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Heiner Müller

Heiner Müller gehört zu den bekanntesten Dramatikern und Schriftstellerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er verstarb 1995 in Berlin, auf Deutschlands Bühnen ist er jedoch bis heute lebendig und allgegenwärtig.

Der Dramatiker Heiner Müller

„Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden.“ Der Dramatiker Heiner Müller hat gesellschaftliche Entwicklungen oft früher erkannt als andere. Bis zu seinem Tod wurde Müller trotz Publikations- und Aufführungsverbot in der Zeit der DDR nicht müde, Unbequemes auszusprechen und traditionelle Gattungsnormen zu brechen.

Kindheit und Leben im Nationalsozialismus

Heiner Müller wurde 1929 in Eppendorf in Sachsen geboren. In seinem Leben erlebte er zahlreiche unterschiedliche politische Systeme mit, wie die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und den Sozialismus in der DDR. Durch seinen Vater, der SPD-Politiker war, wurde er schon früh mit politischen Themen und antifaschistischen Werten konfrontiert, die ihn sehr prägten. Seine Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus verarbeitete er in seinen frühen Texten, wie beispielsweise den Aufenthalt seines Vaters im Konzentrationslager.

Heiner Müller

Leben und Schreiben in der DDR

1949 ging Heiner Müller nach Ost-Berlin, wo auch Bertolt Brecht wirkte, der neben Ernst Jünger für Müller seit Beginn seines Schaffens ein literarisches Vorbild war. Zunächst bewarb er sich erfolglos um eine Stelle am Berliner Ensemble, welches Brecht leitete. Er verfasste erste Stückentwürfe, die abgelehnt wurden und schrieb stattdessen Buchrezensionen, um sich seinen Lebensunterhalt zu sichern. 1953 wurde in der DDR der Aufstand der Arbeiter niedergeschlagen. Während dieses Ereignis für viele Schriftsteller und Schriftstellerinnen der DDR ein starker Einschnitt war, behielt Heiner Müller seinen Glauben daran, dass die DDR das bessere Deutschland sei.

BRD und DDR

Dennoch war er stets kritisch gegenüber dem Sozialismus, was sich in seinem ersten Stück „Der Lohndrücker“ von 1956 zeigte. In dem im Jahr 1961 inszenierten Stück „Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande“ - in dem er Motive einer Erzählung von Anna Seghers bearbeitete - verstärkte er seine Kritik am System der DDR. Die SED erklärte das Stück für konterrevolutionär, was dazu führte, dass er aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen wurde und zwischenzeitlich Berufsverbot erhielt. Daraufhin schrieb er einige Zeit Krimis unter dem Pseudonym Max Messer. In Bühnenstücken wie „Philoktet“ oder „Herakles“, in denen er sich antiken und mythologischen Stoffen zuwendete, kritisierte er ebenfalls die DDR. 1975 wurde ein Band mit verschiedenen Stücken veröffentlicht, ein Beispiel daraus ist das Stück „Der Bau“, in dem er die gesellschaftlichen Hindernisse und Widersprüche beim Aufbau des Sozialismus darstellte.

Die 1970er Jahre waren seine produktivste Zeit, in der er an der Berliner Volksbühne als Autor und Dramaturg tätig war. Diese Zeit war auch geprägt von einer starken Hinwendung zu Shakespeare, dessen Werk er aber verändert inszenierte. So schrieb er beispielsweise 1977 „Die Hamletmaschine“, in der er den politischen und ästhetischen Stillstand beklagte. Seine Werke erlangten auch international immer mehr Beachtung, weshalb er ab 1983 ein Dauervisum für Reisen in die USA erhielt, was nur wenigen Schriftstellern und Schriftstellerinnen vergönnt war. 1989 beteiligte er sich an den Demonstrationen, die zur Auflösung der DDR beitrugen.

Bühne

Tätigkeit im wiedervereinten Deutschland

Nach dem Fall der Mauer wurde Heiner Müller Präsident der Berliner Akademie der Künste und leitete ab 1992 das Berliner Ensemble, bei dem er viele Jahre zuvor mit seiner Bewerbung bei Bertolt Brecht gescheitert war. Schriftstellerisch wandte er sich ab 1989 vermehrt der Lyrik zu und schrieb Aphorismen, also kurze, oft zynische Sinnsprüche, wie etwa Hoffnung ist nur ein Mangel an Information. 1995 verstarb er an einem Krebsleiden in Berlin, Müllers Stücke jedoch werden bis heute auf der ganzen Welt aufgeführt.

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