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Erzählperspektiven – Überblick

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Team Digital
Erzählperspektiven – Überblick
lernst du in der 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Erzählperspektiven – Überblick

Nach dem Schauen dieses Videos wirst du die unterschiedlichen Erzählperspektiven kennen.

Zunächst lernst du, dass es sowohl eine neutrale, auktoriale und personale Erzählperspektive, als auch eine Ich-Erzählung gibt. Anschließend zeigen wir dir die Merkmale der entsprechenden Erzählperspektiven anhand einer Geschichte.

Lerne etwas über Erzählperspektiven, indem du die Geschichte zur Fußballweltmeisterschaft aus unterschiedlicher Sicht erzählt bekommst.

Das Video beinhaltet Schlüsselbegriffe, Bezeichnungen und Fachbegriffe wie Erzählperspektiven, neutrale Erzählperspektive, neutraler Erzähler, auktoriale Erzählperspektive, auktorialer Erzähler, personale Erzählperspektive, personaler Erzähler, Ich-Erzählung, Ich-Erzähler.

Bevor du dieses Video schaust, solltest du bereits wissen, welche Erzählertypen es gibt.

Nach diesem Video wirst du darauf vorbereitet sein, Geschichten aus unterschiedlicher Erzählperspektive zu erzählen.

Transkript Erzählperspektiven – Überblick

Heute wollen wir uns mit „Erzählperspektiven“ auseinandersetzen. Bevor wir loslegen, solltest du dich an eine wichtige Sache erinnern: Der Autor bzw. die Autorin eines Textes ist nicht mit dem Erzähler oder der Erzählerin der Geschichte gleichzusetzen. Die Merkmale dieser Erzählperspektiven werden wir uns anhand einer Beispielgeschichte ansehen Die Fußball-Weltmeisterschaft wird mit diesem Elfmeter enden. Stürmer Torben Superfuß platziert sich für den entscheidenden Schuss vor dem Tor. Wenn er den Ball versenkt, wird seine Mannschaft den Sieg holen. Die Torhüterin Valery Fang-Denball fixiert den Spieler und macht sich zum Absprung bereit. Die Fans im Stadion feuern ihre Mannschaften an. Superfuß nimmt Anlauf – und schießt! In diesem Text finden wir eine neutrale Erzählperspektive. Das bedeutet, der Erzähler oder die Erzählerin gibt nur das wieder, was man von außen sehen kann. Was äußerlich nicht sichtbar ist, bleibt auch für die Lesenden verborgen. Der neutrale Erzähler oder die neutrale Erzählerin ist nicht Teil der Geschichte, daher spricht man auch vom „erzählerlosen Erzählen“. Gefühle oder Gedanken von Figuren aus der Geschichte bleiben unbekannt, die Handlung wird sachlich beschrieben. Ein neutrales Erzählverhalten wirkt häufig fast wie protokolliert, da über das Geschehen wertfrei berichtet wird. Die gleiche Geschichte, die aber aus einer anderen Erzählperspektive erzählt wird, wirkt auch anders. Die Fußball-Weltmeisterschaft endet so spannend wie sie begonnen hat. Stürmer Torben Superfuß zittert vor Aufregung. Er hat so lange für diesen Moment trainiert, jetzt muss er beweisen, was er kann. Er beugt sein Knie, spürt seine Muskeln. Dieser Moment wird sein Leben verändern. Sein Blick trifft den von Valery Fang-Denball. Sie weiß, dass er lange verletzt war, kennt seine Schwachstelle. Torben nimmt Anlauf und Valery spürt schlagartig, dass sie einen entscheidenden Fehler machen wird. In diesem Text finden wir eine auktoriale Erzählperspektive. Da ein auktorialer Erzähler bzw. eine auktoriale Erzählerin keine Figur in der Geschichte ist, gibt es auch hier eine Außenperspektive. Allerdings kennt ein auktorialer Erzähler bzw. eine auktoriale Erzählerin alle Details über die Geschichte und die Gefühle und Gedanken ihrer Figuren, sowie über die Vergangenheit und die Zukunft. Es ist sozusagen eine „allwissende“ Erzählperspektive. Manchmal bekommen die Lesenden daher Informationen über Dinge, die erst noch passieren werden und von denen die Figuren selbst noch nichts ahnen. Vorausdeutungen und Rückblicke sind also normal. Es kann sogar passieren, dass ein auktorialer Erzähler oder eine auktoriale Erzählerin das Geschehen kommentiert oder bewertet. Manchmal kommt es auch zu Abschweifungen von der Handlung. Die auktoriale Erzählweise wirkt ebenfalls berichtend, denn es existiert eine zeitliche und räumliche Ferne zum Geschehen, die dadurch entsteht, dass von außen betrachtet wird, was geschieht. Um die Lesenden stärker ins Geschehen hineinzuholen, können wir die Perspektive weiter ändern. Torben Superfuß wird die Weltmeisterschaft entscheiden. Sein Elfmeter bestimmt über den Sieg oder die Niederlage seiner Mannschaft. Torben zittert vor Aufregung, als er sich bereit macht. „Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren”, denkt er, als sein Blick den der Torhüterin trifft. Fang-Denball ist eine der besten Torhüterinnen der Welt und Torben hat großen Respekt vor ihr. Er weiß allerdings auch, dass sie sich zu oft täuschen lässt. Er kann hören, wie die Menge seinen Namen ruft. Noch nie hat er sich gleichzeitig so stark und doch so schwach gefühlt. Er blendet alles aus – und schießt. Dieser Text ist aus einer personalen Erzählperspektive geschrieben. Der Erzähler bzw. die Erzählerin erzählt aus der Sicht einer Figur oder wechselnd aus der Sicht mehrerer Figuren. Dafür wird die Er- bzw. Sie-Form benötigt. Demnach ist die Geschichte in der 3. Person Singular geschrieben. Der Erzähler bzw. die Erzählerin ist mitten im Geschehen, kann aber nur das erzählen, was die Person, die beschrieben wird, wahrnimmt. Der Erzähler bzw. die Erzählerin kommentiert die Handlung nicht, sondern bleibt in der Sichtweise der Figur verhaftet. Was passiert, wenn wir die Perspektive komplett nach innen richten wollen? Ich habe es so weit geschafft.
Niemand hätte mir zugetraut, bei der Fußball-Weltmeisterschaft das Tor zu hüten. Jetzt hab ich’s allen gezeigt! Superfuß hat sich nach seiner Auszeit erstaunlich schnell erholt… aber sein Knie wird nie mehr so sein wie früher. Okay, Vally – konzentrier dich! Deine Mannschaft zählt auf dich, wir haben den Sieg verdient! Hat Superfuß gerade die rechte Ecke beäugt? Ha, ich weiß, was du vorhast, Torben! Ich bin be– verdammt! Jetzt haben wir ein Beispiel für eine Ich-Erzählung geschaffen. Die Perspektive des Ich-Erzählers bzw. der Ich-Erzählerin ist eine innere, da der Erzähler oder die Erzählerin eine Figur der Geschichte, also Teil der Handlung, ist. Diese Erzählperspektive ähnelt in gewisser Weise der der personalen Erzählperspektive. Die Lesenden kennen nämlich auch hier nur das, was die vorgestellte Figur weiß und empfindet. Was andere Figuren fühlen bleibt ungewiss. Ein Ich-Erzähler oder eine Ich-Erzählerin kann die Geschichte kommentieren und bewerten. Aufgepasst! Auch in der auktorialen Erzählperspektive kann in der Ich-Form gesprochen werden. Kommt der Erzähler oder die Erzählerin aber nicht selbst als Figur in der Geschichte vor, bleibt es eine auktoriale Erzählperspektive, keine Ich-Erzählung. Wie du sehen kannst, ist die Erzählperspektive eine ausschlaggebende Erzähltechnik. Je nachdem, ob eine neutrale, auktoriale, oder personale Erzählperspektive, vielleicht sogar in Form einer Ich-Erzählung, gewählt wird, werden die Lesenden unterschiedlich in die Handlung miteinbezogen und informiert.

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