Possessivpronomen 08:01 min

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Transkript Possessivpronomen

Salve! Julia und Claudius streiten sich um ihr Eigentum: Julia sagt: Pila mea est! - Das ist mein Ball! Claudius entgegnet: Non tua pila est! Pilam meam redde aut rhombum tuum rapio! Das ist nicht dein Ball! Gib mir meinen Ball zurück, oder ich nehme deinen Kreisel weg!

Überblick über die Possesivpronomen

Vielleicht hast du bemerkt, dass die Kinder ganz bestimmte Worte verwenden, um auszudrücken, was sie besitzen: mea und meam, tua und tuum. Man nennt diese Wörtchen Possessivpronomen. Sie drücken aus, wem etwas gehört. In diesem Video wollen wir uns anschauen, wie man sie verwendet.

Danach zeige ich dir, wie sie gebildet werden. Anschließend zeige ich dir noch eine Besonderheit bei den Possessivpronomen. Am Ende gibt es eine Zusammenfassung. Als Vorwissen solltest du bereits die a- und o-Deklination kennen und wissen, was man unter KNG-Kongruenz versteht. Los gehts!

Verwendung der Pronomen

Schauen wir uns zunächst an, wie die Possessivpronomen verwendet werden. Die Kinder haben gesagt: Pila mea est. – Das ist mein Ball. Das Possessivpronomen mea drückt aus, welcher Person der Ball gehört. Es gibt also Auskunft über den Besitzer. Daneben siehst du an der Endung “-a”, dass es sich an in Kasus, Numerus und Genus an den Besitz anpasst. Das ist sein Bezugswort.

Das Bezugswort

Das Possessivpronomen wird also wie ein Adjektiv verwendet. Anders als im Deutschen steht ein Possessivpronomen immer hinter seinem Bezugswort. Das siehst du an der Satzstellung: Pila mea est - das ist mein Ball. Lass uns jetzt die Bildung der Pronomen genauer untersuchen.

Die grammatische Bildung

Mea und meam, tua und tuum haben jeweils einen Stamm, der immer gleich bleibt: me- und tu-. Daran sind die Endungen der a- und o-Deklination gehängt. Es heißt also: meus, mea, meum - mein und tuus, tua, tuum - dein. Für die dritte Person nimmt man se und hängt -us daran. Dabei wird das “e” zu einem “u”. Wir bekommen: suus, sua, suum - sein oder ihr.

Die Deklinationstabelle

Gehen wir uns für eines der Pronomen die komplette Deklinationstabelle durch. Die Possessivpronomen werden wie Adjektive der a- und o-Deklination gebildet. Wir deklinieren durch:

meus, mea, meum,
mei, meae, mei,
meo, meae, meo,
meum, meam, meum,
meo mea meo.

Und im Plural:
mei, meae, mea,
meorum, mearum, meorum,
meis
meos, meas, mea und meis.

Die Besonderheit der Possesivpronomen

Für die restlichen Personen gibt es eine Besonderheit. Du kennst wahrscheinlich die Personalpronomen nos - wir und vos - ihr. Die Possessivpronomen dazu lauten noster, nostra, nostrum - unser und vester, vestra, vestrum - euer. Beide werden dekliniert wie die Adjektive der a- und o-Deklination auf -er, zum Beispiel pulcher, pulchra, pulchrum. Der Stamm lautet: nostr- und vestr-. Schauen wir uns am Beispiel noster die ganze Deklination an.

noster, nostra, nostrum,
nostri, nostrae, nostri
nostro, nostrae, nostro
nostrum, nostram, nostrum
nostro, nostra, nostro,
und im Plural:
nostri, nostrae, nostra
nostrorum, nostrarum, nostrorum
nostris,
nostros, nostras, nostra,
nostris.

Hier siehst du nochmal alle Possessivpronomen in der Übersicht: Für die erste Person verwendet man meus, mea, meum - mein und noster, nostra, nostrum - unser. In der 2. Person heißt es tuus, tua, tuum - dein und vester, vestra, vestrum - euer. Und für die 3. Person gibt es suus, sua, suum - sein oder ihr. Suus wird sowohl im Singular als auch im Plural verwendet.

Pronomen ohne Bezugswort

Ich möchte dir jetzt noch eine Besonderheit bei der Verwendung der Possessivpronomen zeigen. Manchmal werden Possessivpronomen ohne Bezugswort verwendet, also wie ein Substantiv. Zum Bespiel: Mea sunt. - Das ist “das Meine” oder besser: mein Besitz oder: _Suos laudat.V - Er lobt die Seinen, also: seine Leute.

Wenn man das Possessivpronomen ganz besonders betonen will, steht es vor dem Bezugswort. Zum Beispiel: Mea pila est. Wir können die Betonung im Deutschen durch den Zusatz “eigen” verdeutlichen: Das ist mein eigener Ball. Nun haben wir’s geschafft. Heute hast du die Possessivpronomen kennen gelernt. Sie zeigen an, wem etwas gehört.

Zusammenfassung

Sie passen sich in Kasus, Numerus und Genus an den Besitz an. Sie stehen immer hinter diesem Bezugswort und werden normalerweise wie ein Adjektiv verwendet. Gebildet werden sie wie die Adjektive der a- und o-Deklination, also bonus, -a, -um oder pulcher, pulchra, pulchrum. Die Possessivpronomen sind: meus, tuus, suus, noster und vester.

Die Kinder streiten wieder um den Ball. Hoffentlich können sie diesen Streit um ihren Besitz schlichten. Dir wünsche ich viel Erfolg beim Üben der Possessivpronomen! Vale!

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7 Kommentare
  1. Felix red

    Hallo Jinho,

    vielen Dank für deine aufmerksame Beobachtung. Wir werden den Fehler baldmöglichst beheben.

    Alles Gute, Felix

    Von Felix Teege, vor 7 Monaten
  2. Default

    Bei dem Video (4Minuten 29 Sekunden) wird deklinieren so geschrieben und nicht deklienieren! ansonsten alles gut, Dankschön!

    Von Jinho M., vor 7 Monaten
  3. Default

    eigendlich spricht man es doch nosträ aus und nicht nostraei
    aber es hat mir trotzdem gut geholfen super danke xD

    Von Patrick Melcore, vor 8 Monaten
  4. Default

    Super! Vielen Dank!

    Von Amelie Sohler, vor mehr als einem Jahr
  5. Default

    Gutes Video!!! Danke:D

    Von C B., vor mehr als einem Jahr
  1. Default

    Gutes Videos! Habe alles verstandem

    Von Michel Rothstein, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Die Aussprache von "ae" is "ä" und nicht "ei. Jedenfalls habe ich es so gelernt...

    Von F Hofmann, vor fast 2 Jahren
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