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Konjunktiv II – Anwendung 05:05 min

Textversion des Videos

Transkript Konjunktiv II – Anwendung

Hallo. Ich bin Martina. In diesem Video lernst du, in welchen Sprechsituationen beziehungsweise in welchen Sätzen man den Konjunktiv II verwendet. Damit du alles gut verstehst, solltest du dir auch das Video zur Bildung des Konjunktiv II ansehen. Ich wünsche dir viel Spaß.

Abgrenzung zum Konjunktiv I

Der Konjunktiv II wird in der Umgangssprache nur noch selten verwendet. In schriftlichen Texten ist er dafür häufiger zu finden. So kann der Konjunktiv II zum Beispiel in der indirekten Rede den Konjunktiv I ersetzen, außerdem wird er für Konditionalsätze verwendet. Man nimmt ihn, um Zweifel an der Richtigkeit einer Aussage auszudrücken und man braucht ihn in höflichen Fragen und Aussagesätzen. Zur Wiedergabe der wörtlichen Rede wird meist der Konjunktiv I verwendet. Bei manchen Verben haben der Konjunktiv I und der Präsens Indikativ allerdings die gleiche Form. Wenn der Sprecher aber deutlich machen möchte, dass er die Äußerung nur wiedergibt, kann er hier den Konjunktiv II verwenden.

Verwendung des Konjunktiv II

Zum Beispiel heißt es in der wörtlichen Rede: Er sagt: "Sie kommen."  Hier wird der Indikativ benutzt. In der indirekten Rede heißt es ebenfalls: Er sagt, sie kommen. Die Form ist allerdings der Konjunktiv I. Die Formen des Indikativ und des Konjunktiv I sind also gleich. Im Konjunktiv II heißt es dann aber: Er sagt, sie kämen. Durch den Konjunktiv II macht der Sprecher deutlich, dass er sich von der Aussage distanziert und sie nur wiedergibt.

Bei einigen Verben ist die Form der Präteritum Indikativ gleich dem Konjunktiv II. Bei solchen Verben nimmt man häufig die Umschreibung mit "würde". In der wörtlichen Rede heißt es zum Beispiel: Sie sagten: "Sie ließen sich fahren." In der indirekten Rede mit dem Konjunktiv II heißt es ebenfalls: Sie sagten, sie ließen sich fahren. Der Konjunktiv II gleicht also dem Präteritum Indikativ. Hier ist es möglich, statt dem Konjunktiv II "würde" einzusetzen, z. B.: Sie sagten, sie würden sich fahren lassen. Diese Form kommt dir sicherlich bekannt vor, denn es ist eigentlich eine Futurform des Konjunktiv II.

Der Konjunktiv II in Konditionalsätzen

Man braucht den Konjunktiv II auch für Konditionalsätze. Konditionalsätze drücken eine Bedingung aus. Verbindet man den Indikativ in einem Konditionalsatz, dann drückt man aus, dass man die Bedingung und deren Folgen für möglich hält. Man sagt zum Beispiel: "Wenn es weiter regnet, dann läuft die Regentonne über." Durch den Indikativ zeigt der Sprecher, dass die Regentonne wirklich überlaufen wird, wenn es weiter regnet. Verwendet man allerdings den Konjunktiv II in einem Konditionalsatz, dann drückt man damit aus, dass die Bedingungen nicht vorliegen beziehungsweise nicht möglich sind und deren Folgen auch nicht eintreten werden. Man sagt dann zum Beispiel: "Wenn es im Sommer schneite, könnten wir in den Ferien rodeln." Durch den Konjunktiv II macht der Sprecher deutlich, dass Schnee im Sommer eher unwahrscheinlich ist und man somit auch nicht rodeln kann. In einfachen Konditionalsätzen steht immer nur der Indikativ oder der Konjunktiv II, aber niemals der Konjunktiv I. Der Konjunktiv I kann nur in Form einer indirekten Rede im Konditionalsatz vorkommen. Er gilt dann aber nicht als Teil der Bedingung.

Der Konjunktiv II in der indirekte Rede

Mit dem Konjunktiv II in der indirekten Rede kann man auch seine Zweifel am Gesagten ausdrücken. Man distanziert sich von der Äußerung und macht deutlich, dass man sie für sehr unwahrscheinlich oder sogar falsch hält. Zum Beispiel: "Ich halte es für falsch, aber Tina behauptet, Elefanten kämen aus Spanien." Wenn man sich allerdings absolut sicher ist, dass die Äußerung richtig ist, kann man ausnahmsweise auch den Indikativ in der indirekten Rede verwenden. Zum Beispiel: "Ich stimme Mario zu, der sagt, dass Elefanten aus Afrika kommen." 

Der Konjunktiv II wird auch in Zusammenhängen verwendet, in denen eine Aussage im Indikativ zu direkt oder unpassend wäre. Somit verwendet man den Konjunktiv II zum Beispiel in Sätzen wie: "Das könnte ich mir vorstellen.", "Das hätten wir geschafft.", "Würde es Ihnen etwas ausmachen?". So, nun hast du gelernt, wann der Konjunktiv II in der indirekten Rede verwendet wird und in welcher Beziehung er zum Konjunktiv I steht, wann er in Konditionalsätzen gebraucht wird und wann es in höflichen Formulierungen angebracht ist, den Konjunktiv II zu nehmen. Ich hoffe, dir hat das Video gefallen. Bis zum nächsten Mal, Martina.                                                               

27 Kommentare
  1. Es gibt aber eine Ausgestorbene Elefantenart, die aus Spanien, Italien, Kroatien kommt. :( RIP Elefanten

    Von Janan, vor 3 Tagen
  2. Hallo Fanslau Moritz,
    das stimmt, das Thema Konjunktiv II ist sehr kniffelig und dieses Video zudem auch schon etwas älter. Wir arbeiten aber stets an der Neuproduktion von digitalen Lernvideos, sodass es hoffentlich bald ein neues Videos zu diesem Thema gibt.
    Viel Spaß beim lernen wünscht die Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor etwa einem Monat
  3. viel zu umständlich , du muss das video vbersuchen einem 5 klässler zu erklären, da verwirt einen immer, wenn man die ganzen zeiten durcheinander bringt

    Von Fanslau Moritz, vor etwa einem Monat
  4. Hallo Fuchstamara,
    was genau hast du denn nicht verstanden? Wenn du mir genau sagst, wo du noch offenen Fragen hast, kann ich gern versuchen, dir zu helfen! Ansonsten ist der Hausaufgabenchat immer montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr für dich da.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 6 Monaten
  5. Ich habe da nicht viel verstanden.

    Von Fuchstamara, vor 6 Monaten
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Konjunktiv II – Anwendung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Konjunktiv II – Anwendung kannst du es wiederholen und üben.

  • Ergänze den kurzen Text zur Anwendung des Konjunktiv II.

    Tipps

    In der Umgangssprache wird der Konjunktiv II selten verwendet.

    Man benutzt den Indikativ für Aussagen, die man für wahrheitsgemäß hält.

    Lösung

    Du solltest dir merken, dass der Konjunktiv II vorrangig in der Schriftsprache verwendet wird und weniger häufig in der mündlichen Kommunikation.

    Wie du im Video bereits gelernt und in dieser Aufgabe wiederholt hast, umfasst der Konjunktiv II folgende Anwendungsbereiche:

    • die indirekte Rede, wenn der Konjunktiv I nicht möglich ist
    • Konditionalsätze (Bedingungssätze), bei denen die Voraussetzung irreal ist, z.B.: Wenn das Wetter gut wäre (Voraussetzung), würden wir einen Ausflug machen.
    • Ausdruck von Zweifel
    • besonders höfliche Anfragen und Aussagesätze
  • Bestimme, welche Aussagen für die Verwendung des Konjunktiv II bei der indirekten Rede zutreffen.

    Tipps

    Der Indikativ ist ein Modus des Verbs, mit dem etwas als tatsächlich, also als gegeben dargestellt oder angenommen wird. Die Aussage muss dabei nicht der Wirklichkeit entsprechen, z.B.: Ich fliege ins All. (Indikativ)

    Zwei der sechs Aussagen sind falsch.

    Lösung

    Verwendet der Sprecher den Konjunktiv II, dann wird klar, dass er nur wiederholt, was der ursprüngliche Sprecher gesagt hat. Das heißt, durch die Verwendung des Konjunktiv II kann sich der Sprecher von der Aussage distanzieren.

    Stimmt die Form des Konjunktiv II mit dem Präteritum des Indikativ überein, verwendet man die Umschreibung mit würde, z.B.:

    • Er sagte: „Sie lachen selten.“ wird zu:
    • Er sagte, dass sie selten lachen würden. anstatt:
    • Er sagte, dass sie selten lachten.
    Bei der Wiedergabe von wörtlicher Rede (indirekte Rede) werden normalerweise die Formen des Konjunktiv I verwendet, es sei denn diese stimmen mit dem Indikativ überein. Wenn bei einem Verb die Konjunktiv-I-Form mit der Indikativ-Form im Präsens übereinstimmt, dann wird der Konjunktiv II verwendet, z.B.:

    • Er sagt: „Sie kommen.“ wird zu:
    • Er sagt, sie kämen. anstatt:
    • Er sagt, sie kommen.
    Bei dem Satz Sie sagten, sie würden sich fahren lassen. handelt es sich um eine Umschreibung mit würde, weil die Form des Konjunktiv II mit dem Präteritum des Indikativs übereinstimmt.

    Bei dem Satz Er sagt, sie kämen. steht das Verb im Konjunktiv II. Die Konjunktiv-I-Form dieses Satzes wäre Er sagt, sie kommen.

  • Ermittle, welche Konditionalsätze (Bedingungssätze) im Konjunktiv II stehen.

    Tipps

    Schau dir die Verben an. Sie verraten dir, ob der Satz im Indikativ oder im Konjunktiv steht.

    Lies dir die Sätze genau durch und überlege, ob der Sprecher die Bedingung und die Folgen für möglich hält (Indikativ) oder nicht (Konjunktiv II).

    Drei Sätze stehen im Indikativ und vier Sätze stehen im Konjunktiv II.

    Lösung

    Der Konjunktiv II wird häufig in Konditionalsätzen (Bedingungssätze) verwendet. Diese Nebensätze werden häufig mit wenn eingeleitet und drücken eine Bedingung aus. Der Hauptsatz, von dem sie abhängen, stellt die Folge dar, die bei Erfüllung der Bedingung eintritt.

    Wenn die Bedingungen nicht vorliegen bzw. nicht möglich sind oder deren Folgen nicht eintreten werden, dann verwendet der Sprecher den Konjunktiv II. Dies trifft auf die folgenden Sätze zu:

    • Wenn ich ein Tier wäre, wäre ich ein Vogel.
    • Wenn wir im Winter 30°C hätten, könnten wir im See schwimmen gehen.
    • Wäre ich nicht so schlimm erkältet gewesen, wäre ich zur Schule gegangen.
    • Wenn ich jetzt schon Ferien hätte, dann könnte ich in den Urlaub fahren.
    Wenn der Sprecher die Bedingung und die Folgen jedoch für möglich hält, dann verwendet er den Indikativ. Dies trifft auf die folgenden Sätze zu:
    • Du wirst durch die Prüfung fallen, wenn du nicht bald mit Lernen anfängst.
    • Wenn es weiter so stark regnet, dann gibt es ein Hochwasser.
    • Wenn du Zeit hast, gehen wir ins Kino.
    Du solltest dir außerdem merken, dass in einfachen Konditionalsätzen nie der Konjunktiv I stehen kann, sondern nur der Indikativ oder der Konjunktiv II. Der Konjunktiv I kann nur in Form einer indirekten Rede im Konditionalsatz auftauchen. Er gilt dann aber nicht als Teil der Bedingung.

  • Untersuche, ob es sich um den Konjunktiv II handelt und welche Sprechsituation vorliegt.

    Tipps

    Beachte die Verbform in den Sätzen. Diese gibt dir bereits einen Hinweis, ob es sich um den Indikativ oder den Konjunktiv II handelt.

    Überlege, welche Sätze in der direkten Rede stehen und welche Sätze in der indirekten Rede stehen. Die direkte Rede bezeichnet die wörtliche Rede. Die indirekte Rede bezeichnet die Wiedergabe der wörtlichen Rede.

    Beim Satz „Hätte ich nicht das andere Kapitel lesen müssen?“ handelt es sich nicht um eine höfliche Frage

    Lösung
    • Ich halte es nicht für richtig, aber Susanne behauptet, New York City ist die amerikanische Hauptstadt.
    Der Sprecher drückt einen Zweifel an der Aussage Susannes aus, d.h. dieser Satz steht im Konjunktiv II in der indirekten Rede. Durch die Verwendung des Konjunktiv II distanziert sich der Sprecher von der Äußerung, da er sie für falsch hält.
    • Ich stimme Tim zu, der sagt, dass Delfine Säugetiere sind.
    Der Sprecher ist sich bezüglich der Richtigkeit dieser Aussage sicher, daher verwendet er den Indikativ bei der Wiedergabe der wörtlichen Rede (indirekte Rede).
    • „Ich hätte gerne eine Tasse Tee und ein Stück Apfelkuchen.“
    Da dieser Satz im Indikativ zu direkt oder gar unhöflich wäre, verwendet der Sprecher hier den Konjunktiv II. Es handelt sich also um eine höfliche Bitte, die in der direkten Rede steht.
    • „Wärst du so nett, mir nach dem Essen beim Abwaschen zu helfen?“
    Wie bei der höflichen Bitte werden auch bestimmte Fragen im Konjunktiv II formuliert, da sie sonst zu direkt und eventuell unangebracht wären. Hier handelt es sich also um eine höfliche Frage in der wörtlichen Rede (direkte Rede).
    • „Hätte ich nicht das andere Kapitel lesen müssen?“
    Da dieser Satz in der direkten Rede einen Zweifel ausdrückt, steht er im Konjunktiv II.
    • „Ich komme morgen zur Orchesterprobe.“
    Der Sprecher ist sich sicher, dass er morgen zur Orchesterprobe kommen wird. Demzufolge verwendet er den Indikativ.
  • Ergänze den Text mit der häufig verwendeten Ersatzform für den Konjunktiv II: würde + Infinitiv.

    Tipps

    Erinnere dich an die Konjugation von werden im Präsens Konjunktiv II: ich würde, du würdest, er/sie/es würde, wie würden, ihr würdet, sie würden.

    Lösung

    Die Umschreibung mit würde + Infinitiv des Verbs ist die Ersatzform für den Konjunktiv II. Sie wird gewählt:

    • um die Konjunktiv-II-Form des Verbs zu ersetzen, wenn diese mit der Form des Indikativs im Präteritum zusammenfällt, z.B. bei den Verben zaubern, schnipsen, besuchen, ärgern, spielen, sagen, staunen.
    • wenn die Konjunktivform sehr altertümlich wirkt, z.B. beim Verb lügen - löge.
    Der Konstruktion mit würde + Infinitiv des Verbs begegnest du besonders häufig in der gesprochenen Umgangssprache.

    In der Schriftsprache allerdings sollte die würde-Form anstelle des Konjunktiv II nur verwendet werden, wenn dieser mit der Form des Präteritums übereinstimmt und so ein Missverständnis entstehen kann oder wenn die Konjunktiv II-Formen zu altertümlich klingen.

  • Ermittle, wie die Beispielsätze im Konjunktiv II lauten müssten.

    Tipps

    Sieh dir dieses Beispiel an. Löse nach diesem Muster die obigen Beispiele.

    • Satz im Indikativ: Petra verpasste den Zug, deshalb kam sie eine Stunde zu spät zu unserem Treffen.
    • Konditionalsatz im Konjunktiv II: Wenn Petra den Zug nicht verpasst hätte, dann wäre sie nicht eine Stunde zu spät zu unserem Treffen gekommen.

    Bei der Bildung des Konjunktiv II wird die passende Konjunktivendung an den Präteritumstamm angehangen. Starke Verben erhalten einen Umlaut, z.B.: er fände (finden).

    Lösung

    Der Konjunktiv II wird oft in irrealen Konditionalsätzen verwendet. Diese Nebensätze werden in der Regel mit wenn eingeleitet und drücken eine Bedingung aus. Der Hauptsatz, von dem sie abhängen, stellt die Folge dar, die bei Erfüllung der Bedingung eintritt.

    Wenn die Bedingungen nicht vorliegen bzw. nicht möglich sind oder deren Folgen nicht eintreten werden, dann verwendet der Sprecher also den Konjunktiv II.

    Der erste Beispielsatz lautet: Wenn du deinen Schreibtisch aufgeräumt hättest, dann hättest du dein Hausaufgabenheft sofort gefunden.

    Der in diesem Satz beschriebene Sachverhalt hat nie stattgefunden. Weder wurde der Schreibtisch aufgeräumt, noch wurde ein Hausaufgabenheft gefunden. Daher handelt es sich um einen irrealen Konditionalsatz, wie in allen anderen Beispielsätzen auch. Die Bedingung in diesem Konditionalsatz liegt nicht vor und kann nicht mehr verwirklicht werden. Daher wird der Konjunktiv II verwendet.