Hauttransplantation
- Wenn die Haut selbst zur Rettung wird – Hauttransplantation
- Der Aufbau der Haut als Grundlage für das Verständnis
- Warum großflächige Verbrennungen so gefährlich sind
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Grundlagen zum Thema Hauttransplantation
Wenn die Haut selbst zur Rettung wird – Hauttransplantation
Stell dir vor, jemand verletzt sich bei einem Unfall so schwer, dass große Teile der Haut zerstört werden, etwa durch eine schwere Verbrennung. Das wäre dramatisch, denn die Haut ist nicht nur eine äußere Hülle. Sie schützt den Körper vor Krankheitserregern, reguliert die Körpertemperatur und verhindert, dass wir zu viel Flüssigkeit verlieren. Fehlt sie über eine große Fläche, kann das lebensgefährlich werden. Genau hier setzt ein besonderes medizinisches Verfahren an, das oft Leben rettet: die Hauttransplantation.
Eine Hauttransplantation ist ein medizinisches Verfahren, bei dem Hautgewebe auf eine Wundfläche übertragen wird. Das Transplantat soll dort anwachsen, die Wunde dauerhaft oder vorübergehend bedecken und einen Teil der Schutzfunktion der Haut wiederherstellen.
Der Aufbau der Haut als Grundlage für das Verständnis
Um zu verstehen, warum eine Hauttransplantation überhaupt notwendig und möglich ist, hilft ein Blick auf den Aufbau der Haut. Die Haut besteht aus mehreren Schichten, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Die Haut gliedert sich in drei Hauptschichten: die Epidermis (Oberhaut), die äußerste, sich ständig erneuernde Schicht; die Dermis (Lederhaut) darunter, die Blutgefäße, Nervenenden und Haarwurzeln enthält; und die Subkutis (Unterhaut), die vor allem aus Fett- und Bindegewebe besteht und den Körper polstert und isoliert.
Diese Schichtung erklärt, warum manche Verletzungen von selbst heilen und andere nicht: Oberflächliche Verletzungen der Dermis können häufig noch von selbst heilen, weil regenerationsfähige Zellen in tieferen Epidermisschichten und Hautanhangsgebilden erhalten bleiben. Bei tiefen oder vollschichtigen Verletzungen sind diese Strukturen weitgehend zerstört. Solche Wunden heilen nur sehr langsam, mit ausgeprägter Narbenbildung oder müssen operativ verschlossen werden.
Warum großflächige Verbrennungen so gefährlich sind
Bei einer schweren Verbrennung werden häufig alle Hautschichten zerstört. Da die Haut zentrale Aufgaben wie Temperaturregulation, Schutz vor Krankheitserregern und Flüssigkeitsregulation übernimmt, führt der großflächige Verlust dieser Funktionen schnell zu einem lebensbedrohlichen Zustand. Zusätzlich führen Entzündungsreaktionen zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Blutgefäße. Flüssigkeit tritt in das Gewebe über, sodass das Blutvolumen sinken und ein lebensbedrohlicher Kreislaufschock entstehen kann.
Stell dir die Haut wie die Außenhülle eines Hauses vor. Fehlt ein kleines Stück Putz, ist das kein Problem. Fehlt jedoch eine ganze Wand, dringen Wind, Regen und Kälte ungehindert ein – genauso verliert der Körper ohne ausreichend Haut Schutz und Flüssigkeit.
Zwei Grundtypen der Hauttransplantation
Je nachdem, woher die transplantierte Haut stammt, unterscheidet man zwei grundlegende Verfahren.
Bei einer Eigenhauttransplantation (Autotransplantation) wird gesunde Haut von einer anderen Körperstelle derselben Person entnommen und auf die verletzte Stelle übertragen.
Bei einer Fremdhauttransplantation stammt die Haut von einer anderen Person oder wird künstlich hergestellt und dient häufig nur als vorübergehender Wundverschluss.
Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Verfahren liegt im körpereigenen Abwehrsystem: Da die Eigenhaut aus dem eigenen Gewebe stammt, wird sie vom Immunsystem nicht als fremd erkannt und dauerhaft angenommen. Fremdhaut wird dagegen vom Immunsystem als körperfremd eingestuft und nach einiger Zeit abgestoßen, weshalb sie meist nur übergangsweise verwendet wird, bis genügend Eigenhaut zur Verfügung steht oder nachgewachsen ist.
| Merkmal | Eigenhauttransplantation | Fremdhauttransplantation |
|---|---|---|
| Herkunft der Haut | Andere Körperstelle derselben Person | Andere Person oder künstlich hergestellt |
| Reaktion des Immunsystems | Keine Abstoßung, da körpereigenes Gewebe | Abstoßung nach einiger Zeit wahrscheinlich |
| Dauerhaftigkeit | Dauerhaft | Meist nur vorübergehend |
| Typischer Einsatzzweck | Endgültiger Wundverschluss | Vorübergehender Schutz bis zur endgültigen Behandlung |
Der Ablauf einer Eigenhauttransplantation
Bei großflächigen Wunden wird häufig eine Spalthauttransplantation durchgeführt. Ihr typischer Ablauf lässt sich vereinfacht folgendermaßen beschreiben:
- An einer gesunden, meist wenig sichtbaren Körperstelle (zum Beispiel am Oberschenkel) wird eine dünne Hautschicht entnommen, die sogenannte Spalthaut.
- Die entnommene Spalthaut enthält meist nur die Epidermis und einen Teil der Dermis, sodass an der Entnahmestelle selbst neue Haut nachwachsen kann.
- Die entnommene Haut wird auf die vorbereitete, gereinigte Wundfläche aufgebracht.
- Kleine Blutgefäße der Wundfläche und der transplantierten Haut beginnen, sich miteinander zu verbinden, damit das Transplantat mit Nährstoffen versorgt wird.
- In den folgenden Tagen wächst die transplantierte Haut fest mit dem umliegenden Gewebe zusammen.
Ausblick – das lernst du nach Hauttransplantation
Du hast nun gelernt, dass Fremdhaut häufig vom Körper des Empfängers abgestoßen wird. Vertiefe dein Wissen zum Immunsystem.
Zusammenfassung zum Thema Hauttransplantation
- Eine Hauttransplantation überträgt gesunde Haut auf eine geschädigte Körperstelle, wenn die Haut dort nicht mehr von selbst nachwachsen kann.
- Die Haut besteht aus Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut) und Subkutis (Unterhaut); erst wenn eine Verletzung bis in die Dermis reicht, ist eine Transplantation notwendig.
- Bei der Eigenhauttransplantation stammt die Haut vom eigenen Körper und wird dauerhaft angenommen, bei der Fremdhauttransplantation wird die Haut später meist vom Immunsystem abgestoßen.
- Bei der Eigenhauttransplantation wird dünne Spalthaut entnommen, wodurch die Entnahmestelle selbst wieder abheilen kann.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Hauttransplantation
Transkript Hauttransplantation
Hallo! Was machen eigentlich Menschen, die durch Verletzungen Teile ihrer Haut verloren und damit große Schmerzen haben? Manchmal kann ihnen durch eine Hauttransplantation geholfen werden. Wie das genau funktioniert und wie der Körper auf eine solche Hauttransplantation reagiert, möchte ich dir in diesem Video zeigen.
Haut
Zunächst wollen wir uns anschauen, welche Funktion die Haut überhaupt hat. Die Haut schützt unseren Körper beispielsweise vor Infektionen mit Bakterien und Pilzen; die können dann durch die verletzten Hautbereiche in den Körper eindringen. Zudem schützt sie vor Umwelteinflüssen wie Kälte und Wärme. Sie nimmt also Temperaturen wahr und reagiert z.B. mit Schweißproduktion bei Hitze.
Sie beherbergt außerdem den Tastsinn, so dass sie Tastreize wahrnehmen kann. Die Haut hat also wichtige Aufgaben. Wird die Haut verletzt, sorgt normalerweise die Wundheilung für eine Schließung der Lücke, so dass diese wieder ihrer Funktion nachkommen kann.
Ursachen für eine Hauttransplantation
Manchmal sind die Verletzungen der Haut aber so großflächig und schwerwiegend, dass die normale Wundheilung nicht ausreicht, um die Lücken in der Haut zu schließen; dann ist ein Hauttransplantation notwendig. Aber wie kann es überhaupt zu solchen Hautverletzungen kommen?
Oftmals sind Verbrennungen die Ursache dafür, dass Teile der Haut verschwunden sind. Aber auch Unfälle mit Chemikalien wie starken Säuren oder Laugen, die zu Verätzungen führen, können der Grund für eine großflächige Schädigung der Haut sein.
Auch große Wunden, die z.B. durch Unfälle mit Maschinen oder im Straßenverkehr entstehen können, sind die Ursache für eine notwendige Hauttransplantation.
Durchführung einer Hauttransplantation
Bei einer autogenen Hauttransplantation entnimmt der Arzt einen gesunden Hautbereich des Patienten z.B. vom Oberschenkel. Das Hautstück wird dann in die Wundränder eingenäht oder nur durch einen Verband fixiert. Zunächst ist das Hautstück nicht mit Blutgefäßen verbunden und wird daher durch Stoffe aus der Zellflüssigkeit, dem so genannten Plasma, versorgt. Schon nach zwei Tagen bilden sich die ersten kleinen Blutgefäße aus, die das verpflanzte Hautstück mit Nährstoffen versorgen.
Bei der allogenen Hauttransplantation wird ein Hautbereich eines anderen Menschen, also eines Spenders, verwendet.
Komplikationen einer Hauttransplantation
Hört sich alles ganz einfach an. Aber bei solchen Hauttransplantationen kann es auch zu Komplikationen kommen. Und was muss dabei beachtet werden?
Oft kommt es nämlich zu Infektionen mit Bakterien. Solche Infektionen verhindern, dass eine Durchblutung des verpflanzten Hautbereiches stattfindet. Der transplantierte Hautbereich wird dann vom Körper abgestoßen. Wird der transplantierte Hautbereich nicht absolut ruhig gestellt, verhindert dies ein Anwachsen der Haut und einen Anschluss an die Blutgefäße. Auch Knochen und Sehnen verhindern ein Anwachsen der transplantierten Haut.
Allogene Hauttransplantationen, also Transplantation von Hautbereichen eines Spenders, funktionieren nur, wenn vom Empfänger Medikamente eingenommen werden, die eine Abstoßung verhindern. Das Immunsystem des Empfängers erkennt die transplantierte Haut dann nämlich als „fremd“ und sein Immunsystem würde sie bekämpfen, wenn keine Medikamente zur Unterdrückung dieser Immunreaktion eingenommen würden.
Zusammenfassung
Bei Verbrennungen, Unfällen oder schlecht heilenden Wunden kann die Normale Wundheilung Lücken in der Haut nicht schließen. Eine Hauttransplantation kann notwendig sein. Du hast in diesem Video gesehen, dass im Fall der autogenen Hauttransplantation Haut des eigenen Körpers und im Fall der allogenen Hauttransplantation Haut eines Spenders entnommen wird.
Diese Hautbereiche werden dann in den Wundrändern fixiert und schon nach kurzer Zeit durch neu gebildete Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt. Komplikationen können bei Infektionen mit Bakterien oder bei einer mangelhaften Ruhigstellung des transplantierten Hautbereichs auftreten. Tschüss und bis zum nächsten Mal!
Hauttransplantation Übung
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Benenne Komplikationen und Gegenmaßnahmen, die bei einer Hauttransplantation auftreten können.
TippsMedikamente zur Unterdrückung der Immunabwehr nennt man Immunsuppressiva.
LösungDamit es nach einer Transplantation nicht zu einer Abstoßung des Gewebes kommt, muss man Medikamente einnehmen, sogenannte Immunsuppressiva, die die Immunabwehr unterdrücken. Der transplantierte Bereich muss auch ruhig gestellt werden, damit das Anwachsen gelingen kann. Oft verhindern Knochen und Sehnen das Anwachsen des Hautbereichs oder es kommt zu einer Infektion mit Bakterien.
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Beschreibe die Unterschiede zwischen autogener und allogener Hauttransplantation.
TippsAutogen bedeutet so viel wie selbstständig.
LösungBei der Hauttransplantation unterscheiden wir zwischen autogener und allogener Transplantation.
Bei der autogenen Transplantation wird ein Hautstück zum Beispiel aus dem Oberschenkel entnommen und in die Wunde eingesetzt. Nach 2 Tagen bilden sich erste kleine Blutgefäße, die dann die Versorgung übernehmen. Das bedeutet Spender und Empfänger sind dieselbe Person.
Bei der allogenen Transplantation wird ein anderer Spender benötigt, das bedeutet die eingesetzte Haut stammt von einem anderen Menschen.
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Erkläre, wie die Haut unsere Körperwärme reguliert.
TippsIm Winter ist unsere Haut häufig blass und trocken.
LösungDie Haut ist eines unserer wichtigsten Organe. Sie schützt uns nicht nur vor Umwelteinflüssen, sondern kann auch die Körperwärme regulieren.
Wenn es draußen kalt ist wie im Winter, dann verengen sich die Gefäße in der Haut. Sie wird schlechter durchblutet. Unsere Haut ist im Winter oft sehr trocken, da sie auch schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.
Wenn es draußen sehr heiß ist wie im Sommer, dann schwitzen wir. Es wird über Drüsen Schweiß abgegeben. Dies bedeutet auch immer einen Wasserverlust für unseren Körper, daher sollten wir im Sommer mehr trinken.
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Erläutere den Ablauf der Blutgerinnung.
TippsGerinnung bedeutet Festwerden des Blutes.
LösungEine der wichtigsten Eigenschaften unseres Blutes ist, dass es gerinnen kann. Ohne diese Eigenschaft würden wir schon bei kleinen Wunden verbluten.
Die Blutgerinnung kannst du dir wie eine Kettenreaktion vorstellen, sie besteht aus vielen einzelnen Schritten:
Zunächst setzen die Blutplättchen Thrombin frei. Thrombin ist das entscheidende Enzym der Blutgerinnung. Im Blut befindet sich auch Fibrinogen. Kommt nun das Fibrinogen mit dem Thrombin an der Wunde zusammen, entsteht Fibrin. In dem Fibrinnetz bleiben Blutplättchen und Blutkörper hängen. Ein Blutgerinnsel entsteht und verschließt die Wunde. Wenn der Wundschorf entsteht, ist der Vorgang der Blutgerinnung abgeschlossen.
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Benenne die Funktionen der Haut.
TippsUnsere Haut gilt als Schutzschild.
LösungUnsere Haut ist das größte menschliche Organ und übernimmt wichtige Funktionen. Sie beherbergt unseren Tastsinn und nimmt Temperaturen wahr. Zudem bildet sie eine Schutzschicht gegen Bakterien, Pilze und anderer Umwelteinflüsse. Sie dient auch der Regulation unsere Körpertemperatur. Beim Schwitzen entsteht Schweiß, dieser verdunstet und kühlt unseren Körper ab.
Bei einem erwachsenen Menschen wiegt die Haut ca. 10kg!
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Erkläre den Aufbau der Haut.
TippsDie Hornhaut schützt die weiteren Hautschichten vor Umwelteinflüssen.
LösungBei der Haut unterscheidet man die Oberhaut, die Lederhaut und Unterhaut.
Die Oberhaut besteht von außen nach innen aus einer Hornschicht, der Hornhaut. Diese Schicht ist an einigen Körperstellen wie der Hand oder am Fuß besonders dick, damit die unterliegenden Schichten sicher gegen Reibung und Abnutzung geschützt sind.
In der Lederhaut befinden sich die Blutgefäße, die die Haut mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgen. Ebenfalls in der Lederhaut liegen unsere Sinneszellen.
In der Unterhaut finden wir eine stark fetthaltige Schicht, diese Schicht schützt vor Auskühlung und Stößen, zudem dient sie der Energiespeicherung.
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Super ich habe alles verstanden !