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Was ist ein Text? - Funktion und Textsorten 06:03 min

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Transkript Was ist ein Text? - Funktion und Textsorten

Hallo. Ich heiße Renate. Sicher hast du schon Texte geschrieben und auch schon mündlich einige Texte vorgetragen. Aber hast du dir schon einmal die Frage gestellt, was ein Text eigentlich ist? Dieser Frage wollen wir in diesem Video gemeinsam nachgehen.

Ein Text ist ein mündliches oder schriftliches Ergebnis von Kommunikation.

Wir werden uns heute vor allem mit dem Text in schriftlicher Form befassen. Trotzdem möchte ich euch auch ein paar Beispiele für mündliche Texte vorstellen (Vortragender wird dazugelegt). Also: Beispiele für mündliche Texte können sein: ein Referat eine Rede ein Interview oder eine Diskussion

Bei schriftlichen Texten (Schreibende wird dazugelegt) unterscheidet man zwischen Sach- und Gebrauchstexten und literarischen Texten

Im Folgenden werden wir alles Wissenswerte über einen Text gemeinsam besprechen. Woher kommt das Wort Text eigentlich und was ist das Besondere an einem Text? Wir werden die Frage klären, welche Funktionen Texte haben, welche Textsorten es gibt, und was man beim Verfassen von Texten beachten sollte.

Viel Spaß dabei!

Kommen wir zur ersten Frage: Woher kommt das Wort Text, und was ist das Besondere an einem Text? Das Wort Text stammt vom Lateinischen Wort textere ab. Ins Deutsche übersetzt heißt das „weben“ oder „flechten“ (Webstuhl wird dazugelegt). Das lateinische Wort textus wiederum heißt übersetzt „Gewebe“. (Gewebe wird dazugelegt). Ein Text ist also von der Wortbedeutung her: eine Folge von Sätzen und Äußerungen, die miteinander zusammenhängen und verbunden sind. Er verfolgt eine Absicht, hat ein bestimmtes Thema und sollte einen Sinn ergeben, also einen „roten Faden“ haben. Ein Text sollte außerdem im Inhalt und in der Form strukturiert und gegliedert sein.

Kommen wir nun zur zweiten Frage: Welche Funktionen haben Texte eigentlich? Sowohl bei mündlichen als auch bei schriftlichen Texten geht es um die gemeinsame Verständigung über ein Thema. Die genauen Funktionen oder Auswirkungen von Texten können – je nach Text – aber ganz unterschiedlich sein. Hier ein paar grundlegende Textfunktionen:

Die Informationsfunktion (vom lateinischen Wort informare u.a. für „unterrichten“): Hierbei geht es darum, ein bestimmtes Wissen zu vermitteln (z.B. durch einen Bericht, ein Sachbuch oder auch durch eine Beschreibung). Bei der Appellfunktion (vom lateinischen Wort appellare für “auffordern”) geht es darum, die Meinung des Gegenübers zu beeinflussen (z.B. durch eine Werbeanzeige, einen Kommentar oder auch durch eine Bittschrift).

Bei der Obligationsfunktion (vom lateinischen Wort obligare für „verpflichten“)i gibt der Autor dem Leser zu verstehen, dass er sich zu etwas verpflichtet (z.B. durch einen Vertrag oder einen Garantieschein).

Bei der Kontaktfunktion (vom lateinischen Wort contingere für „berühren“) geht es um das Herstellen und Aufrechterhalten von persönlichem Kontakt (z.B. durch Glückwunschkarten oder auch Beileidsbekundungen).

Bei der Deklarationsfunktion (vom lateinischen Wort declaratio für „Kundmachung“ oder „Abmachung“) geht es darum, dass z.B. durch ein Testament, eine Urkunde oder eine Bescheinigung ein neuer Sachverhalt eingeführt wird.

Und schließlich gibt es noch die ästhetische Funktion und Unterhaltung (vom altgriechischen Wort aísthēsis für „Wahrnehmung“ oder „Empfindung“): Das sind z.B. Erzählungen und vor allem fiktonale Text, die auf der Fantasie oder der Vorstellung des Autors beruhen.

Die Dritte Frage lautete ja: Welche Textsorten gibt es? Ein paar Beispiele: Man unterscheidet mindestens vier Formen von Textsorten bzw. Aufsätzen: erzählende Textformen (wie z.B. eine Fantasiegeschichte oder eine Bildergeschichte), beschreibende und berichtendende Textformen (wie z.B. eine Gegenstandsbeschreibung, eine Inhaltsangabe oder ein Protokoll), Textformen, die sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen (wie z.B. eine Erörterung, eine Textanalyse und eine Interpretation) und Gebrauchstexte (wie z.B. ein Geschäftsbrief, ein Antrag oder eine Bewerbung).

Kommen wir nun zur letzten Frage: Was sollte man beim Verfassen von Texten beachten? Beim Verfassen von Texten gibt es unterschiedliche Phasen: die Phase der Vorbereitung die Phase Während des Schreibens (der Schreibprozess) und die Phase der Überarbeitung

In der Vorbereitungsphase beim Verfassen eines Textes sollte man sich erst einmal überlegen, was man eigentlich schreiben will. In einem nächsten Schritt notiert man sich zunächst Stichpunkte und gliedert diese dann. Für die Gliederung gilt es, sich eine sinnvolle Reihenfolge zu überlegen.

Ein Text gliedert sich immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss.

In der Einleitung wird das Thema eingeführt. Im Hauptteil des Textes geschieht alles Wichtige und beim Schlussteil kommt es noch einmal zu einer Art Zusammenfassung. Wichtig ist, dass du während des Schreibens (also im Schreibprozess) nicht vom Thema abweichst - denke an den „roten Faden“, der sich durch den Text ziehen sollte. Verwende nicht ständig die gleichen Wörter. Beachte die Zeitformen und schreibe durchgängig in der ich-, man- oder einer anderen Form. Außerdem sollten deine Sätze vollständig und klar sein und du solltest die wichtigsten grammatikalischen Regeln und die richtige Rechtschreibung beachten. Im Übrigen solltest du auch daran denken, dass in einem schriftlichen Text möglichst keine

Umgangssprache wie z.B. das Wort „cool“ oder Ähnliches vorkommen sollte. Und schließlich: überlege dir einen guten Schluss.

Auch äußerlich sollte der Text oder Aufsatz gut aussehen. Schreibe möglichst sauber, wähle eine Überschrift und teile den Text in verschiedene Abschnitte ein. Wenn du den Text am Computer schreibst, dann verwende möglichst nur eine Schriftart. Die Überschrift kannst du natürlich Fett markieren oder unterstreichen. Bei der Überarbeitung des Textes liest du dir alles noch einmal durch. Achte darauf, dass du dir in deinem Text nicht widersprochen hast. Überprüfe schließlich, ob du alle wichtigen Punkte beachtet hast.

Ich hoffe, du weißt jetzt, was ein Text ist, und konntest dir alles gut merken! In Zukunft fällt es dir vielleicht leichter, mündliche und schriftliche Texte richtig einzuordnen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen!

Tschüss und bis zum nächsten Mal!

1 Kommentar
  1. Default

    gut
    !

    Von Thomas Kohl, vor etwa 4 Jahren

Was ist ein Text? - Funktion und Textsorten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Was ist ein Text? - Funktion und Textsorten kannst du es wiederholen und üben.

  • Fasse zusammen, was ein Text ist.

    Tipps

    Ein Referat wird zu einem mündlichen Text gezählt.

    Auch eine Bewerbung ist ein Text und zählt zu den schriftlichen Texten.

    Lösung

    Der Begriff Text stammt vom lateinischen Wort textere ab und bedeutet Gewebe. Ein Text ist somit eine Folge von Äußerungen und Sätzen, die zusammenhängen und miteinander verwoben sind. Ein Text wird dabei nicht nur in mündliche und schriftliche Texte unterteilt, sondern verfolgt auch immer eine Absicht. Hinsichtlich der schriftlichen Texte trennt man Sach- und Gebrauchstexte von den literarischen Texten ab.

  • Benenne die unterschiedlichen Textsorten.

    Tipps

    Wenn du eine Inhaltsangabe verfasst, gibst du den Inhalt des Textes mit deinen eigenen Worten wieder, d.h. du beschreibst den Ursprungstext.

    Gebrauchstexte dienen weitgehend dazu, einen Sachverhalt zu verdeutlichen oder stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einem kommerziellen Zweck.

    Lösung

    Es werden mindestens vier Textsorten unterschieden:

    • Die erzählenden Textformen, worunter alle literarischen Texte, aber zum Beispiel auch Gedichte fallen;
    • die beschreibenden und berichtenden Textformen, die sich zum Beispiel mit den erzählenden Textformen in Form von Inhaltsangaben auseinandersetzen. Hierzu zählen aber zum Beispiel auch Zeitungsberichte;
    • Textformen, die sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen, wie eine Textanalyse, aber auch Dissertationen oder Hausarbeiten sowie
    • Gebrauchstexte, die in Form von Anträgen zum Beispiel bei Behördengängen verlangt werden.

  • Bestimme die Funktion von Texten.

    Tipps

    Unter Funktion versteht man jeweils, welche Auswirkungen ein Text auf den Leser haben soll bzw. was ein Text beim Leser bewirken soll.

    Ein Sachbuch ist ein Buch, das ein bestimmtes Sachthema plausibel und sprachlich verständlich darstellt.

    Lösung

    Sowohl mündliche als auch schriftliche Texte können verschiedene Funktionen übernehmen:

    • Texte können eine Informationsfunktion haben, d.h. den Leser über einen Sachverhalt oder ein Thema informieren und Wissen vermitteln.
    • Texte können in einer Appellfunktion auch versuchen, die Meinung des Gegenübers zu beeinflussen und ihn so dazu bewegen, etwas zu tun, wie zum Beispiel zum Kauf eines Produktes durch eine ansprechende Werbeanzeige.
    • Texte können den Leser auch bewusst zu etwas verpflichten. Verträge haben daher beispielsweise eine Obligationsfunktion.
    • Texte können auch darum bemüht sein, Kontakt herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten. Man spricht dann von einer Kontaktfunktion.
    • Texte können auch neue Sachverhalte festlegen, d.h. etwas deklarieren.
    • Literarische Texte haben eine ästhetische Funktion und sollen unterhalten.

  • Ermittle anhand des Textauszugs, warum ein Text als vielschichtiges Gebilde betrachtet werden kann.

    Tipps

    Eindimensional bedeutet geradlinig und einseitig.

    Sprache, aber auch inhaltliche Besonderheiten, d.h. die Semantik eines Textes, gehören zu den Schichten eines literarischen Werkes. Wie hängen die Schichten dabei miteinander zusammen?

    Lösung

    Ingarden erklärt in seinen Ausführungen, warum ein literarisches Werk vielschichtig ist. Zum einen zeichnet es sich durch seine sprachlichen Eigenheiten, aber auch durch seinen Inhalt, d.h. seine Semantik aus. Dabei sind alle Schichten wie in einem Gesamtkunstwerk miteinander verbunden. Einzelne Textteile bauen so ihren Inhalt aufeinander auf, weswegen Ingarden auch von zwei Dimensionen spricht: Eine Dimension macht dabei die verschiedenen Schichten aus und die zweite Dimension besteht darin, wie sich die Schichten gegenseitig bedingen.

    Quelle des Textauszugs: Schneider, Stefan (2005): Thema Deutsch. Schülerarbeitsheft für die Sekundarstufe II. Zwischen Text und Interpretation. Textanalyse. Leipzig, S. 11.

  • Entscheide, welche Funktion die jeweiligen Textsorten haben.

    Tipps

    Ein Wahlplakat übernimmt eine ähnliche Funktion wie die Werbung. Die Partei wirbt quasi für deine Stimme.

    Nicht jeder Text mit einer Obligationsfunktion benötigt die Unterschrift des Lesers.

    Lösung

    Texte mit einer Deklarationsfunktion sollen neue Sachverhalte verkünden. Dazu gehört zum Beispiel ein Testament, das den Nachlass des Verstorben regelt und daher neue Auskünfte über die Besitzverhältnisse gibt.
    Postkarten, aber auch SMS haben eine Kontaktfunktion, da diese Textsorten dazu beitragen, mit einer Person im persönlichen Austausch zu bleiben.
    Texte mit Obligationsfunktionen benötigen nicht immer zwingend die Unterschrift des Lesers, dass sich dieser mit einer bestimmten Sache für einverstanden erklärt. So stimmt man beispielsweise schon dann der Hausordnung einer gewissen Lokalität zu, wenn man sich dort aufhält.
    Sowohl Parteiplakate als auch Werbung haben eine Appellfunktion. Sie wollen die Meinung des Lesers beeinflussen und dafür sorgen, dass er oder sie eine Partei wählt bzw. etwas kauft.

  • Bestimme die jeweilige Textsorte.

    Tipps

    Für welche Textsorte sind Regieanweisungen typisch?

    Wie heißt die Textsorte, in der jemand Rede und Antwort steht?

    Lösung

    Jede Textsorte weist bestimmte Merkmale auf:

    • Ein Zeitungsbericht zeichnet sich durch seinen sachlichen Stil aus und informiert inhaltlich über ein bestimmtes Ereignis.
    • Ein Interview weist Fragen und Antworten auf und verfügt daher über einen Experten, der vom Reporter über einen Sachverhalt befragt wird.
    • Das Drama hat Regieanweisungen, in denen angegeben wird, wie sich die Personen zu verhalten haben, bzw. wie die Umgebung aussieht. Ein Drama hat generell eine Dialogstruktur.
    • Eine Inhaltsangabe bezieht sich auf ein bestimmtes Werk und gibt deren Inhalt auf sachlicher Ebene wieder.
    Quellen der Textauszüge:
    1. https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.blaulicht-vom-22-august-diebstahl-im-supermarkt.8105104f-e5d6-4572-8b54-68318738a5b6.html (Stand vom 20.01.2018).
    2. https://kurier.at/kultur/migrantigen-regisseur-arman-t-riahi-im-interview-zuwanderung-ist-teil-von-wiens-identitaet/305.120.368 (Stand vom 20.01.2018).
    3. https://www.schreiben.net/artikel/dos-und-donts-dein-weg-zur-perfekten-zusammenfassung-665/ (Stand vom 20.01.2018).
    4. Brecht, Bertolt (1998):Leben des Galilei. Schauspiel. Berlin, S. 7.