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I. Hauptgruppe – Chemisches Rechnen

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André Otto
I. Hauptgruppe – Chemisches Rechnen
lernst du in der 9. Klasse - 10. Klasse - 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

Beschreibung I. Hauptgruppe – Chemisches Rechnen

In diesem Video wird das chemische Rechnen am Beispiel der Schmelzflusselektrolyse von Natriumchlorid geübt und alle Einzelschritt dabei erklärt und beschriebene. Die Ausgangsfrage lautet:„Wie viel Gramm Natrium und wie viel Liter Chlor entstehen aus 1000g Kochsalz bei der Schmelzflusselektrolyse?". Zuerst wird dazu die Reaktionsgleichung formuliert und dann die gegebenen Werte eingesetzt sowie die benötigten molaren Massen berechnet. Danach wird mittels des Dreisatzes die gesuchte Größe ermittelt. Wie es weitergeht, kannst du dir im Video ansehen.

Transkript I. Hauptgruppe – Chemisches Rechnen

Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Chemie. Schön, dass ihr mich weiter begleitet, bei meinem Streifzug durch die I. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente. Ich habe mir gedacht, dass man vielleicht eine Aufgabe zum chemischen Rechnen aufnehmen könnte. Wir starten also unseren 9. Teil, der da heißt: chemisches Rechnen. Wir werden ein durchaus praxisrelevantes Problem behandeln: Natrium und Chlor aus Kochsalz. Die Aufgabenstellung lautet: Wie viel Gramm Natrium kann man aus 1kg Kochsalz gewinnen? Wie viel Liter Chlor entstehen? Wer die Videos zu den Alkalimetallen gesehen hat, wird wenig Probleme beim Formulieren der Aufgabenstellung in chemischer Sprache haben. Natürlich handelt es sich hier um die Schmelzflusslelektrolyse. Ein Molekül Natriumchlorid dissoziiert in der Salzschmelze in ein positiv geladenes Natriumion und ein negativ geladenes Chloridion. An den Elektroden kommt es zu einer Entladung der Ionen. Das positiv geladene Natriumion nimmt ein Elektron auf und es bildet sich ein Natriumatom. Das negativ geladene Chloridion gibt ein Elektron ab und es bildet sich ein Chloratom. Als Summmare Reaktion für unsere chemische Rechnung, kann man schreiben: 2NaCl reagieren zu 2Na+Cl2. Denn jeweils zwei Chloratome vereinigen sich zu einem Chlormolekül Cl2. Wir werden jetzt Verhältnisse formulieren, um die erwünschten Größen zu ermitteln. Als Ausgangswert besitzen wir für Kochsalz 1kg. Das sind 1000g. Wir wählen diese Einheit, da die gewünschte Einheit für Natrium auch g sein soll. Gesucht ist die Masse an Natrium, x. Ich schreibe in der gleichen Zeile, wie bei NaCl die 1000g, das x über Na. So, 1000g und x, weiter haben wir nichts. Wir benötigen nun noch die entsprechenden Atom- beziehungsweise Molekülmassen. Wir haben dafür unser PSE. Wir werden dort fündig bei Na und Cl. Das Element Natrium hat eine relative Atommasse von etwa 23. Chlor hat eine relative Atommasse von etwa 35,5. Die Molekülmasse von NaCl beträgt 23+35,5=58,5. Da vor dem NaCl in der Reaktionsgleichung eine 2 steht, schreibe ich auch hier davor: 2×58,5. Genauso verfahren wir beim Natrium: 2×23 und sieh da, wir haben wunderschöne Verhältnisse formuliert. 1000g verhalten sich zu 2×58,5 wie x zu 2×23. Jetzt könnte ich diese Verhältnisgleichung aufschreiben, tue ich aber nicht, denn wir haben den Dreisatz. Und ich möchte keine Ausreden mehr hören: Dreisatz kenne ich nicht. Dreisatz mag ich nicht. Den Dreisatz braucht man, egal ob man Bäcker oder Fleischer wird oder auf den Bau geht. Auch für die Hochschule braucht man den Dreisatz. Wenn wir die Verhältnisse aufgeschrieben haben, so multiplizieren wir über die schräg liegende Diagonale die Werte, von denen man 2 hat, also in dem Fall, 1000g und 2×23. Man dividiert das Ergebnis durch den Wert, den man durch die schräg liegende Diagonale nur einmal hat, das wären nämlich die 2×58,5. Also schreiben wir: 1000g×2×23/2×58,5. So und jetzt zahlt es sich aus, wenn man noch mal zurückschaut, denn wenn man 1000 sagt, muss man auch 1000 schreiben und nicht etwa 100, also da fehlt noch eine 0. Also hopp, hopp, mach mal, korrigiere dich. So, jetzt ist der Ausdruck für x korrekt formuliert und wir können mit der Rechnung beginnen. Hier gibt es ein sinnvolles Einsatzfeld für den Taschenrechner. Ich erhalte auf 1g gerundet: 393g. Die Hinführung kann ich nun weglöschen und notiere das erste Ergebnis. x ist rund 393g. Den ersten Teil der Aufgabe haben wir nun gelöst. Nun müssen wir noch das Volumen von Chlor bestimmen. Wir schreiben über Cl "y", denn das suchen wir. Wir könnten nun so verfahren, dass wir zuerst die Masse von Chlor bestimmen und daraus das Volumen ermitteln. Die relative Molekülmasse des Chlormoleküls ermitteln wir aus der relativen Atommasse des Chloratoms, also 2×35,5. Schnell im Kopf errechnet, ergibt 71. Noch schnell überflüssige Informationen und Zwischenrechnungen weggelöscht und dann kann es weitergehen. Man kann aber auch einfacher verfahren. Wir könnten sofort das Volumen bestimmen, ohne erst über die Masse zu gehen. Und zwar benutzen wir dafür das Gesetz von Avogadro. Es besagt, dass 1mol eines Gases ein Volumen von 22,4l besitzt. Das gilt für sogenannte Normbedingungen: 0°C und 1bar. Wir werden somit die Molekülmasse des Chlormoleküls von 71 nicht benötigen. Anstelle dessen schreiben wir: 22,4l. Das entspricht der Masse für 1mol Chlor bei Normbedingungen. Die Spuren der vorigen Rechnung nehme ich weg und dann können wir weiter arbeiten. Noch ein kleines Detail. Eine kleine Ungenauigkeit müssen wir beheben. In diesem Fall der Rechnung, erhalten wir für y eine Einheit von Litern, denn darunter stehen die 22,4l. Das bedeutet, schaut nach links, dass wir bei Natriumchlorid oberhalb des Formelzeichens und unterhalb des Formelzeichens auch Gramm verwenden müssen. Ich schreibe also hinter die 58,5 auch g, denn wir arbeiten hier durchweg mit Molen. Wenn ich sage, wir arbeiten mit Molen, so meine ich damit die Stoffmengen. Das sage ich für den Fall, dass sich hier in das Forum ein besonders Genauer verirrt hat. Wir haben wieder eine Verhältnisgleichung und können den Dreisatz verwenden. Entlang der Schrägen, der Diagonalen, die durch 2 bekannte Größen gekennzeichnet wird, multiplizieren wir und dividieren durch den verbleibenden Wert. So erhalten wir die gesuchte Größe. Wir rechnen: 1000g×22,4l/2×58,5g. Nun nehme ich noch Schülers liebstes Werkzeug zur Hand und rechne. Ich erhalte: 191,5l. y beträgt etwa 191,5l. Wir haben das Problem gelöst. Man kann aus 1kg Kochsalz 393g Natrium gewinnen. 191,5l Chlor entstehen dabei. Für die letzte Aussage gilt: sie ist nur korrekt bei Normbedingungen, 0°C und 1bar. So meine Lieben, das wär's schon wieder. Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Freude an der Aufgabe und vielleicht hat sie dem ein oder anderen genützt. Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg. Eine weitere Aufgabe zum chemischen Rechnen werde ich im Teil: Alkalimetalle Nummer 10 vorstellen. Na dann, bis bald. Tschüss.

8 Kommentare

8 Kommentare
  1. "Nun habe ich doch eine Fragen, und zwar zur Berechnung des Chlors:
    Warum wird die Avogadrozahl 22,4 l nur einmal berechnet, obwohl es sich um Cl2 handelt. Ich hätte gedacht, dass die Aufgabe lautet:
    (1000 x 22,4 l x 2) / 2 x 58,5 g.

    Danke schon mal vorab."

    Cl2 ist ein stabiles Teilchen, dass aus zwei Atomen Chlor (Cl) besteht. Würde Chlor atomar sein, also als Cl existieren, wäre Deine Überlegung richtig. So bleibt es dabei, was ich gezeigt habe.
    Übrigens gibt es atomare Gase, die Edelgase. Da würde man so rechnen, wie du es vorschlägst. Da die Edelgase aber kaum Verbindungen bilden, brauchen wir uns darüber keine tiefschürfenden Gedanken machen.
    Alles Gute

    Von André Otto, vor etwa 3 Jahren
  2. Doktor der Chemie.

    Von André Otto, vor etwa 4 Jahren
  3. Sie können das supererklären

    Von Arazhul Hd, vor etwa 4 Jahren
  4. Danke hat echt geholfen . sind sie Professor ?

    Von Arazhul Hd, vor etwa 4 Jahren
  5. Nun habe ich doch eine Fragen, und zwar zur Berechnung des Chlors:
    Warum wird die Avogadrozahl 22,4 l nur einmal berechnet, obwohl es sich um Cl2 handelt. Ich hätte gedacht, dass die Aufgabe lautet:
    (1000 x 22,4 l x 2) / 2 x 58,5 g.

    Danke schon mal vorab.

    Von Hoeffnerdagmar, vor mehr als 7 Jahren
Mehr Kommentare

I. Hauptgruppe – Chemisches Rechnen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video I. Hauptgruppe – Chemisches Rechnen kannst du es wiederholen und üben.
  • Formuliere die Reaktionsgleichung für die Schmelzflusselektrolyse von Kochsalz.

    Tipps

    Es können bei der Elektrolyse nur die Elemente entstehen, welche auch in dem Ausgangsstoff Kochsalz enthalten sind.

    Elementares Chlor liegt unter Normalbedingungen als zweiatomiges Molekül vor.

    Lösung

    Die Reaktionsgleichung der Schmelzflusselektrolyse von Kochsalz (NaCl) lautet wie folgt:

    $2\ NaCl \longrightarrow 2\ Na + Cl_2$

    Es entsteht dabei also Natrium und gasförmiges Chlor. Beim Aufstellen der Reaktionsgleichung muss beachtet werden, dass elementares Chlor nicht als einzelnes Atom, sondern unter Normalbedingungen als Molekül aus zwei Chloratomen vorliegt. Zudem müssen auf der linken und rechten Seite des Reaktionspfeils jeweils gleich viele Natrium- und Chloratome stehen.

  • Vervollständige die Berechung zur Schmelzflusselektrolyse von Kochsalz.

    Tipps

    Du kannst die molare Masse einer Verbindung mit Hilfe ihrer Summenformel berechnen. Zunächst benötigst du die molaren Massen der enthaltenen Elemente und multipliziert diese mit ihren Indexzahlen. Anschließend addierst du die Werte.

    Das Volumen an entstehendem Chlorgas kann mit Hilfe des Gesetzes von Avogadro berechnet werden.

    Lösung

    Um die molare Masse von Kochsalz zu berechnen, kann einfach die molaren Massen von Natrium (23 $\frac{g}{mol}$) und von Chlor (35,5 $\frac{g}{mol}$) aufaddiert werden. So erhält man für Kochsalz (NaCl) eine molare Masse von 58,5 $\frac{g}{mol}$.

    Da die Stoffmenge an Chlorgas bereits gegeben ist, kann mit Hilfe des Gesetzes von Avogadro das Volumen ganz einfach wie folgt berechnet werden:

    $V(Cl_2) = 10\ \text{mol} \cdot 22,4\ \dfrac{\text{L}}{\text{mol}} = 224\ \text{L}$

  • Berechne, wie viel Natrium und Chlor bei der Schmelzflusselektrolyse entstehen.

    Tipps

    Die Aufgabe lässt sich mit dem Dreisatz lösen.

    Bei dem zu berechnenden Fall wurde nur 75 % des Ausgangsstoffs eingesetzt, welches bei dem Beispiel mit Lösung verwendet wurde.

    Lösung

    Da wir bereits die Ergebnisse für ein Beispiel mit 1000 g Kochsalz gegeben haben, ist die Berechnung mit einer anderen Kochsalzmenge nicht mehr kompliziert. Die 750 g Kochsalz entsprechen 75 % der in dem vorigen Beispiel eingesetzten Menge. Somit entstehen auch nur 75 % an Natrium und Chlorgas des vorigen Beispiels. Multipliziert man die Masse von Natrium und das Volumen von Chlor mit 0,75, so erhält man die gesuchte Masse und das gesuchte Volumen.

    Aus 750 g Kochsalz entstehen somit 294,75 g Natrium und 143,63 L Chlorgas.

  • Überprüfe die Angaben zur Berechnung der Masse der enstehenden Stoffe bei der Schmelzelektrolyse.

    Tipps

    Sieh dir die Zahlen ganz genau an!

    Das Gesetz von Avogadro besagt, dass ein Mol eines Gases bei 0 °C und einem einem Bar Umgebungsdruck 22,4 L einnimmt.

    Die korrekte, ausbalancierte Reaktionsgleichung für die Schmelzflusselektrolyse von Kochsalz lautet wie folgt:

    $2\ NaCl \longrightarrow 2\ Na + Cl_2$

    Lösung

    Laut Avogadro nimmt ein Mol eines Gases ein Volumen von 22,4 L ein. Dies gilt jedoch nur unter Normbedingungen, also bei 0 °C und einem Bar Druck. In den oben gezeigten Angaben ist ein Zahlendreher unterlaufen, sodass mit 24,2 Litern pro Mol gerechnet wurde.

    Genauso wichtig wie die korrekte Angabe des Normvolumen ist eine korrekt ausbalancierte Reaktionsgleichung. Sie zeigt uns, dass aus einer bestimmten Stoffmenge an Kochsalz die gleiche Stoffmenge an Natrium entsteht: $2\ NaCl \longrightarrow 2\ Na + Cl_2$
    Es muss also mit der Masse von zwei Mol Natrium gerechnet werden.

  • Überprüfe, ob das Gesetz von Avogadro richtig verwendet wurde.

    Tipps

    Ein Mol eines Gases nimmt bei 0 °C und einem Bar Umgebungsdruck ein Volumen von 22,4 Liter ein.

    Lösung

    Laut Avogadro nimmt ein Mol eines Gases bei 0 °C und einem Bar Umgebungsdruck ein Volumen von 22,4 L ein. Um bei gegebener Stoffmenge das Volumen zu bestimmen, muss die Stoffmenge lediglich mit 22,4 L pro Mol multipliziert werden.

  • Vervollständige die Reaktionsgleichung und die Berechnung für eine Schmelzflusselektrolyse von Lithiumchlorid.

    Tipps

    Die molare Massen der einzelnen Elemente können in einem Periodensystem abgelesen werden.

    Lösung

    Um elementares Lithium herzustellen, kann ebenfalls eine Schmelzflusselektrolyse durchgeführt werden. Als Ausgangsmaterial dient hierbei Lithiumchlorid.

    Reaktionsgleichung: $2\ LiCl \longrightarrow\ 2\ Li + Cl_2$

    Wie bei der Berechnung mit Natrium werden auch hier die molaren Massen benötigt ($M(Li) = 6,9\ \frac{g}{mol}$) und $M(LiCl)=42,4\ \frac{g}{mol}$).
    Die Menge an entstehendem Lithium berechnet sich somit wie folgt:
    $m(Li)\ =\ \dfrac{1060\ g \cdot 2~mol \cdot 6,9\ \frac{g}{mol}}{2~mol\ \cdot 42,4\ \frac{g}{mol}}$

    Mit Hilfe des Gesetztes von Avogadro können wir ebenfalls das Volumen an entstehendem Chlorgas bestimmen. Dafür multiplizieren wir lediglich die 12,5 mol Chlorgas mit 22,4 $\frac{L}{mol}$ und erhalten ein Volumen von 280 Litern.

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