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Jazz

Jazz wird als die Musik der Freiheit und des Moments bezeichnet, denn die hohe Kunst der Improvisation wird hier groß geschrieben. Doch auch das Improvisieren will gelernt sein.

Was ist Jazz?

Heute nimmt Jazz eine interessante Sonderstellung in der Musikwelt ein. Er wird gleichermaßen in Konzertsälen und Bars gespielt und balanciert somit häufig unklar zwischen den Grenzen von populärer Musik und Kunstmusik. Ein zentrales Merkmal des Jazz ist der hohe Improvisationsanteil. Ob völlig frei oder basierend auf einer bestehenden Vorlage, die Musizierenden haben einen besonderen Raum für ihren individuellen und kreativen Ausdruck. Man spricht auch vom Jazz als Musik des Moments, denn Improvisation entsteht frei aus dem Gefühl des Moments heraus. Das heißt aber nicht, dass nicht geprobt und geübt werden muss. Improvisation könnte man viel eher vergleichen mit dem Erlernen und Üben einer freien und flexiblen Sprache, die über ein perfektioniertes Einstudieren und Auswendiglernen hinausgeht. Im Bandkontext ist es natürlich wichtig, dass alle diese Sprache verstehen und sprechen können. Die Improvisationen der einzelnen Bandmitglieder sind also Ausdruck einer besonderen Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit. Musikalische Ideen werden untereinander aufgenommen und weitergeführt. Im übertragenen Sinne wird Jazz auch bezeichnet als Musik der Freiheit und der Demokratie, denn sie bietet ein besonderes Spannungsfeld von Spontanität, Individualität und Kollektivität. Die Musikerinnen und Musiker begegnen sich musikalisch auf Augenhöhe und haben ein hohes Maß an Freiheit im individuellen Ausdruck, in ihrer Kreativität und Experimentierfreude. Gleichzeitig tragen sie zum gemeinsamen musikalischen Gelingen bei. Exzentrik und Originalität sind hier erlaubt, sogar erwünscht.

Fazz

Die Geschichte des Jazz

Die Vielfalt des Jazz und die uneindeutige Zuordnung zur Kunstmusik oder populären Musik passen zur Entstehungsgeschichte. Denn der Jazz ist aus einer bunten Mischung verschiedener Musikstile entstanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war es im Süden der USA zunächst eine eigene Musikrichtung afroamerikanischer Musikerinnen und Musiker. Die Vorformen des Jazz liegen im Blues, Spiritual, Gospel und Ragtime. Mit eingeflossen sind auch Merkmale der europäischen Marschmusik. Im frühen Jazz entwickelte sich der New-Orleans-Jazz. Das Augenmerk lag vor allem auf der kollektiven Improvisation. Kurz darauf ahmten weiße Musikerinnen und Musiker diesen Stil nach, es entstand der Dixieland-Jazz, in dem die Solo-Improvisation an Bedeutung gewann. In den 1920er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der musikalischen Entwicklungen nach Chicago. Dort ging aus dem Chicago-Jazz schließlich der Swing hervor, der sich auch als Tanzstil etablierte. Diese Musik wurde überwiegend von großen Ensembles wie Big Bands gespielt, in denen nur einzelne Instrumente solistisch hervortreten konnten.

Als Gegenreaktion zur zunehmenden Kommerzialisierung des Swing entstanden in den frühen 40er Jahren der Bebop, der den Jazz aus der Funktion als Tanzmusik wieder löste und stärker zur individuellen Kreativität und Experimentierfreude führte. Der Free Jazz stellte um 1960 einen gewaltigen Bruch mit allen bisherigen Jazz-Traditionen dar, indem ganz bewusst auf alle formalen und harmonischen Vorgaben verzichtet wurde.

Viele Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker wurden zu Jazz-Legenden, die bis heute verehrt werden. Louis Armstrong, Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Miles Davis oder Fats Waller sind dabei nur ein paar wenige Beispiele.

Fats Waller

Merkmale und Besetzung

Neben den Improvisationsanteilen gibt es weitere typische Merkmale des Jazz, wie zum Beispiel die Blue Notes. Sie stammen ursprünglich aus dem Blues und haben nichts mit der Farbe Blau zu tun. Sie sind traurige Noten und im Prinzip veränderte, unsaubere, verwischte Noten, die einen besonderen, innigen Ausdruck vermitteln. Charakteristisch für Jazz ist auch die rhythmische Gestaltung durch den Swing. Der Begriff Swing meint nicht nur eine spezielle Spielform des Jazz, sondern auch das rhythmische Prinzip, das für das typisch fließende und schwingende, jazzige Gefühl verantwortlich ist. Der Jazz ist prinzipiell offen für viele Instrumente. Es wird generell zwischen Rhythmusgruppe und Melodiegruppe unterschieden. Zur Rhythmusgruppe gehören Schlagzeug, Klavier, Kontrabass und Tuba, zur Melodiegruppe Trompete, Posaune, Klarinette, Saxophon, Vibraphon, Violine, Harfe, Querflöte und natürlich auch der Gesang. Ensembles können in ihrer Größe und Besetzung ganz unterschiedlich sein, vom Duo über kleinere Bands bis hin zur großen Big Band.