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Allensche Regel 07:16 min

Textversion des Videos

Transkript Allensche Regel

Hallo, ich bin Sina. In diesem Video möchte ich dir die Allen-Regel erklären. Diese Regel beruht auf der Beobachtung, dass sich Tiere einer Art oder nah verwandter Arten in verschiedenen Regionen in bestimmten Merkmalen unterscheiden. Ich werde sie dir am Beispiel verschiedener Hasenarten erklären, die in Kanada, Grönland, Nordamerika und Mexiko leben. Du solltest die Bergmann-Regel bereits gut kennen und gut verstanden haben. Die Allen-Regel wird auch Allensche Regel, Regel von Allen oder einfach Proportionsregel genannt. Ich werde dir nun die bereits erwähnten Hasenarten vorstellen. Diese Hasenarten leben in Kanada, Grönland, den USA und Mexiko. Der Polarhase lebt im kalten, arktischen Teil Kanadas und auf Grönland. Sein Verbreitungsgebiet ist hier blau. Der Schneeschuhhase lebt im kühlen Norden der USA, also in Alaska, und im südlichen Kanada. Diese Regionen sind hier grün. Der kalifornische Eselhase lebt in den warmen, südwestlichen USA und im nördlichen Mexiko. Diese Gebiete sind hier rot. Der Antilopenhase kommt im heißen, südlichen Arizona und im nördlichen Mexiko vor. Sein Verbreitungsgebiet ist hier orange. Dir ist sicher aufgefallen, in welchem Merkmal sich die Hasenarten deutlich unterscheiden. Genau, die Länge der Ohren! Sie nimmt in wärmeren Regionen zu. Diese Beobachtung hat der US-amerikanische Wissenschaftler Joel Asaph Allen bereit 1877 gemacht und daraus eine Regel formuliert. Die Regel besagt, dass bei gleichwarmen Tieren die relative Länge von Körperanhängen - also Extremitäten, Schwänzen, Nasen und Ohren - in kalten Regionen geringer ist als bei Individuen derselben oder einer nah verwandten Art in wärmeren Regionen. Aber warum? Körperanhänge vergrößern die Körperoberfläche und weisen selbst normalerweise eine große Oberfläche im Verhältnis zu ihrem Volumen auf. So haben Hasenohren zum Beispiel ein sehr geringes Volumen und im Verhältnis dazu eine sehr große Oberfläche. Über sie wird also viel Wärme abgegeben. In kälteren Regionen ist es deshalb günstiger, kurze Körperanhänge zu haben, um wenig Wärme abzugeben. In heißen Regionen kann über die großen Ohren überflüssige Körperwärme an die Umwelt abgegeben werden. Diese Regel kannst du ebenfalls in einem einfachen Versuch überprüfen. Du steckst in eine gekochte Kartoffel gleich nach dem Kochen einen großen und in eine andere gekochte Kartoffel gleich nach dem Kochen einen kleinen Metalllöffel. Außerdem steckst du in jede Kartoffel ein Thermometer. Die Löffel stellen große und kleine Hasenohren dar. Nun sollte mindestens 15 Minuten lang regelmäßig die Temperatur abgelesen werden. Du wirst feststellen, dass sich die Kartoffel mit dem großen Löffel schneller abkühlt. Damit die Wärmeabgabe tatsächlich nur über die Löffel erfolgt, sollten die Kartoffeln in Aluminiumfolie eingewickelt werden. Außerdem solltest du sehr große Kartoffeln nehmen, damit sie nicht zerfallen, wenn du einen Löffel und ein Thermometer hineinsteckst. Nicht alle Tiere entsprechen den Regeln, die du nun kennst: der Allen-Regel und der Bergmann-Regel. Das größte, noch lebende Landtier - der Elefant - ist zum Beispiel eine Ausnahme. Er lebt in warmen Gebieten in Afrika und Asien. Er hat zwar große Ohren, über die Wärme abgegeben werden kann (das ist die Allen-Regel), gemäß der Bergmann-Regel weist er aber ein ungünstiges Verhältnis von Oberfläche und Volumen auf.  Er hat eine verhältnismäßig kleine Oberfläche und kann nur schlecht Wärme abgeben. Wie überlebt der Elefant also trotzdem in den warmen Regionen? Er ist in anderer Weise an das Leben in warmen Regionen angepasst. Sein Stoffwechsel ist zum Beispiel sehr langsam. Sein Herz schlägt nur 22 bis 28 Mal pro Minute. Zum Vergleich: Das der Maus schlägt 500 bis 700 Mal pro Minute. Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, warum es keine Mini-Elefanten gibt. Das kann zum Teil mit der Bergmann-Regel erklärt werden: Ein Minielefant hätte im Verhältnis zu seinem Volumen eine große Oberfläche und würde, wenn sein Herz nur 22 bis 28 Mal pro Minute schlägt, zu viel seiner Körperwärme an die Umwelt abgeben. Allerdings ist das zu einfach betrachtet. Natürlich müssten andere Faktoren bei einer solchen Betrachtung mit einbezogen werden. Wie zum Beispiel, dass Mini-Elefanten viel mehr Fressfeinde hätten als große Elefanten, oder auch einen anderen Stoffwechsel.  Du hast also in diesem Video erfahren, dass Körperanhänge wie Nasen, Ohren, Schwänze und Extremitäten in kälteren Regionen kürzer sind. Das liegt daran, dass sie die Körperoberfläche, über die Wärme abgegeben wird, stark vergrößern, und meist ein ungünstiges Verhältnis von Oberfläche und Volumen aufweisen. Das besagt die Allen-Regel. Tschüss und danke für's Zuhören.

Informationen zum Video
4 Kommentare
  1. Default

    Ab Miinute 01:05 bricht der Sound ab?

    Von Lukas Jaskolka, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Super erklärt aber ihr monotone Stimme ist total nervig nichts für ungut :)

    Von Sharif Chehab, vor mehr als 2 Jahren
  3. Default

    sehr geil :)

    Von Christian O., vor mehr als 3 Jahren
  4. Default

    Sehr schön veranschaulicht und erklärt - vielen Dank =D

    Von Knisper, vor fast 5 Jahren