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Transkript Fortpflanzung und Entwicklung der Wirbeltiere

Vergleich von Wirbeltierklassen - Fortpflanzung und Entwicklung

Hallo! Was alle Wirbeltiere gemeinsam haben, ist die Wirbelsäule. In anderen Dingen unterscheiden sich die einzelnen Wirbeltierklassen aber oft maßgeblich. Was die Fortpflanzung und Entwicklung angeht, verfolgen die Vertreter der fünf Wirbeltierklassen sehr unterschiedliche Strategien. Welche das jeweils sind, wollen wir in diesem Video herausfinden.

Wir beginnen bei den Fischen. Das Weibchen produziert eine Vielzahl von Eiern, die als Ei-Pakete zu einem bestimmten Zeitpunkt an das Wasser abgegeben werden. Erst dort - also außerhalb des Körpers - wird dieser so genannte Laich vom männlichen Fisch befruchtet, indem dieser seine Spermien über den Eizellen ausschüttet. Aus den befruchteten Eizellen entwickeln sich Fischlarven, die - unterstützt von einem kleinen Dottersack - zu Jungfischen heranwachsen.

Während dieser Entwicklung fallen viele Jungtiere Fressfeinden zum Opfer. Denn Fische betreiben in den allermeisten Fällen keine Brutpflege - die Jungen sind von Anfang an auf sich allein gestellt. Um dennoch sicher zu gehen, dass überhaupt Fische das Erwachsenenalter erreichen, setzen Fische ganz klar auf Masse: Eine Bachforelle legt jedes Jahr 1000 Eier, ein Lachs bis zu 50 000, ein Zander gar eine halbe Million Eier!

Auch Lurche laichen im Wasser - also z.B. Frösche und Salamander. Die Weibchen sondern eine große Zahl von Eiern ins Wasser ab. Das Männchen gibt seine Spermien hinzu und befruchtet damit die Eier im Wasser. Es handelt sich also ebenfalls um eine äußere Befruchtung.

Auch Lurche überlassen die nächste Generation von Anfang an ihrem eigenen Schicksal. Brutpflege gibt es bei Lurchen nicht. Aus den Eiern entwickeln sich kleine Larven, die über Außenkiemen atmen und sich von Algen ernähren. Aus der Larve - bei Fröschen heißt sie Kaulquappe - entwickelt sich nach und nach ein erwachsener Lurch - also z.b. ein Frosch. Diese Verwandlung nennt man Metamorphose. Mit fertig ausgebildeten Gliedmaßen und einer Lunge zum Atmen verlässt der junge Lurch schließlich das Wasser und beginnt sein Erwachsenenleben.

Der tiefschwarze Alpensalamander ist die Ausnahme unter den Lurchen: Beim Alpensalamandern findet die gesamte Entwicklung vom Ei über die Larve zum erwachsenen Salamander im Inneren des Weibchen statt - das kann bis zu drei Jahre dauern. Alpensalamander sind also lebendgebärend.

Deutlich geringer ist die Zahl der Eier im Durchschnitt bei Reptilien. Bei Reptilien wie Eidechse, Schildkröte oder Krokodil findet die Befruchtung innerhalb des Körpers statt. Die befruchteten, weichschaligen Eier werden schließlich abgelegt. Meist werden sie im Boden vergraben und sich selbst überlassen - die Eier werden nicht bebrütet und es findet keine Brutpflege statt. Die weichschalige Eihülle schützt den Nachwuchs zwar vor dem Austrocknen, nicht aber vor Fressfeinden. Aus den Eiern schlüpfen nach der Entwicklung die fertigen Jungreptilien.

Auch bei Vögeln findet die Befruchtung innerhalb des Körpers statt. Je nach Vogelart legt das Weibchen mehrere hartschalige Vogeleier - meist in ein vorbereitetes Nest. Erst durch die Brutwärme beginnt die Entwicklung im Inneren des Eies. Dadurch, dass die gesamte Entwicklung des Nachwuchses außerhalb des Körpers stattfindet, spart der Vogel Gewicht. Und Gewichtsparen ist immer wichtig, wenn man fliegen will...

Wenn aus den Eiern schließlich Jungvögel geschlüpft sind, werden diese von den Eltern solange mit Essen versorgt, bis sie alt genug sind, um das elterliche Nest zu verlassen. Vögel legen also weniger Eier als Reptilien, dafür kümmern sie sich aber intensiver um jedes einzelne Ei und das geschlüpfte Jungtier.

Perfektioniert haben diese Strategie die Säugetiere. Die Befruchtung findet im Inneren des Weibchens statt - wie bei Reptilien und Vögeln. Es werden dabei je nach Art ein oder wenige Eier befruchtet. Die gesamte Entwicklung des Nachwuchses findet anschließend im Schutz des Mutterleibs statt. Nach der Geburt werden die Jungen von der Mutter gesäugt und bleiben je nach Art viele Wochen, Monate oder Jahre bei ihren Eltern.

In Fortpflanzung und Entwicklung gibt es große Unterschiede bei den einzelnen Wirbeltierklassen. Während die einen auf eine Vielzahl von Eiern setzen und diese ihrem Schicksal überlassen, vertrauen andere auf eine intensive Brutpflege von wenigen Nachkommen. Auch in der Art der Befruchtung - also äußere Befruchtung oder innere Befruchtung, sowie in der Entwicklungsweise unterscheiden sich die einzelnen Wirbeltierklassen voneinander. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

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