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Die Bauchspeicheldrüse 09:48 min

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Transkript Die Bauchspeicheldrüse

Hallo! Heute will ich euch die Bauchspeicheldrüse vorstellen. Ihr solltet allgemeines Vorwissen aus der 5. und 6. Klasse zum Verdauungssystem haben, die Nahrungszusammensetzung solltet ihr kennen und Ihr solltet allgemein schon etwas über Verdauung wissen. Mein Ziel ist es heute, euch die Lage der Bauchspeicheldrüse im Körper, ihren Bau und Funktion sowie Bedeutung zu erklären. Ich werde auch auf Erkrankungen und damit verbundene Probleme der Drüse eingehen. Beginnen wir mit einer Übersicht, die uns näherungsweise die Lage der Drüse – sie heißt wissenschaftlich Pankreas – quer im oberen Bauch zeigt. Die Drüse ist im Vergleich zu ihren Aufgaben recht unscheinbar. Sie wiegt nur sechzig bis einhundert Gramm. Sie ist 15 bis 20 Zentimeter lang, ein bis zwei Zentimeter dick und nur drei bis vier Zentimeter breit. Ergänzen wir noch die Gallenblase. Sie ist das Sammelorgan für die Gallenflüssigkeit. Wir vergrößern jetzt die inneren Organe. Der Pankreaskopf grenzt an den Zwölffingerdarm und er liegt etwa vor dem zweiten, dritten Lendenwirbel. Der Pankreaskörper ist hinter dem Magen zu finden und der Pankreasschwanz endet an der Milz. Der angelhakenförmige Magen verdeckt nahezu die Bauchspeicheldrüse. Nun füge ich noch die Leber dazu, die davor und darüber sitzt. Sie erzeugt den grünen Gallensaft und sondert ihn nach außen zur Gallenblase ab. Daher ist die Leber eine exokrine Drüse. Der Gallenblasengang vereint sich mit einem Ausführgang der Bauchspeicheldrüse. Er mündet in den Zwölffingerdarm. Der zweite Ausführgang für den Bauchspeichel – hier wird er als gelber Punkt dargestellt – mündet ebenfalls in den Zwölffingerdarm. Das Pankreas ist in viele, etwa drei Millimeter große Läppchen, gegliedert. In diesen befinden sich die Langerhans-Inseln, die nach ihrem Entdecker, dem Mediziner Langerhans, benannt wurden. Um die Inseln herum liegen die exokrinen Drüsenzellen, die den Bauchspeichel erzeugen. Und man kann sehen, dass ihr Sekret in Ausführkanälchen, die in Gängen münden, abgegeben wird. Die endokrinen Drüsen der Bauchspeicheldrüse weisen drei verschiedene Zelltypen auf. Ich zeige sie euch vergrößert anhand einer Zeichnung. Es sind die A-, B- und D-Zellen. Sie gehören zum Hormonsystem des Menschen. Diese Zellen geben Hormone direkt in das Blut ab. A-Zellen erzeugen Glukagon, B-Zellen das Insulin und die D-Zellen das Somatostatin. Alle drei Hormone sind an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt, wobei das Somatostatin in der Schule nicht erwähnt wird. Und nun zu den Aufgaben der Drüse. Zum Ersten stellt sie mittels der Sekret produzierenden Zellen der Läppchen täglich ein bis zwei Liter Bauchspeichel her, der zirka 30 Verdauungsenzyme bereithält. Die Enzyme werden aber erst im Zwölffingerdarm durch die Wirkung des Bicarbonats – das ist basisch reagierendes Hydrogencarbonat – aktiviert. Dort erfolgt die Neutralisation des sauren Magenbreis, bis die enzymatisch optimalen pH-Werte von Acht bis Neun erreicht wurden. Zweitens erzeugt das Pankreas Stoffwechselhormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Die B-Zellen bilden das Insulin, das den Traubenzuckergehalt des Blutes senkt. Das Glukagon hingegen erhöht diesen zunächst in der Leber, indem die Speicherform des Traubenzuckers, das Glykogen, in Traubenzucker verwandelt wird und in das Blut abgegeben wird. Die normalen Blutzuckerwerte schwanken zwischen 80 bis 100 Milligramm Glukose in 100 Milliliter Blut. Heutzutage erfolgen die Angaben in Millimol. 3,9 bis 5,5 Millimol je Liter sind nüchtern optimal. Wie beide Hormone zusammenwirken, will ich euch zeigen. Nach dem Essen steigt der Blutzuckerspiegel an, weil Glukose schnell in das Blut gelangt. Jetzt sind schon über 120 Milligramm je Deziliter erreicht. Inzwischen haben die Sinneszellen der Blutgefäße dem Zwischenhirn gemeldet, dass der Wert zu hoch ist. Dieses sendet nun Signale an das Pankreas, Insulin vermehrt in das Blut abzugeben. Das Insulin verbessert die Glukose-Aufnahmefähigkeit der Körperzellen, wodurch der Blutzuckerspiegel häufig absinkt. Er darf aber einen kritischen Wert nicht unterschreiten. Deshalb beginnt die Gegenreaktion, indem Glukagon freigesetzt wird. Es hebt den Spiegel wieder an, wie Ihr sehen könnt. Das ist auch unter anderem möglich, weil das Insulin, das ist ein Eiweiß, relativ schnell abgebaut wird und seine Wirksamkeit nachlässt. Gleiches geschieht natürlich auch mit dem Glukagon. Die erneute Ausschüttung von Insulin lässt den Vorgang von vorn beginnen. Letzten Endes schwankt der Blutzuckerspiegel um einen Mittelwert, der bei dieser Person in etwa 90 Milligramm je Deziliter beträgt. Wir stellen fest: Glukagon und Insulin wirken einander entgegen. Sie sind Antagonisten oder einfach gesagt Gegenspieler, Gegenspieler bei der Regulation des Blutzuckerspiegels. Insulin senkt und Glukagon hebt den Blutzuckerspiegel. Bekannt ist die Zuckerkrankheit, Diabetes mellitus. Die B-Zellen sind in den Inseln abgestorben und es entsteht kein Insulin mehr. Das kann durch einen Virusinfekt oder eine Autoimmunreaktion zustande gekommen sein. In nur zwei Prozent der Erkrankungsfälle können mutierte defekte Gene den Diabetes verursachen und nicht die richtige Erbinformation zur Insulinbildung liefern. Weiterhin müssen wir noch die Pankreatitis – das ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, die akut und chronisch verlaufen kann – erwähnen. Gefürchtet ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zigarettenrauchen, zu viel Alkohol und Übergewicht sind die Risikofaktoren des Krebses. Wird er rechtzeitig erkannt und operativ entfernt, stehen die Chancen, zu überleben, recht gut. Für Diabetiker Typ 1 ist eine Pankreas-Transplantation die Möglichkeit, ein Leben ohne Insulinspritze zu führen. Nur wenige Menschen können alleinige Pankreas-Transplantationen nutzen, da es zu wenig Spender gibt. Die Wartelisten sind leider sehr lang. Kommen wir zur Zusammenfassung wichtiger Erkenntnisse: Das Pankreas ist eine sehr wichtige Drüse mit mehreren Aufgaben. Sie bildet den Bauchspeichel, der durch sekretorische, exokrine Drüsen entsteht. Und sie bildet Hormone in den endokrinen Drüsenzellen der Langerhans-Inseln. Weiterhin erzeugt sie einen enzymhaltigen, alkalischen Speichel, der den Magenbrei neutralisiert. Und sie stellt die wichtigen Hormone Insulin und Glukagon in den B- und A-Zellen her. Die Bauchspeicheldrüse ist an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt. Und Insulin und Glukagon sind die wichtigsten Gegenspieler-Hormone bei der Regulation des Blutzuckerspiegels. So, das war's für heute. Ich hoffe, es hat euch gefallen und wir sehen uns bald wieder. Tschüss, sagt wie immer euer Octavus.

4 Kommentare
  1. Hallo,
    Somatostatin übt eine hemmende Wirkung aus. Es mindert die Freisetzung der beiden Antagonisten Insulin und Glukagon. Dadurch wird die Nutzung des aufgenommenen Traubenzuckers mit kontrolliert.
    Es hat quasi eine übergeordnete Aufgabe.

    MfG h.

    Von Roland Hesse, vor fast 6 Jahren
  2. was macht igentlich das somatostatin?
    danke schonmal im vorraus

    Von Daniel Mail X9, vor fast 6 Jahren
  3. Hallo, das liegt in der Natur der Sache.
    Die Enzymaktivität ist von der Temperatur und vom pH-Wert abhängig. Die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse haben ihr Wirkungsoptimum bei pH 8-9, also im schwach alkalischen Bereich.
    Offensichtlich spielen Hydroxid-Ionen eine Rolle, die Enzyme oder Substrate zu aktivieren. Gruß hardyesseh

    Von Roland Hesse, vor mehr als 6 Jahren
  4. Hallo,
    das Video ist echt gut. Ich habe gelesen, dass die Enzyme der Bauchspeicheldrüse am aktivsten sind, wenn ihre Umgebung leicht alkalisch ist. Wieso ist das so ?
    Danke schon mal im Vorraus
    vitmeier

    Von Deleted User 73213, vor mehr als 6 Jahren