mensch und Schimpanse stimmt zu 98,6 % überein. Das ist sehr viel und es belegt, dass der Schimpanse der nächste Verwandte des Menschen ist. Die DNA von anderen Affen weist nämlich nicht so eine hohe Ähnlichkeit zur menschlichen DNA auf.Sie ähneln sich in vielen Dingen, unterscheiden sich aber auch in vielen Merkmalen. Wir beginnen mit der Fortbewegung von Schimpanse und Mensch.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse ist der aufrechte Gang. Der Mensch geht fast immer aufrecht, der Schimpanse tut das nicht.Das spiegelt sich auch im Körperbau von Mensch und Schimpanse wieder. Der Mensch hat ein Fußgewölbe und eine Wirbelsäule mit doppelter S-Form. Beides ermöglicht eine gute Abfederung vom Boden beim Gehen.

Seine Füße nutzt der Mensch nicht zum Greifen, sondern nur zum Stehen und seine Kniegelenke sind so gebaut, dass sie für den aufrechten Gang durchgedrückt werden können. Das Becken des Menschen ist schalenförmig und kann so die inneren Organe beim aufrechten Gehen tragen.

Zwar kann der Mensch mit seinen Füßen nicht greifen, dafür aber mit den Händen einen sehr genauen Präzisionsgriff ausführen. Das bedeutet, dass er den Daumen jedem anderen Finger gegenüber stellen kann. Die Hand des Menschen ist dadurch sehr vielseitig. Seine Beine sind deutlich länger als seine Arme.

Schimpansen können ihre Arme in alle Richtungen bewegen und ihre Arme sind, anders als beim Menschen, länger als ihre Beine. Sie können sowohl mit den Händen als auch mit den Füßen einen Präzisionsgriff ausführen. Sie haben eine Greifhand bzw. einen Greiffuß. Ihr Griff ist jedoch nicht so präzise wie der Handgriff des Menschen.

Greifhand und Greiffuß stellen vor allem eine Anpassung an die Fortbewegung in den Bäumen dar. Am Boden bewegen sich Schimpansen mit allen 4 Gliedmaßen fort und stützen sich mit den Fingerknöcheln. Das nennt man Knöchelgang. Sie gehen nur selten aufrecht und gehen dann gebeugt. Damit ist auch die Wirbelsäule in ihrer Krümmung anders als beim Menschen geformt.

In der Fortbewegung und dem Körperbau gibt es also schon einmal ziemlich viele Unterschiede.

Ein Vergleich der Gebisse zeigt aber, dass Mensch und Schimpanse eng verwandt sind. Das Muster der Kauflächen der Backenzähne, also die Höcker und Furchen, ähneln sich sehr.

Bedeutende Unterschiede findet man aber, wenn man das Gehirnvolumen von Mensch und Schimpanse vergleicht. Beim Menschen macht das Gehirn etwa 2% seines Körpergewichts aus. Beim Schimpansen sind es etwa 0,9%. Durch sein Gehirn ist der Mensch also in der Lage einen sehr genauen Präzisionsgriff auszuführen. Er kann komplexe Hilfsmittel, wie z.B. Werkzeuge, Waffen, Autos, Computer und Telefone, benutzen und in vielen Situationen flexibel reagieren.

Aber auch Schimpansen sind auch in der Lage Werkzeuge zu benutzen. So benutzen sie z.B. spontan einen Hocker, um eine Banane von der Käfigdecke zu holen. Sie benutzen auch Gegenstände, um sich gegen Feinde zu wehren. Der Gebrauch von Werkzeugen und Waffen bleibt jedoch einfach. Ebenso verhält es sich mit der Sprache.

Du weißt ja, dass ich Menschen durch Wortsprache verständigen. Schimpansen geben auch Laute der Verständigung von sich und nutzen Gebärden, um sich zu verständigen. Der Mensch weist ein sehr komplexes Sozialverhalten auf. Er kommuniziert ständig mit anderen Menschen, kümmert sich um andere Menschen und lebt nur selten allein.

Auch Schimpansen zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie leben in großen Gruppen mit einer Rangordnung. Du hast sie im Zoo bestimmt schon einmal dabei beobachtet, wie sich gegenseitig lausen, oder? Das gehört auch zu ihrem Sozialverhalten.

Sozialverhalten ist erlernt. Das Sozialverhalten der Schimpansen zeigt, dass sich ihr Verhalten, genau wie beim Menschen, aus angeborenen und erlernten Verhaltensweisen zusammensetzt. Das Gehirn des Menschen macht aber ein komplexeres Sozialverhalten möglich.

Du hast nun gelernt, dass der Mensch nicht von den heutigen Affen, wie den Chimpansen abstammt, sondern Mensch und Affe von einem gemeinsamen Vorfahr, einem Uraffen, abstammen. Dennoch ist der Schimpanse der nächste Verwandte des Menschen. Deshalb ähneln sie sich auch in vielerlei Hinsicht: Sozialverhalten, Werkzeuggebrauch, Gebiss, Präzisionsgriff und Kommunikation.

Mensch und Schimpanse unterscheiden sich aber auch in vielen Merkmalen: Die Gangart, der Bau des Skeletts und im Gehirnvolumen. Außerdem ist das Sozialverhalten und der Werkzeuggebrauch der Schimpansen deutlich weniger komplex als beim Menschen. Tschüss

1 Kommentar
  1. gut

    Von Abboodasj, vor 28 Tagen

Evolution von Mensch und Schimpanse – der Mensch stammt nicht vom Schimpansen ab Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Evolution von Mensch und Schimpanse – der Mensch stammt nicht vom Schimpansen ab kannst du es wiederholen und üben.

  • Entscheide, welche Charakteristika dem Schimpansen zuzuordnen sind.

    Tipps

    Welche Körpermerkmale müssen erfüllt sein, damit ein aufrechten Gang möglich ist?

    Welche Funktionen können Greiffüße erfüllen?

    Lösung

    Der Schimpanse ist der nächste Verwandte des Menschen. Es lassen sich jedoch einige Unterschiede zwischen Mensch und Schimpanse finden. Diese Aufgabe beschäftigt sich mit den Unterschieden im Körperbau.

    • Der Mensch besitzt eine Wirbelsäule in doppelter S-Form, der Schimpanse eine Wirbelsäule in einfacher S-Form. So kann der Mensch im aufrechten Gang sein Körpergewicht gut abfedern.
    • Der Mensch hat zudem ein schalenförmiges Becken. Dieses hilft ihm, im aufrechten Gang die inneren Organe tragen zu können. Für den Schimpanse ist eine solche Formung des Beckens nicht wichtig, denn er geht meist nicht aufrecht, sondern im Knöchelgang. Dabei stützt er sich, während er sich fortbewegt, auf seinen Handknöcheln ab.
    • Die Arme des Schimpansen sind länger als seine Beine. Beim Mensch ist dies umgekehrt: Er hat längere Beine als Arme.
    • Der Schimpanse hat außerdem einen Greiffuß.
    • Auch bezüglich des Gehirnvolumens unterscheiden sich Schimpanse und Mensch. Das Hirnvolumen des Menschen macht 2% seines Körpergewichtes aus, beim Schimpansen nur 0,9% des Körpergewichts.

  • Beschreibe typische Verhaltensweisen des Schimpansen.

    Tipps

    Worin sind sich Mensch und Affe sehr ähnlich und was unterscheidet sie?

    Schimpansen benutzen Gebärden und Lautsprache, um sich zu verständigen.

    Ist der Schimpanse ein Vorfahre oder ein Verwandter des Menschen?

    Lösung

    Der Schimpanse ist der nächste Verwandte des Menschen. Seine DNA stimmt zu 98,6% mit der des Menschen überein. Es lassen sich viele Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Schimpanse finden. So nutzt der Schimpanse, ebenso wie der Mensch, Werkzeug und es finden sich bei ihnen dem Menschen ähnliche Sozialstrukturen. Das Sozialverhalten der Affen zeigt sich zum Beispiel bei der gegenseitigen Fellpflege. Es gibt jedoch auch einige wichtige Unterschiede in den Verhaltensweisen von Mensch und Schimpanse. So verständigt sich der Mensch zum Beispiel über Wortsprache, dem Schimpansen ist dies aufgrund des Bauplans seines Kehlkopfes nicht möglich. Er verständigt sich durch Lautsprache und mithilfe von Gebärden.

  • Erkläre die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Mensch und Affe.

    Tipps

    Ist die Aussage „Der Mensch stammt vom Affen ab.“ richtig?

    Lösung

    Die Aussage „Der Mensch stammt vom Affen ab.“ wird umgangssprachlich oft verwendet. Sie ist aber falsch. Mensch und Schimpanse haben lediglich einen gemeinsamen Vorfahren, eine Art Uraffe. Dennoch sind sich Mensch und Schimpanse sehr ähnlich, der Schimpanse ist der nächste Verwandte des Menschen. Sie unterscheiden sich in einigen Dingen, zum Beispiel in der Größe ihres Hirnvolumens. Bei Mensch und Schimpanse finden sich aber auch viele Gemeinsamkeiten. Die ersten Menschen lebten nach heutigem Forschungsstand vor 5 bis 7 Millionen Jahren.

  • Entscheide, welche Reihenfolge die verwandtschaftliche Beziehung von Mensch und Affe richtig widerspiegelt.

    Tipps

    Überlege dir, welche gemeinsamen Merkmale die dargestellten Affen mit uns Menschen aufweisen. Je näher zwei Arten miteinander verwandt sind, desto mehr gemeinsame Merkmale weisen sie auf.

    Denke beispielsweise an die Art der Fortbewegung.

    Lösung

    Du weißt bereits, dass der Schimpanse der nächste Verwandte des Menschen ist. Die DNA von Mensch und Schimpanse stimmen zu 98,6% überein. Nach dem Schimpansen folgt der Gorilla und dann der Orang-Utan. Am unähnlichsten ist dem Menschen der Gibbon. Die Gibbons gehören nicht zur Familie der Hominidae (=Menschenaffen), sondern bilden eine eigene Familie.

  • Bestimme, der menschlichen Evolution entsprechend, die richtige Reihenfolge der Schädel.

    Tipps

    Überlege, welche Neuerungen der Schädelform sich im Laufe der Evolution ergeben haben.

    Betrachte die Anteile des Gesichtsschädels und des Hirnschädels. Je fortgeschrittener die Entwicklung des Menschen ist, desto mehr nimmt der Anteil des Gesichtsschädels ab und der Anteil des Hirnschädels zu.

    Das Schädeldach wurde im Laufe der Evolution flacher.

    Lösung

    Betrachtet man den Schädel der Australopithecinen, so fällt auf, dass die Kieferpartie noch stark ausgeprägt ist und der Gesichtsschädel im Vergleich zum Hirnschädel sehr groß ist. Die Australopithecinen lebten vor ca. 3 Millionen Jahren in Afrika.

    Der Schädel des Homo erectus weist schon ein deutlich flacheres Schädeldach und eine weniger stark ausgeprägte Kinnpartie auf. Der Homo erectus lebte vor etwas 1,5 Millionen Jahren.

    Betrachtet man vergleichend den Schädel des Homo neanderthalensis, so fällt auf, dass der Schädel nochmals flacher wird und die Überaugenwülste abnehmen. Dieser Schädel ähnelt dem Schädel des Homo sapiens schon sehr. Der Neanderthaler entwickelte sich parallel zum Homo sapiens, starb allerdings vor 30.000 Jahren aus.

    Der Schädel des Homo sapiens sapiens ist der Schädel des heute lebenden Menschen. Insbesondere der Hirnschädel, also der Bereich, in dem sich das Gehirn befindet, hat sich im Laufe der Evolution vergrößert. Dies hängt damit zusammen, dass das Hirnvolumen im Laufe der Evolution immer mehr zugenommen hat.

  • Beschreibe, warum die genannten Faktoren im Laufe der Evolution zum Selektionsvorteil werden konnten.

    Tipps

    Die Merkmale des heutigen Menschen haben sich im Laufe der Evolution durchgesetzt. Wodurch kann ein Selektionsvorteil entstanden sein?

    Werden die Hände nicht mehr zur Fortbewegung genutzt, können sie für einen neuen Aufgabenbereich genutzt und spezialisiert werden.

    Lösung

    Vergleicht man die Entwicklung des Menschen mit anderen evolutionären Prozessen, so fällt auf, dass die menschliche Entwicklung sehr schnell stattgefunden hat. Evolutionsforscher beschäftigen sich diesbezüglich mit der Frage, welche Eigenschaften und evolutionären Neuerungen zu einem Selektionsvorteil des Menschen geführt haben können.

    • So hatte der Mensch durch die Entwicklung des aufrechten Ganges die Möglichkeit, seine Hände effizienter zu nutzen.
    • Dies förderte wiederum eine Weiterentwicklung des Werkzeuggebrauches.
    • Durch ein sich vergrößerndes Hirnvolumen wurde ein komplexeres Sozialverhalten befördert.
    • Durch dieses komplexe Sozialverhalten wurde Arbeitsteilung innerhalb von Gruppen möglich, das Zusammenleben konnte effektiviert werden.
    • Diese evolutionären Vorteile bedingen sich zudem wechselseitig. So wird der Gebrauch von komplexem Werkzeug auch dazu geführt haben, dass das Hirnvolumen sich vergrößerte, da komplexes Werkzeug eine höhere intellektuelle Anforderung darstellte.