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Affen – nahe Verwandte des Menschen 08:35 min

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Transkript Affen – nahe Verwandte des Menschen

Diese Hand eines Affen hat wie unsere Hand 5 Finger. An den Fingern erkennen wir die Nägel, die Fingerkuppen sind deutlich verbreitert. Der erste Fingerstrahl, der Daumen, steht in einem anderen Winkel als die übrigen 4 Finger. Wie der Daumen der Hand von den anderen Fingern ist auch die Großzehe unabhängig von den Zehen abspreizbar. Arme und Beine sind frei beweglich und dienen zum Greifen und Klettern. Die Augen der Primaten sind nach vorne gerichtet und ihr Gesicht ist fellfrei. Das Gebiss besteht aus 4 Zahntypen, Schneidezähne, Eckzähne, Vorbackenzähne und Backenzähne. Alle Primaten haben einen einmaligen Zahnwechsel. Meist besitzen die Primaten ein Paar Zitzen an der Brust. Trotz der gemeinsamen ähnlichen Merkmale, die wir bereits gesehen haben, sind die Unterschiede in der Ordnung der Primaten groß. Einige Merkmale weichen auch deutlich von den genannten Gemeinsamkeiten ab und sind als Anpassungen an spezielle Lebensgewohnheiten zu deuten. Wie wir auf der Darstellung zum Stammbaum der Primaten sehen, unterscheidet man zwei Unterordnungen, die Halbaffen und die Affen. In dieser Reihenfolge hat auch die Entwicklung der Primaten stattgefunden, von der man annimmt, dass sie vor etwa einhundert Millionen Jahren begann und sich im Tertiär in zahlreiche Entwicklungszweige aufspaltete. Die heute noch lebenden Primaten blicken also auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurück. Es ist erstaunlich, dass die ursprünglichsten unter ihnen, die sogenannten Halbaffen, sich bis zur Gegenwart erhalten haben und nicht völlig ausgestorben sind. Vor zirka 65 Millionen Jahren endete das Zeitalter der Dinosaurier, die fast 200 Millionen Jahre die Erde beherrscht haben. Die Kreidezeit wird vom Tertiär abgelöst und unsere Erde ist gewaltigen Veränderungen unterworfen. Die Lage der Kontinente beginnt sich zu verändern, Nordamerika trennt sich von Eurasien und driftet nach Westen. Australien wandert nach der Trennung von der Arktis nach Norden und Indien kollidiert mit Asien. In Europa beginnen sich die Alpen aus dem großen Tethysmeer zu erheben und es bildet sich das kleine Mittelmeer. Seit hunderten von Millionen Jahren erfährt die Erde einschneidende Klimaveränderungen. Das letzte Eiszeitalter begann vor etwa 2,6 Millionen Jahren. Sehr kalte Phasen mit weltweiter Gletscherbildung werden unterbrochen von Warmzeiten, in denen das Klima ungefähr dem heutigen entsprach. Der tropische Regenwald wurde verdrängt, Grasländer und Steppen bildeten sich. In diesem Zeitraum gelang es den zu Lebzeiten der Saurier noch wenigen Säugetieren sich zu entfalten. Sie nutzen die freigewordenen ökologischen Nischen. Und so bildeten sich auch verschiedene Säugetiere, wie zum Beispiel Riesengleiter, auch Pelzflatterer genannt, Spitzhörnchen und die Primaten. Die Unterordnung der Affen, heute auch die eigentlichen Affen oder Trockennasenaffen genannt, unterscheidet, wie wir wissen, die Teilordnungen der Neuweltaffen und der Altweltaffen. Neuweltaffen sind in Süd- und Mittelamerika beheimatet und werden aufgrund des Baus ihrer Nase auch als Breitnasenaffen bezeichnet. Eine breite Nasenscheidewand trennt die beiden nach vorne oder zur Seite geöffneten Nasenlöcher. Der bei den Halbaffen erkennbare Trend zu frontal stehenden Augen ist bei den Affen bereits erfüllt. Sie haben ein den Menschen ähnliches, fellfreies Gesicht mit zwei nach vorne gerichteten Augen. Betrachten wir den Schädel, so bestätigt dieser die frontal stehenden Augenöffnungen. Im Gegensatz zum Halbaffen befinden sich die Augen nun geschützt in einer geschlossenen Augenhöhle. Dazu hat sich Knochenmaterial von denen das Auge umschließenden Knochen zum Gehirnschädel gebildet. Der für die Halbaffen typische, vor dem Gesichtsschädel stehende Schnauzenschädel, ist in der Evolution unter die Augenpartie gewandert. Dies geht mit einem Verlust beim Nasenraum einher. Aus dem Nasentierhalbaffen hat sich ein Augentieraffe entwickelt. Der eingeschränkte Geruchssinn wird durch eine neue evolutionäre Errungenschaft kompensiert, dem Farbensehen. Die Entwicklung der Augenstellung von der Seite in die Frontalstellung vollzieht sich auch in der frühen Embryonalentwicklung des Menschen. Dies ist ein gutes Beispiel für Haeckels biogenetische Grundregel, die besagt, dass die Entwicklung eines Einzelwesens die Wiederholung der Stammesentwicklung sei. Vergleichen wir Anteile von Schnauzen-, Gesichts- und Gehirnschädel, so fällt die deutliche Zunahme des Gehirns auf. Im Vergleich zum Körpergewicht hat ein Totenkopfäffchen ein dreimal so großes Gehirn wie der Mensch, was natürlich nichts über die Intelligenz aussagt. Im Gegensatz zu den bei den Halbaffen noch vorkommenden Krallen haben Affen Nägel. Ausnahmen machen ein paar Arten der südamerikanischen Affen. Südamerikanische Affen, also die Neuweltaffen, haben nach der Abtrennung des afrikanischen Kontinents seit über 70 Millionen Jahren eine Evolution in Insellage erfahren. Bei diesem Affen handelt es sich um einen Vertreter aus der Gattung der Meerkatzen. Sie leben in den Wäldern und Savannen Afrikas südlich der Sahara und gehören daher zu den Altweltaffen. Diese zeichnen sich durch eine große Artenvielfalt aus. Wollen wir die in Asien und Afrika lebenden Altweltaffen von den südamerikanischen Neuweltaffen unterscheiden, müssen wir etwas genauer hinschauen. Dass es sich um einen Affe handelt, erkennen wir an den uns bereits vom Totenkopfäffchen bekannten Merkmalen. Wir sehen die frontal stehenden Augen, muschel-förmigen Ohren und ein Gesicht ohne vorstehende Schnauze. Die Nase jedoch lässt uns eine nur schmale Nasenscheidewand und sich mehr oder weniger nach vorne oder unten gerichtete Nasenlöcher erkennen. Wie wir bereits gelernt haben, nennt man die afrikanischen und asiatischen Affen Schmalnasenaffen. Über den Sitzbeinhöckern vieler Altweltaffen bilden sich oft lebhaft gefärbte Hornhautstellen, die man als Gesäßschwielen bezeichnet. Ein Blick auf das Gebiss und Zahnschema verrät uns, dass sie, wie wir Menschen, 32 Zähne besitzen, nämlich je Kieferhälfte zwei Schneidezähne, einen Eckzahn, zwei Vorbackenzähne und drei Backenzähne. Finger- und Fußnägel sind bei allen Altweltaffen obligatorisch geworden, sie haben sich gegenüber den Krallen im Laufe der Entwicklung durchgesetzt. Vergleichen wir die Länge der Arme und Beine dieses Affen, so können wir feststellen, dass sich die Stellung der Wirbelsäule verändert hat. Die Arme sind länger als bei den bisher betrachteten Primaten. Dies ist ein Pavian, er lebt im Dschungel Afrikas, ist also auch ein Altweltaffe. Wenn wir den Verlauf der Wirbelsäule dieses Pavians betrachten, so sehen wir, dass sein Schultergürtel sogar ein ganz klein wenig über dem Beckengürtel liegt. Es wird eine Tendenz zur Aufrichtung der Wirbelsäule erkennbar. Auch eine deutliche Verkürzung des Schwanzes ist bei Altweltaffen zu sehen. Das könnte damit zusammenhängen, dass sie sehr häufig ihr Futter auf dem Boden und nicht auf den Bäumen suchen, obwohl sie sich, wie wir sehen, auch auf den Bäumen perfekt aufhalten können. Auffallend ist beim Pavian der für einen Affen untypisch lange Schnauzenschädel. Er befindet sich deutlich vor dem Gesichtsschädel und nicht, wie wir erwarten würden, darunter.

1 Kommentar
  1. Ich finde es ok aber der Ton ist nicht so gut aber lehrhaft 😂

    Von Paivi R., vor mehr als 2 Jahren