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Spechte 06:51 min

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Transkript Spechte

Hallo! Manche Vögel erkennt man an ihrem Ruf - den Specht erkennt man an seinem Trommeln. Mit seinem Schnabel hämmert er gegen einen hell klingenden trockenen Ast und erzeugt ein schnarrendes Trommeln, dass man im Frühling weithin hört; damit kennzeichnet er sein Revier und lockt Weibchen an.

Aber warum werden Spechte eigentlich Zimmerleute des Waldes genannt? Was ist eine Spechtschmiede? Welcher überlebenswichtige Körperteil des Spechtes ist das? Antworten auf diese Fragen gibt es in diesem Video.

Am Beispiel Buntspecht - Kletterkünstler

Die häufigste Spechtart in unseren Wäldern ist der Buntspecht. Sein Gefieder ist auffallend schwarz-weiß und die unteren Schwanzfedern sind lebhaft rot gefärbt. Nur das Männchen hat einen roten Genickfleck.

Da seine Beine sehr kurz sind, kann er sich umso dichter an den Stamm schmiegen. Spechte sind nämlich Kletterkünstler. An senkrechten Stämmen hüpfen sie scheinbar mühelos aufwärts. Dabei helfen ihnen ihre Kletterfüße.

Zwei Zehen sind nach vorne gerichtet - mit seinen scharfen gebogenen Krallen hält sich der Specht an der Rinde fest. Zwei Zehen sind nach hinten gerichtet - sie stützen den Specht. Auch seine stark versteiften Schwanzfedern, die er beim Sitzen auf dem senkrechten Baumstamm gegen die Rinde drückt, geben ihm Halt und Stütze. Darum wird sein Schwanz auch Stützschwanz genannt.

Am Beispiel Buntspecht - Beutefang

Das wichtigste Werkzeug des Spechtes ist sein harter, keilförmiger Schnabel. Der Oberschnabel ist etwas länger als der Unterschnabel. Außerdem trägt er vorne eine senkrechte Schneide. Er funktioniert wie ein Meißel.

Um an Insekten und Insektenlarven zu kommen, die unter der Borke und im Holz stecken, muss er die Insekten- und Larvengänge offenlegen. Mit seinem Meißelschnabel spaltet er Span für Span des Holzes ab. Damit sein Gehirn bei den kräftigen Hieben keinen Schaden nimmt, ist es innerhalb des Schädelknochens in eine zähe Flüssigkeit eingelagert.

Hat der Specht erstmal einen Gang freigelegt, kommt sein zweitwichtigstes Werkzeug zum Einsatz, seine Zunge. So sieht seine Zunge stark vergrößert aus. Die Zungenspitze ist harpunenförmig, außerdem besitzt die Zunge kleine Widerhaken und ist mit einem klebrigen Speichel überzogen. Bis zu 10cm kann der Buntspecht seine lange dünne Schleuderzunge ausfahren und in den Insektengang schieben.

Größere Insekten und Larven werden von der Zungenspitze aufgespießt - kleinere bleiben auf der Zunge kleben. Im Winter, wenn die Buntspechte Schwierigkeiten haben, genügend Insekten zu finden, klemmen sie Kiefern- und Fichtenzapfen in eine geeignete Baumspalten und bearbeiten die Zapfen so lange, bis sie an die ölhalten Samen herankommen. Solche Orte werden Spechtschmieden genannt - meist sind sie übersäht mit Zapfenresten.

Am Beispiel Buntspecht - Fortpflanzung

Zum Nisten meißelt ein Spechtpärchen gemeinsam eine etwa 30cm tiefe Nisthöhle in den Baumstamm. Dabei achten sie darauf, dass der Eingang leicht ansteigt, damit kein Regenwasser eindringen kann. In der Höhle legt das Weibchen ca. sechs Eier. Nistmaterial brauchen Buntspechte nicht - die Höhle ist ohnehin schon weich mit Sägespänen ausgepolstert.

Schon nach zwei Wochen Brutzeit schlüpfen die kleinen Spechte, sie sind nackt und blind. Da sie Nesthocker sind, müssen sie von den Eltern beschützt, umsorgt und gefüttert werden. Nach drei Wochen sind sie flügge - sie fliegen aus und suchen sich ihr eigenes Revier.

Der Buntspecht ist ein aktiver Höhlenbrüter, weil er seine Bruthöhle selber baut. Passive Höhlenbrüter - wie etwa der Star, die Meise oder der Kauz - nutzen schon vorhandene Höhlen. Auch die Höhlen der Buntspechte werden von anderen Vogelarten wiederverwendet.

Zum Beispiel vom Kleiber, der auch Spechtmeise genannt wird. Weil aber der Kleiber kleiner ist als die meisten Spechte, verklebt er den Höhleneingang zum Teil mit Lehm, sodass am Ende nur noch der Kleiber, aber keine größeren Vögel oder Feinde hineinschlüpfen können. Der Name Kleiber kommt von „kleben“. Übrigens kann der Kleiber - anders als der Specht - mit dem Kopf nach unten auf senkrechten Baumstämmen klettern; und dafür braucht er nicht einmal einen Stützschwanz.

Andere Spechtarten

Neben dem Buntspecht gibt es in Mitteleuropa noch den Grünspecht. Eher untypisch für Spechte hält der sich am liebsten am Boden auf. Denn dort gibt es viele Ameisenhügel - und der Grünspecht liebt Ameisen. Er schlägt Löcher in deren Bauten und zieht mit seiner klebrigen Zunge Ameisen im Dutzend aus ihrer Behausung. Die größte heimische Spechtart ist der Schwarzspecht. Er kann so groß werden wie eine Krähe.

Zusammenfassung

Buntspechte sind Kletterkünstler und Zimmerleute. Kletterfuß, Stützschwanz, Meißelschnabel und Schleuderzunge mit der klebrigen Harpunenspitze sind perfekte Anpassungen an seinen Lebensraum. Tschüss!

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