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Transkript pH-Wert als abiotischer Faktor – Anpassung der Pflanzen (Basiswissen)

Hallo! Hast du dich schon einmal gewundert, warum im Moor nur ganz bestimmte Pflanzen wachsen und andere gar nicht? Das ist neben dem Wassergehalt auf den pH-Wert des Bodens in einem Moor zurückzuführen. Der dort herrschende pH-Wert ist nämlich stark sauer.

In diesem Video möchte ich dir zunächst erklären, was der pH-Wert genau ist, wie man ihn messen kann und wie der pH-Wert des Bodens das Wachstum von Pflanzen beeinflusst. Ich möchte dir aber auch zeigen, welche Pflanzenarten welchen Boden-pH-Wert bevorzugen. Dabei wirst du sehen, dass nicht nur Licht, Temperatur und Wasserverfügbarkeit das Vorkommen und Wachstum von Pflanzen beeinflussen.

Der pH-Wert

Bevor wir uns mit dem pH-Wert eines Bodens befassen, wollen wir uns zunächst anschauen, was der pH-Wert überhaupt ist. Der pH-Wert sagt etwas darüber aus, ob eine Lösung sauer oder alkalisch bzw. basisch ist. Eine saure Lösung bedeutet einen pH-Wert, der kleiner als 7 ist. Ein pH-Wert über 7 heißt, dass eine Lösung alkalisch oder basisch ist und ein pH-Wert von genau 7 bedeutet eine neutrale Lösung.

Messung Boden-pH-Wert

Auch Boden hat einen pH-Wert, also einen Säuregrad. Man spricht auch von Bodenazidität. Hast du eine Idee, wie man den pH-Wert eines Bodens bestimmen kann? Dazu löst man eine kleine Menge Boden in destilliertem Wasser, schüttelt den Ansatz und kann dann einen Streifen pH-Indikator-Papier hineintauchen.

Chemikalien auf der Indikator-Papier-Oberfläche zeigen bei bestimmten pH-Werten eine Farbreaktion. Anhand der Verfärbung des Papierstreifens wird der pH-Wert des Bodens bestimmt. Eine grünlich-blaue Verfärbung heißt z.B., dass die Lösung und damit der getestete Boden schwach basisch sind. Eine gelbliche bis rötliche Verfärbung deutet auf eine saure Lösung bzw. einen sauren Boden hin. Eine gelblich-grünliche Verfärbung spricht für einen neutralen Boden.

Konsequenzen für Pflanzen

Aber wieso ist der pH-Wert des Bodens überhaupt wichtig für eine Pflanze? Pflanzen müssen für ihr Wachstum verschiedene Nährsalze aus dem Boden aufnehmen, die dort als Ionen, also geladene Teilchen, vorliegen. Bestimmte Ionen verändern sich in Abhängigkeit von dem pH-Wert des Bodens und sie können dann nicht mehr so gut oder auch gar nicht mehr von der Pflanze aus dem Boden aufgenommen werden.

Die Verfügbarkeit von Ionen für die Pflanze ist meist am besten in neutralen Böden. Sehr viele Ionen sind in sauren Böden verfügbar. Bei sehr sauren Böden besteht allerdings das Problem, dass auch Schwermetall-Ionen, die die Pflanze schädigen können, verfügbar sind und aufgenommen werden können.

Wo kommen welche Böden vor?

Du weißt jetzt, was ein hoher oder niedriger pH-Wert für die Pflanze bedeutet. Aber wo gibt es überhaupt Böden mit einem niedrigen oder hohen pH-Wert? Neutrale Böden sind z.B. trockene Wiesenböden. Saure Böden findest du in Hochmooren, Sumpfwiesen oder auch in Nadel- bzw. Mischwäldern. Alkalische Böden sind z.B. besonders kalkhaltige Böden.

Beispielpflanzen

Der pH-Wert bestimmt also, welche Pflanzen in einem bestimmten Boden besonders gut wachsen. Die meisten Kulturfrüchte bevorzugen einen neutralen oder leicht sauren Boden.

Einen stärker sauren Boden mögen z.B. Kartoffeln oder Heidelbeeren. Auch Rhododendron oder Heidekraut gedeihen am besten auf sauren Böden. Unter den Wildkräutern sind Sauerampfer und Sauerklee auf sauren Böden zu finden.

Einen alkalischen Boden unter den Kulturpflanzen bevorzugt beispielsweise Kohl. Alkalische Böden nutzen Wildkräuter wie der Ackersenf, der Wiesenstorchschnabel und auch der Wiesensalbei. Wenn du bestimmte Pflanzen gehäuft an einer Stelle findest, kannst du so herausfinden, ob der Boden sauer, alkalisch oder neutral ist. Pflanzen, die auf die die Azidität des Bodens schließen lassen, nennt man auch Zeigerpflanzen für sauren bzw. basischen Boden.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Video gesehen, dass der pH-Wert angibt, wie sauer eine Lösung ist und dass auch Böden einen pH-Wert haben. Der pH-Wert eines Bodens ist für Pflanzen sehr wichtig, da dieser die Verfügbarkeit und Aufnahme von Nährsalzen beeinflusst, die wichtig für das Pflanzenwachstum sind.

Die meisten Pflanzen bevorzugen daher einen neutralen bis leicht sauren Boden. Kulturpflanzen wie Kartoffeln oder Erdbeeren und Wildkräuter wie der Sauerampfer bevorzugen schwach saure Böden. Im Moor ist der Boden sehr sauer und daher können dort nur ganz bestimmte Pflanzen wachsen. Ein Beispiel dafür ist das Heidekraut. Kohl und Wildkräuter wie der Ackersenf mögen eher alkalische Böden.

Du siehst also: Es beeinflussen also nicht nur Licht, Temperatur und Wasserverfügbarkeit das Vorkommen und Wachstum von Pflanzen. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

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