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Drameninterpretation – Autor, Titel, Gattungsbezeichnung

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Die Autor/-innen
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Martina M.
Drameninterpretation – Autor, Titel, Gattungsbezeichnung
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse

Beschreibung Drameninterpretation – Autor, Titel, Gattungsbezeichnung

"Faust. Der Tragödie erster Teil" von Johann Wolfgang von Goethe. Welche Informationen kannst du aus diesen Hinweisen lesen? Sagen dir nicht schon der Titel, der Autor und die Gattungsbezeichnung des Dramas etwas? Wenn du ein Drama interpretierst, ist es wichtig, nicht nur den Haupttext zu untersuchen, sondern auch die Nebentexte, denn auch diese liefern Informationen, die helfen, das Drama zu verstehen. In diesem Video lernst du, welche Informationen du aus dem Drama gewinnen kannst, ohne eine Seite gelesen zu haben. Viel Spaß!

Transkript Drameninterpretation – Autor, Titel, Gattungsbezeichnung

Hallo. Ich bin Martina. Und dieses Video soll einen Einstieg in die Interpretation von Dramen bieten. Die Voraussetzung hierfür ist, dass du dich schon ein bisschen mit der Gattung Drama beschäftigt hast und auch weißt, was die spezifischen Merkmale eines Dramas sind. Für die Interpretation eines Dramas sind aber nicht nur die Figuren und der Handlungsablauf wichtig, sondern auch kleine Details, wie der Name des Autos, der Titel mit Untertitel, die Gattungsbezeichnung, das Personenverzeichnis und die Regieanweisung. Jetzt kannst du dir sicherlich auch denken, dass wir hier über die geschriebene Form des Dramas reden. Denn ein Drama ist ja auch erstmal ein Text, den man genauso lesen kann wie einen Roman oder ein Gedicht. In diesem ersten Video zur Drameninterpretation gehen wir also von der geschriebenen Version aus und beschäftigen uns mit den Informationen, die wir aus den Namen des Autors, dem Titel mit Untertitel und der Gattungsbezeichnung erhalten. Im nächsten Video geht es dann nochmal um die Gattung, das Personenverzeichnis und die Bühnen- und Regieanweisung. Ich wünsche dir mit dem Video viel Spaß. Aber inwiefern können der Titel und so weiter nützlich sein? Beginnen wir mit der wichtigsten Person eines Dramas, nämlich mit dem Autor. Ohne ihn gäbe es das Stück gar nicht. Und deshalb wird sein Name auch das erste sein, was dir begegnet, wenn du das Drama in die Hand nimmst. Wenn es sich um einen bekannten Dramenautor handelt, ist es nicht schwer, das Werk in einen bestimmten Zusammenhang zu bringen. Bei Goethe zum Beispiel wird dir sicherlich sofort Sturm und Drang einfallen. Unbekannte Autoren kann man zumindest in einen zeitlichen Kontext und somit in für diese Zeit typische literarische Tradition einordnen. Das nächste, was dir auf dem Umschlag des Textes begegnet, ist der Titel des Stückes, und, falls vorhanden, der Untertitel. Der Titel kann zum Beispiel ein Name sein. Es gibt Namen von bekannten Persönlichkeiten oder mythischen Figuren, oder Namen, die man erst einmal in Personen oder Ortsnamen unterscheiden kann. Bei Namen von Persönlichkeiten oder mythischen Figuren kann uns der Titel oft schon eine Idee über den Handlungsverlauf, die Zeit in der das Drama spielt und natürlich die Hauptfigur geben. Bei dem Titel „Julius Cäsar“ zum Beispiel kann man sich denken, dass es in dem Stück wahrscheinlich um den römischen Diktator geht, der ca. 60 Jahr vor Christus als Staatsmann von sich reden machte. Wie er dann in dem Drama dargestellt wird, ist natürlich eine andere Frage, die man allein mit dem Titel nicht beantwortet kann. Aber der Titel sagt und zumindest schon mal, in welche Richtung es gehen könnte. Wenn sogar zwei bekannte Namen im Titel vorkommen, kann man natürlich noch leichter auf den Inhalt schließen. Wenn das Drama zum Beispiel Cäsar und Cleopatra heißt, dann ist es naheliegend, dass es um die Beziehung zwischen Cäsar und Cleopatra geht. Aber auch Namen, die keine historischen Persönlichkeiten bezeichnen, sondern allgemeine Namen sind, geben Auskunft über die Hauptfigur, den Ort, in dem das Stück angesiedelt ist und eventuell die Zeit oder das soziale Umfeld. Ein Drama mit dem einfachen Titel „Cecilia“, lässt zumindest vermuten, dass die Hauptfigur eine weibliche Figur oder Gestalt ist. Das ist aber eben nur eine Vermutung. Man bringt zumindest die Frage auf, wer oder was Cecilia ist. Mehr sagen uns schon Eigennamen, die mit einer Berufs- oder Ortsangabe verbunden ist. Wie zum Beispiel: „Fuhrmann Henschel“ oder „Baumeister Solness“. Manchmal wird im Titel auch nicht der Name der Hauptfigur genannt, sondern nur ihre Berufsbezeichnung in Verbindung mit einer Ortsangabe, wie zum Beispiel: „Der Hauptmann von Köpenick“, „Der Kaufmann von Venedig“ oder „Der Barbier von Sevilla“. Der Titel verrät dann zumindest schon mal, welchen Beruf die Hauptfigur ausübt und dass diese Tätigkeit scheinbar charakteristisch für die Figur ist und zudem, wo sie vorwiegend tätig ist. Die Berufsbezeichnung kann aber auch charakteristisch für das soziale Umfeld der Hauptfigur sein, denk zum Beispiel mal an „Die Weber“ oder „Die Räuber“. Gleichzeitig kann die Berufsbezeichnung auch helfen, das Stück zeitlich einzuordnen. Die veraltete Berufsbezeichnung des Fuhrmanns in „Fuhrmann Henschel“, lässt vermuten, dass das Stück im 19. Jahrhundert spielt, als die Fuhrmänner noch mit Ochsen- oder Pferdewagen Waren transportierten. Manchmal wird im Titel auch schon mehr oder weniger konkret gesagt, worum es in dem Stück geht, zum Beispiel: „Besuch der alten Dame“, „Der Widerspenstigen Zähmung“, der „Der Bürger als Edelmann“. Noch konkreter wird es, wenn der Titel noch einen Untertitel hat. Wie zum Beispiel bei dem dramatischen Theaterstück: „Martin Luther und Thomas Münzer oder die Einführung der Buchhaltung“. Der Name des Autors und der Titel des Dramas liefern uns also schon mal wichtige Informationen. Die Bezeichnung Drama ist allerdings selber nur ein Oberbegriff und sagt vorerst nur, dass es sich um ein Bühnenwerk mit Rede und Gegenrede handelt. Weitere Informationen darüber, ob es sich zum Beispiel um eine Tragödie oder Komödie handelt, gibt uns die Gattungsbezeichnung. Eine Tragödie zum Beispiel handelt meist von dem tragischen Zusammenspiel zwischen Gottheit und Mensch, Mensch und Schicksal, und Mensch und Mensch, die einen scheinbar unlösbaren Konflikt austragen. Die Komödie hingehen hat meist eine unterhaltsame Grundstimmung und einen heiteren Handlungsverlauf, der meist einen glücklichen Ausgang findet. Die Tragödie und die Komödie haben natürlich noch viele weitere Merkmale, die jeweils sehr charakteristisch sind, die aber in anderen Videos ausführlich dargestellt werden. Neben der Tragödie und der Komödie gibt es auch Mischformen, wie zum Beispiel die Tragikomödie. Es gibt auch ungewöhnlichere Gattungsbezeichnungen, die zum Teil das Drama mit anderen literarischen Gattung verbinden. Das könnte zum Beispiel ein dramatisches Gedicht oder ein szenischer Bericht sein. Und um diese Stücke zu verstehen, sollte man auch die Merkmale anderer literarischen Gattungen kennen, also eben die des Gedichts oder die des Berichtes. So, und schon sind wir wieder fast am des ersten Videos zur Drameninterpretation angekommen. Bevor ich mich verabschiede, gibt es aber noch eine Zusammenfassung: Information für die Drameninterpretation liefern nicht nur die Handlung und die Figuren, sondern auch die Name des Autors, der Titel und Untertitel, die Gattungsbezeichnung und das, was dann im nächsten Video besprochen wird, das Personenverzeichnis und die Regieanweisung. Der Autor kann mehr oder weniger bekannt sein. Bei bekannten Autoren kann man das Stück im Zusammenhang mit anderen Stücken oder eine für diesen Autor typische Richtung bringen. Unbekannte Autoren kann man zumindest in einen zeitlichen Kontext und somit in für diese Zeit typische literarische Traditionen einordnen. Der Titel kann ebenfalls den Namen einer bekannten Persönlichkeit oder mythische Figur tragen und lässt dann oft auf den Handlungsverlauf schließen. Allgemeine Namen können in Verbindung mit Berufs- und Ortsbezeichnungen Hinweise auf das Geschlecht und den Beruf der Hauptfigur geben, wo sie lebt, in welchem sozialen Umfeld sie lebt und in welcher Zeit ungefähr. Einige Teile weisen konkret auf den Handlungsverlauf, besonders wenn sie durch einen Untertitel ergänzt werden. Die Gattungsbezeichnung verrät, ob es sich um eine Tragödie oder Komödie handelt und somit welchen Charakter das Stück hat, es gibt aber auch verschiedene misch oder Kunstformen, die jeweils spezifische, charakteristische Merkmale haben. So und jetzt sind aber wirklich am Ende angekommen. Ich hoffe, dass dir das Video gefallen hat und wir uns bei der Fortsetzung wiedersehen. Bis bald, Martina.

Drameninterpretation – Autor, Titel, Gattungsbezeichnung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Drameninterpretation – Autor, Titel, Gattungsbezeichnung kannst du es wiederholen und üben.
  • Erstelle eine Übersicht unterschiedlicher Titel und ihrer möglichen Bedeutungen.

    Tipps

    Julius Cäsar ist ein bekannter römischer Herrscher.

    Lösung

    Der Titel eines Dramas gibt dir einen ersten Hinweis darauf, worum es in dem Stück gehen könnte. Alle Assoziationen, die du hast, sind natürlich vorerst Vermutungen, die dann aber in einer Dramenanalyse vertieft werden können:

    • Titel können aus Namen bestehen, dabei kann es sich um berühmte oder unbekannte Personen handeln.
    • Eine andere Möglichkeit sind Bezeichnungen, die auf ein bestimmtes Jahrhundert hinweise, wie „Fuhrmann Henschel”.
    • Weiterhin kann auch ein soziales Umfeld angedeutet werden, z. B. „Die Räuber“
    • Eine Kombination von Berufsbezeichnung und Ort gibt schon einen umfassenderen Hinweis auf den Inhalt des Stücks.

  • Definiere den Begriff „Gattungsbezeichnung”.

    Tipps

    Überlege noch einmal, ob dir die Bezeichnung „Drama” oder „Komödie“ detailliertere Informationen gibt.

    Lösung

    Durch die Bezeichnung Drama alleine ist vorerst nur ein Oberbegriff gegeben. Andere Bühnenwerke können zum Beispiel Opern oder Musicals sein. Die Gattungsbezeichnung gibt Details über das Stück, z. B. ob es sich um eine Tragödie oder um eine Komödie handelt. Außer Komödie und Tragödie gibt es auch andere Formen, zum Beispiel das dramatische Gedicht wie „Nathan der Weise”. Bei einer Tragödie geht es immer um ein tragisches Zusammenspiel. Die Thematik kann dabei variieren, aber es gibt meist einen scheinbar unlösbaren Konflikt. Die Komödie, die eine unterhaltsame Grundstimmung hat, hat meist auch einen glücklichen Ausgang.

  • Arbeite heraus, was die Titel bereits über das Stück verraten.

    Tipps

    Im Titel wird oft die Protagonistin bzw. der Protagonist des Stückes genannt. Adjektive können die Figuren genauer charakterisieren. Achte darauf, welche einzelnen Informationen im Titel enthalten sind.

    Lösung

    Verschiedene Titel geben Anlass, verschiedene Vermutungen zum Inhalt des Stücks zu äußern:

    1. „Der Gruftwächter” von Franz Kafka ist sein einziges Drama. Man könnte vermuten, dass es um einen Mann geht, der auf dem Friedhof arbeitet.
    2. „Der gute Mensche von Sezuan” ist eines von zahlreichen Stücken Bertolt Brechts und es handelt in der chinesischen Provinz Sezuan. Eine begründete Vermutung wäre, dass es um einen tugendhaften Menschen geht.
    3. „Die heilige Johanna der Schlachthöfe” ist ein im Jahre 1931 erschienenes Stück von Bertolt Brecht. Man könnte vermuten, dass es um eine geistliche Frau geht.
    4. „Wilhelm Tell” von Friedrich Schiller ist 1804 veröffentlich worden. Womöglich geht es um einen Mann. Der Titel gibt erst einmal nicht mehr her als einen Männernamen.
    5. „Die Soldaten” von Jakob Michael Reinhold Lenz ist ein Stück des Sturm und Drang. Vermutlich geht es um eine spezifische Berufsgruppe, die Soldaten.
    Für mehr Informationen kannst du die genannten Stücke lesen und schauen, ob es wirklich um das geht, was anhand des Titels bereits vermutet werden kann.

  • Ermittle, welche Schlüsse sich über das Stück „Nathan der Weise” aus den Informationen Autor, Titel und Gattungsbezeichnung ziehen lassen.

    Tipps

    Lessing wirkte und lebte vor Brecht, der der Begründer des epischen Theaters war.

    Ist weise gleichbedeutend mit geistlich?

    Lösung
    • Lessing war einer der bedeutendsten Schriftsteller/-innen der Aufklärung. Deshalb handelt es sich vermutlich auch um ein Stück im Geiste der Aufklärung. Ein Stück selbst kann nicht als weise bezeichnet werden, da es sich dabei um eine menschliche Eigenschaft handelt.
    • Lessing besann sich zurück auf die aristotelische Poetik und lebte vor Brecht. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass das Stück der Form entspricht, die Aristoteles geprägt hat, z. B. 5 Akte, Einheit von Raum, Zeit und Handlung etc.
    • Der Titel „Nathan der Weise” verrät, dass es womöglich um einen Mann mit großem Erfahrungsschatz geht. Ein Geistlicher würde wahrscheinlich anders bezeichnet werden, zum Beispiel als Nathan der Priester oder Nathan der Pastor.
    • Die Bezeichnung dramatisches Gedicht verrät dir, dass das Stück formal nicht eindeutig einer Gattung zuzuordnen ist. Es weist Züge der Lyrik und der Dramatik auf.
    • „Nathan“ ist ein typischer jüdischer Vorname, daher kann man davon ausgehen, dass der Protagonist des Stückes jüdisch ist.
  • Beschreibe das unterschiedliche Vorgehen der Dramenanalyse bei bekannten beziehungsweise unbekannten Dramenautor/-innen.

    Tipps

    Wenn du liest, dass ein Stück von Friedrich Schiller geschrieben wurde, kommt dir etwas in den Sinn. Kannst du daraus ableiten, wobei bekannte Autor/-innennamen helfen?

    Lösung

    Generell ist ein gewisses Hintergrundwissen vonnöten, um Autor/-innen einzuordnen:

    1. Bei bekannten Autor/-innen ist die Einordnung in die Epoche und damit die Erschließung der möglichen Inhalte meist einfacher. Zum Beispiel könnte dir bei Friedrich Schiller in den Sinn kommen, dass er ein wichtiger Teil der Weimarer Klassik war. Sollten dir solche Informationen noch unbekannt sein, lohnt es sich vielleicht, sich ein entsprechendes Nachschlagewerk anzuschaffen.
    2. Im besten Fall kannst du mit den Namen der Autor/-innen dann schon Schlüsse ziehen, die dir bei der Analyse behilflich sein können. Achte aber immer darauf, die Analyse nicht zu sehr auf die Autor/-innen zu fixieren.
    3. Bei unbekannten Autor/-innen ist es nicht ganz so leicht, das Stück einzuordnen. Solltest du den/die Autor/-in eines Stücks überhaupt nicht kennen, gerate nicht in Panik. Achte auf das Erscheinungsjahr. Dann kannst du das Stück und den/die Autor/-in in einen zeitlichen Kontext bringen, der dir hilft, das Stück in eine für diese Zeit typische literarische Tradition einzuordnen.

  • Erkläre, wie Autor/-in und Titel im Drama gegenüber der Lyrik interpretiert werden.

    Tipps

    Überlege noch einmal, ob Regieanweisungen Bestandteil der Lyrik sind.

    Lösung

    Autor/-in, Titel und Gattungsbezeichnung haben in der Lyrik eine andere Relevanz als im Drama:

    • In der Lyrik ist das zentrale Element das lyrische Subjekt oder auch das lyrische Ich. Es beschreibt einen Zustand, der ein Gefühlszustand oder eine Momentaufnahme sein kann.
    • Im Drama ist der Dialog und Monolog der Figuren maßgeblich. Der Dialog ist die Gegenrede und der Monolog sozusagen ein Selbstgespräch der dramatischen Figur.
    • Die Bedeutung des Autors/der Autorin entscheidet sich stark, da im Drama Regieanweisungen und anderer Nebentext wichtig sind, in der Lyrik hingegen das Gedicht für sich steht, also der Autor/die Autorin in den Hintergrund rückt. Er oder sie ist nicht mit dem lyrischen Subjekt gleichzusetzen.
    • In beiden Gattungen ist der Titel bedeutsam, da er gleichermaßen Aufschluss über den Inhalt geben kann. Deshalb sollte er auch in einer jeder Analyse Erwähnung finden.

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