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„Effi Briest“ – Entstehungsgeschichte (Fontane)

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„Effi Briest“ – Entstehungsgeschichte (Fontane)
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Beschreibung „Effi Briest“ – Entstehungsgeschichte (Fontane)

Effi Briest - Eine Romanfigur, deren eigene Wünsche durch gesellschaftliche Normen gebrochen und zerstört wurden. Eine standesgemäße Heirat und eine leidenschaftliche Liebe? Effis Vorstellungen gehen eindeutig an der damaligen Realität vorbei. Wie kam Fontane auf diesen literarischen Stoff? Der realistische Schriftsteller ließ sich vor allem durch den Gesellschaftstratsch in Berlin inspirieren. Gleich zwei Frauen beeinflussten die Schöpfung seiner "Effi". Die Scheidung des Ehepaars von Ardenne, welche durch die Affäre der Ehefrau mit Emil Hartwich ausgelöst wurde und die Geschichte um Caroline de la Motte. Sie ließ sich scheiden, aber wurde nicht - wie Effi - von der Gesellschaft ausgeschlossen, sondern heiratete ein zweites Mal und wurde noch einmal glücklich. Beide Frauenfiguren inspirierten Fonante wohl zu seiner fikitiven "Effi", die anders als Caroline de la Motte, nach dem Bekanntwerden ihrer Affäre von der Gesellschaft sozial ausgeschlossen wurde.

Transkript „Effi Briest“ – Entstehungsgeschichte (Fontane)

Theodor Fontane: Effi Briest - Entstehungsgeschichte

Theodor Fontane wurde insbesondere durch den Gesellschaftsklatsch der Stadt Berlin und sein soziales Umfeld auf das Thema Ehebruch aufmerksam. An der realen Ehebruchgeschichte beteiligt sind das Ehepaar von Ardenne und der Amtsrichter Hartwich. Er ist Nebenbuhler des Gatten und der unglückliche Dritte im Bunde. Stellvertretend für diese realen Figuren zeichnet Fontane Effi Briests Weg. Der Roman ist im Jahre 1896 erstmalig als Buch erschienen und in den Jahren zuvor entstanden.

Fontanes Roman "Effi Briest" geht auf verschiedene Inspirationen zurück. Zum einen beziehen sie sich auf den Fall Elisabeth von Ardenne, geborene von Plotho, zum anderen auf Örtlichkeiten, die im Roman auftauchen.

Dabei muss man die Vorstellung des Autors von realistischer Literatur beachten. Sie bestand daraus, Merkmale oder Ereignisse der Wirklichkeit zu nutzen und aufzunehmen. Diese wurden aber literarisch zu überhöht, also in wesentlichen Details verändert.

Es geht somit zu weit, Effi Briest einfach mit Elisabeth von Ardenne gleichsetzen zu wollen. Die Figur ist aber vom Fall Ardenne inspiriert.

Dieser begann damit, dass Elisabeth von Plotho im Jahre 1873 gegen ihren eigenen Willen den Baron von Ardenne heiratet. Sie folgt lediglich dem Wunsch ihrer Eltern. In dieser Ehe wird sie nicht glücklich. Einige Jahre später trifft sie Emil Hartwich aus Düsseldorf, der sie malt. Mit ihm verbringt sie viel Zeit.

Nach dem Umzug des Ehepaars Ardenne nach Berlin stellt der Gatte fest, dass seine Frau immer noch mit Hartwich Briefe schreibt. Er liest diese Briefe und entdeckt, dass Hartwich und seine Frau ein Verhältnis haben. Amtsrichter Hartwich gesteht und wird vom gehörnten Gatten zum Duell aufgefordert. Hartwich stirbt an den Schüssen, die Ardenne ihm versetzt. Im Jahre 1887 wird die Ehe schließlich geschieden.

Im Unterschied zu Effi im Roman gibt sich Elisabeth aber nicht auf. Sie wird berufstätig und arbeitet jahrelang als Krankenpflegerin. Den Rückzug und Untergang seiner Heldin befand Fontane wohl für wirkungsvoller, um seine Gesellschaftskritik tragisch zu untermauern.

So macht er Effi bei der Eheschließung zwei Jahre jünger als Elisabeth, die erst mit neunzehn Jahren heiratet. Außerdem war der reale Ehemann nur fünf Jahre älter als seine Frau, nicht einundzwanzig. Hier hat Fontane die Unschuld, Kindlichkeit und Naivität Effis verstärkt, genauso wie den Kontrast zum reiferen dominierenden Ehemann. Elisabeth von Ardenne starb keineswegs an den Folgen gesellschaftlicher Ächtung, sondern erst 1952 mit achtundneunzig Jahren.

Fontane wollte mit seinen Veränderungen wohl zum einen die Privatsphäre der realen Persönlichkeiten schützen, zum anderen eine bestimmte literarische Wirkung erzielen.

Den Namen von Briest gab es im preußischen Adel tatsächlich. Caroline de la Motte Fouqué, eine geborene Briest, stellt das Gegenteil zu Effi dar: Nach ihrer Scheidung wurde sie keineswegs zum Objekt gesellschaftlicher Ächtung, sondern heiratete ein zweites Mal. Außerdem arbeitete sie als Schriftstellerin der Romantik und erbte ein Schloss. Sie verkörpert eine Frauenemanzipation, die für das 19. Jahrhundert ganz untypisch ist. Fontane kreiert hier einen literarischen Gegensatz zwischen Effis Hilflosigkeit und Carolines Selbstbewusstsein.

Folglich existieren zwei Frauengeschichten um das Ehebruchthema in der Berliner Gesellschaft zur Zeit Fontanes. Beide haben für den Fall Effi als Vorlage gedient.

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