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Figurencharakterisierung in epischen Texten 08:36 min

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Transkript Figurencharakterisierung in epischen Texten

Hallo, ich bin Nicole und wir wagen uns heut in die große Welt der Worte und Geschichten. Im Alltag begegnen uns oft neue Menschen. Ein zugereister Mitschüler in der Klasse, im Freundeskreis oder im Sportverein. Überlege doch einmal, wie du diese neuen Personen wahrnimmst. Worauf achten wir zuerst? Äußeres ist ja bekanntlich nicht alles. Wie lernen wir jemanden richtig kennen? Wenn wir ein Buch lesen, passiert vom Prinzip her dasselbe. Wir lernen verschiedene Figuren in vielfältigen Geschichten und Epochen kennen. Genau um diesen Prozess soll es heute gehen. Denn heute erlernst du das Handwerkszeug für die Figurencharakterisierung in epischen Texten. Doch was ist eigentlich Epik? Abgegrenzt werden kann sie zum einen von der Lyrik, welche durch eine klangliche, singbare Struktur der Worte, Strophen oder Verse gekennzeichnet ist und der Dramatik. Dramatische Texte sind dabei in Dialoge und Monologe aufgebaut. Durch die Struktur in Szenen und Rollen wird deutlich, dass es vor allem für das Theater geschrieben wird. Epik hingegen ist eher erzählend und beschreibend. Als gängigste Literaturform der heutigen Zeit begegnet sie uns fast täglich. Erzählungen, Kurzgeschichten und Romane oder Märchen und Legenden gehören zu dieser Gattung. Wichtig ist, dass die Handlung in einem Fließtext beschrieben ist. Dem Erzählstil und der Länge des Textes sind dabei keine Grenzen gesetzt. Heute soll es aber vor allem um die Figuren in epischen Texten gehen. Die Aufgabe eine Figur zu charakterisieren, klingt schwieriger als sie ist. Dabei ist die Analyse der Hauptcharaktere für das Verständnis des Textes sehr wichtig. Es ist nur ein wenig Vorbereitung nötig. Je nach Länge des Textes sollte er zwei bis drei Mal aufmerksam gelesen werden. Dies betrifft vor allem natürlich kürzere Texte. Bei längeren Texten empfiehlt sich eine Art Rollentagebuch, indem du neu gewonnene Details stetig ergänzen kannst und somit auch die Entwicklung der Figur im gesamten Werk deutlich wird. Bei mehrmaligem Lesen kannst du Neuigkeiten über die Figur unterstreichen oder auf einem Notizzettel vermerken. Die gesammelten Informationen können zusammengefasst und den verschiedenen Bereichen der Charakterisierung zugeordnet werden. Man kann grundsätzlich folgende Bereiche unterscheiden: die äußere Erscheinung mit Alter, Körperbau, Aussehen, Geschlecht und Kleidung, das Verhalten mit Eigenarten, Gewohnheiten, Sprache und Sprechweise, Umgangsformen, Anteilnahme usw., die soziale Situation wie Beruf, die Herkunft, der Vorgeschichte, Gesellschaftliche Stellung, Beziehung, finanziellen Verhältnissen, Konflikten und dem Charakter mit seinen Interessen, Denkweisen, Einstellungen und Vorlieben. Nachdem man sich beim Erstlesen einen Eindruck von der Figur gemacht hat, sollten beim nachfolgenden Lesen bereits Informationen und Hinweise zu den verschiedenen Bereichen gesammelt werden, die eine möglichst genaue Vorstellung von dem Charakter der Figur ermöglichen. Es kann natürlich auch vorkommen, dass man nicht zu allen Bereichen Informationen findet, man beispielsweise nicht weiß, wie alt die Person ist oder welchen Beruf sie hat. Aus den verschiedenen Hinweisen, kann man dann mögliche Motive für bestimmtes Handeln ableiten. Warum sich die Figur vielleicht vor Hunden fürchtet oder abweisend zu fremden Personen ist. Das charakterisieren erweist sich also als wahre Detektivarbeit. Doch wie geht es nun weiter, nachdem du dir die ganze Mühe mit den Notizen gemacht hast? Es liegen dir nun einige Informationen zu der Figur vor. Diese solltest du entsprechend ordnen und bewerten. Durch welche Hinweise kann auf welche Einstellung oder welches Handlungsmotiv geschlossen werden? Doch wie bringst du diese ganzen Informationen nun zu Papier? Merke dir, es wird hier immer im Präsens geschrieben. Im Allgemeinen wird folgender Aufbau für das Verfassen einer Charakterisierung empfohlen: Wir beginnen immer mit der Einleitung, in welcher beschrieben wird, welcher Text zugrunde liegt, welcher zeitliche Hintergrund diesen Text geprägt hat und wer überhaupt der Verfasser ist. Zudem wird hier beschrieben, um welche Figur es geht und eventuell auch schon, welche Bedeutung sie für das literarische Werk hat. Die wichtige Analysearbeit erfolgt im Hauptteil. Hier werden Hinweise aus den vorab beschriebenen Kategorien äußeres Erscheinen, Verhalten und soziale Situation und Charakter sinnvoll geordnet, beschrieben und bewertet. Wichtig ist hierbei, dass du auch treffende Adjektive verwendest. Du kannst auch beispielhafte Situationen beschreiben, aus denen mögliche Charaktereigenschaften ableitbar sind. Wichtig hierbei ist, dass alle deine Beobachtungen durch Textstellen belegt werden, eventuell auch mit Seitenzahl. Der Schlussteil dient einer Zusammenfassung deiner vorab dargestellten Ergebnisse. Abschließend kannst du nun eigene Gedanken zur beschriebenen Figur formulieren. Eventuell, dies ist von den Vorgaben des Lehrers abhängig, ist hier auch Platz für dein eigenes Urteil. Beim Verfassen einer Charakterisierung solltest du darauf achten, dass du dich nicht entlang des Textverlaufes hangeln musst, sondern Argumente auch verschieben oder anders verknüpfen darfst. Damit vermeidest du auch Wiederholungen in der Beschreibung. Die Vorarbeit und Ordnung der Informationen ist hierbei also entscheidend. Für die Handlung nebensächliche Eigenschaften darfst du weglassen, die Figur wird im Text aus vielen Perspektiven dargestellt. und auch andere Charaktere des Werkes können wichtige Hinweise geben. Ziel einer Charakterisierung ist es, dass die Person praktisch vorne steht, wie ein neuer Klassenkamerad oder ein neuer Nachbarsjunge. Egal in welchem Text, du lernst jemanden neu kennen mit seinen Eigenheiten und Besonderheiten. Wir werden nun an einem Beispiel unser neu erlerntes Handwerkszeug gleich ausprobieren. Timo steht das erste Mal am Fernsehturm. Er ist neu in Berlin. Mit seinen 14 Jahren ist er bereits 10 Mal umgezogen, Sein Vater muss beruflich sehr oft die Stadt wechseln und seine Familie muss mit. Nach Hause möchte Timo nicht, bis zum Abend ist eh nie jemand da und die Nachbarn sind sehr eigenartig. Morgen ist der erste Tag in der neuen Schule, mal wieder. Sie werden ihn komisch ansehen und nach zehn Minuten vergessen. In sechs Monaten ist er eh wieder weg. Er rückt sich seine Lieblings-Basecap zurecht, die einzige, die ihn immer begleitet und läuft in die Stadt. Doch wie gehen wir nun vor? Nach zwei-, bis dreimaligem Lesen beginnt die Suche nach den Hinweisen zur Figur. nachdem wir diese gesammelt haben, geht es zur Einleitung. In dieser würde nun stehen, dass der Autor unbekannt ist und der Text aus dem Jahr 2013. Es geht um Timo. Timo ist die Hauptfigur. Im Hauptteil werden wir die Hinweise zu Timo ordnen und bewerten. Vieles spricht dafür, dass Timo ein sehr einsamer Junge ist. Oder was meinst du? hast du alle für dich wichtigen Merkmale beschrieben, fasst du sie im Schlussteil nochmals kurz zusammen. Dies wird auch Fazit genannt. Die Geschichte von Timo war nur kurz, doch auch längere Texte dürften für dich nun kein Problem sein. Du weißt nun, wie man Figuren aus epischen Texten zum Leben erweckt. Dies kannst du auch für viele andere texte anwenden und somit immer neue Figuren kennen lernen. Von uns war es das für heute. Bis zum nächsten Mal, Tschüss.

47 Kommentare
  1. Hallo Leoni,
    das werde ich versuchen.
    Bis dahin viel Spaß weiterhin beim Schauen unserer Videos.
    Liebe Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor 4 Monaten
  2. Das wäre sehr nett!

    Von Leoni B., vor 4 Monaten
  3. Könnten Sie mir bitte Bescheid sagen wenn es so weit ist das ich den Hausaufgaben Chat benutzen kann?

    Von Leoni B., vor 4 Monaten
  4. Hallo Leoni,
    das kann ich dir im Moment leider nicht sagen.
    Viele Grüße

    Von Carolin Kasper, vor 4 Monaten
  5. Okey und wie lange wird es dauern bis es denn Hausaufgaben Chat auch in der App geben wird?????

    Von Leoni B., vor 4 Monaten
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Figurencharakterisierung in epischen Texten Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Figurencharakterisierung in epischen Texten kannst du es wiederholen und üben.

  • Beschreibe den formalen Rahmen einer Figurencharakterisierung.

    Tipps

    Der klassische Aufbau einer Charakterisierung ist Einleitung - Hauptteil - Schluss.

    Lösung

    Zum Schreiben einer Figurencharakterisierung solltest du dir einige formale Eckdaten merken.

    • Die Zeitform ist immer das Präsens.
    • Eine Figurencharakterisierung sollte, wie jeder andere Aufsatz, aus Einleitung, Hauptteil und Schluss bestehen.
    • In die Einleitung gehören die Informationen, die für das Verständnis der Charakterisierung notwendig sind, also der Titel des Werks, in dem die Figur auftritt, Autorenname und Erscheinungsjahr des Textes.
    • In den Hauptteil arbeitest du die Analyse der Figur ein. Dabei solltest du alle Kategorien abarbeiten, die du kennengelernt hast: äußere Erscheinung, Verhalten, Charakter etc.
    • Im Schlussteil darf eine kurze Zusammenfassung nicht fehlen. Dabei sollst du nicht alles Gesagte noch einmal wiederholen, sondern knapp und prägnant die Hauptpunkte deiner Charakterisierung festhalten. Auch ein paar eigene Gedanken zur Figur können im Anschluss folgen.
    Behalte beim Schreiben immer im Hinterkopf, dass jemand, der den Text womöglich nicht gelesen hat, auch den Aufsatz verstehen können sollte. Das heißt, es sollte ohne großes Hintergrundwissen möglich sein, die Figur zu verstehen bzw. eine Vorstellung von ihr zu entwickeln.

  • Erstelle eine Übersicht zu den Kategorien für eine Figurencharakterisierung.

    Tipps

    Überlege, welche Merkmale du der äußeren Erscheinung zuordnen kannst. Interessen und Einstellungen siehst du nicht auf den ersten Blick.

    In der Sprache kommen Gedanken und Einstellungen einer Figur zum Ausdruck. Sie gibt damit zwar indirekt Aufschluss über den Charakter, in dieser Aufgabe wird sie aber eher als Tätigkeit verstanden.

    Lösung

    Die Kategorien sind sinnvoll für die Strukturierung deiner Charakterisierung. Durch sie bekommst du einen besseren Überblick:

    • Zur äußeren Erscheinung gehören alle Merkmale, die man beobachten kann wie Alter, Körperbau, Aussehen, Geschlecht und Kleidung. Nicht immer wird alles im Text genannt und manchmal wird zum Beispiel das Alter auch nur umschrieben. Indirekt können die äußeren Merkmale auch auf den Charakter oder das Verhalten einer Figur hindeuten. Kaputte Kleidung kann in einer Geschichte zum Beispiel bedeuten, dass die Figur aus ärmlicheren Verhältnissen kommt oder dass sie sich nicht für ihr Erscheinungsbild interessiert.
    • Das Verhalten kann man ebenfalls beobachten. Allerdings schlägt es sich anders als die äußeren Merkmale in Tätigkeiten nieder. Dazu zählt man: Eigenarten, Gewohnheiten, Umgangsformen, Sprache und Sprechweise.
    • Die soziale Situation wird beschrieben durch Beruf, Herkunft, Vorgeschichte, gesellschaftliche Stellung, Beziehungen und finanzielle Verhältnisse.
    • Der Charakter lässt sich zumeist nur indirekt über Verhalten und äußere Erscheinung bestimmen. Zu den Charaktermerkmalen zählt man: Interessen, Denkweisen, Einstellungen, Vorlieben. Manchmal berichtet der Erzähler aber auch direkt über Charaktereigenschaften einer Figur.

  • Ermittle, welche Informationen in die Einleitung einer Figurencharakterisierung gehören.

    Tipps

    In der Einleitung wird auch der Inhalt kurz zusammengefasst, sodass die Bedeutung der Figur deutlich wird.

    Achte auf die Zeitform, in der eine Charakterisierung geschrieben wird.

    Überlege noch einmal, an welcher Stelle ein Urteil stehen kann.

    Lösung

    Ein eigenes Urteil zur Figur oder zur Geschichte kann – wenn überhaupt – im Schlussteil einer Figurencharakterisierung stehen, aber keinesfalls am Anfang oder im Hauptteil. Formulierungen wie ich finde oder ich glaube sollten also vermieden werden.

    Ein großer Fehler ist die Verwendung der falschen Zeitform. Das Präteritum ist nicht die richtige Zeitform für eine Figurencharakterisierung, sondern das Präsens.

  • Entscheide dich für die richtige Anordnung der Bestandteile der Figurencharakterisierung.

    Tipps

    Überlege noch einmal, an welcher Stelle eigene Gedanken stehen können.

    Denke an eine logische Reihenfolge, die dem Leser ein klares Bild vermittelt.

    Lösung

    Die Charakterisierung beginnt mit einer knappen Einleitung, in der der Titel des Textes und der Autorenname genannt, sowie die Eigenschaften der Hauptfigur kurz beschrieben werden.

    Im Hauptteil folgt dann eine genauere Analyse der Figur nach den Kategorien äußeres Erscheinungsbild, Verhalten, Charakter und soziales Umfeld. Dabei orientiert sich die Reihenfolge der Analyse an der chronologischen Handlungsabfolge in der Geschichte.

    Wertungen und eigene Meinungen zur Figur finden sich im Schlussteil der Charakterisierung wieder. Ob eine eigene Bewertung vorgenommen werden darf, hängt aber immer von der Aufgabenstellung oder dem Lehrerauftrag ab.

  • Zeige die Unterschiede zwischen den Gattungen Lyrik, Drama und Epik auf.

    Tipps

    Der Begriff Lyrik kommt aus dem Griechischen und bedeutet Leier. Dies ist ein Instrument, das zur Begleitung von Gesang verwendet wurde.

    Lösung

    • Die Epik ist die gängigste Form der Literatur der heutigen Zeit. Sie tritt in Form von erzählenden und beschreibenden Fließtexten auf. Das können zum Beispiel Romane, Novellen oder Kurzgeschichten sein.
    • Drama: Diese Form der Literatur wird vor allem für das Theater geschrieben, was auch an der Struktur des Textes, unterteilt in Szenen und Rollen, erkennbar ist. Der Text wird durch direkte Rede in Form von Dialogen und Monologen und durch indirekte Rede wie Regieanweisungen gebildet. Ein berühmtes Drama ist zum Beispiel Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing.
    • Lyrik: Diese Form der Literatur besteht aus meist singbaren, regelmäßig strukturierten Strophen und klanglich veränderten oder aufeinander bezogenen Worten (Klangfarbe und Reime). Der Text ist meist in Versform abgefasst, das heißt eine Textzeile besteht aus einer Reihe metrisch gegliederter Rhythmen (mit Versmaßen wie Jambus oder Trochäus etc.). Lyrische Texte können Lieder oder Gedichte sein. Bestimmt hast du schon einige Gedichte gelesen oder eine Gedichtinterpretation geschrieben.
    Gattungen dienen zur Einordnung von Texten. Die Grenzen zwischen den Gattungen sind nicht immer klar definiert und es gibt auch oft Mischformen, wie zum Beispiel Balladen, die epische/erzählerische und lyrische Merkmale besitzen.

  • Entscheide dich für die gelungenste Einleitung zur Figurencharakterisierung von Kapitän Delano.

    Tipps

    Überlege noch einmal, welche Zeitform in einer Charakterisierung verwendet werden sollte.

    Einer Sache abhold sein bedeutet einer Sache abgeneigt zu sein.

    Nur eine Antwort ist korrekt.

    Lösung

    Die gelungenste Einleitung ist die dritte:

    • Kapitän Delano ist eine der Hauptfiguren in der Geschichte Benito Cereno, geschrieben 1855 von Herman Melville. Kapitän Delano arbeitet auf einem Schiff und lässt sich nicht leicht aus der Ruhe bringen.
    Darin findest du alle wichtigen Informationen über den Text, also Titel, Autor und Erscheinungsjahr, sie ist im Präsens geschrieben und gibt eine kurze, prägnante und richtige Zusammenfassung der Tätigkeit und des Charakters des Kapitäns wieder. Wichtige Analyseergebnisse folgen dann im Hauptteil, eigene Gedanken können im Schlussteil stehen.