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Transkript Der Vogelzug - Überwintern im Süden

Der Vogelzug - Überwintern im Süden

Hallo! Ist dir schon einmal aufgefallen, dass man manche Vögel - wie Schwalbe, Kuckuck oder Storch - zwar im Sommer sehen oder hören kann, nicht aber im Winter? Das liegt daran, dass sich diese und andere Vogelarten im Herbst sammeln und den Winter über im Süden, etwa in Afrika, verbringen. Aber warum eigentlich? Und woher wissen die Vögel, wo Süden ist? In diesem Video beschäftigen wir uns mit den Geheimnissen des Vogelzugs.

Vögel, die über die kalten Wintermonate in den Süden ziehen, heißen Zugvögel. Die, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, werden dagegen Standvögel oder Jahresvögel genannt. Warum verlassen uns Zugvögel im Winter eigentlich? Es ist die Nahrungsknappheit und die Kälte, die sie im Herbst in den warmen Süden treibt. Rotkehlchen, Kuckuck und Schwalben ernähren sich hauptsächlich von Insekten, die sie z.B. in der Luft schnappen. Da diese Nahrungsquelle im Winter versiegt, ziehen sie nach Afrika, wo es zu der Zeit genügend Nahrung für sie gibt.

Die Singdrossel lebt von Würmern und Larven, die sie im Boden findet. Im Winter ist der Boden entweder gefroren oder mit einer Schneeschicht bedeckt - also zieht auch die Singdrossel in den Süden. Dem Storch, der von Fröschen und großen Insekten lebt, geht es ganz ähnlich.

Noch bis ins 17. Jahrhundert hinein wusste man nicht, wohin bestimmte Vogelarten im Winter verschwinden. Man vermutete, dass sie in Höhlen überwintern. Bis man 1822 in der Nähe von Berlin einen Storch fand, in dessen Gefieder ein Pfeil steckte. Der Pfeil stammte von afrikanischen Jägern - und so lernte man, dass der Storch den Winter über in Afrika verbracht haben musste.

Mit der Beringung fand man eine Möglichkeit, wie man das Zugverhalten von Vögeln beobachten kann. Dazu werden kleine Aluminiumringe an den Füßen von Vögeln befestigt. Diese Ringe sind sehr leicht und beeinträchtigen die Vögel nicht.

Eine Prägung auf dem Ring verrät, wann und wo der Vogel “beringt” wurde und wohin man den Ring schicken kann, wenn man ihn - z.B. an einem toten Vogel - findet. In Deutschland gibt es spezielle Vogelwarten, in denen die Informationen über die beringten Vögel gesammelt und ausgewertet werden. Zusätzlich gibt es heute die Möglichkeit von Satelitenüberwachungen. Dafür müssen Vögel mit kleinen Peilsendern ausgestattet werden.

Woher wissen Zugvögel eigentlich, wann sie losfliegen müssen, und wie finden sie den Weg? Die Geheimnisse des Vogelzugs sind bis heute nur zum Teil gelüftet. Wenn die Tage bei uns im Herbst kürzer werden, ist das für die Zugvögel ein Zeichen, dass es Zeit ist aufzubrechen. Zur Orientierung nutzen einige Vogelarten den Stand der Sonne, andere den Stand der Sterne. Auch geographische Anhaltspunkte wie große Flüsse oder bestimmte Gebirgsketten dürften bei der Orientierung eine Rolle spielen.

Das Rotkehlchen orientiert sich am unsichtbaren Erdmagnetfeld. Wie genau das funktioniert, wissen wir noch nicht. Fest steht, dass die meisten Zugvögel über eine “innere Uhr” sowie über eine Art “inneren Kompass” verfügen. Zielgebiete und Aufenthaltsdauer sind von Vogelart zu Vogelart verschieden. Einige fliegen in die Ländern des Mittelmeers, der Storch zieht bis in den äußersten Süden Afrikas.

Auf ihrer Reise in Süden fliegen Schwalben und Stare in Schwärmen, der Kuckuck tritt die weite Reise ganz alleine an. Wildgänse fliegen zusammen und bilden im Flug eine Keilform. Eine andere Flugordnung ist die Reihe - so fliegen Enten in den Süden. Schwäne fliegen in Staffeln oder versetzten Reihen und Austernfischer bevorzugen die Kettenformation.

Auf ihrem Weg in ihr Winterquartier sind die Zugvögel unterschiedlichen Gefahren ausgeliefert. Wenn sie die Alpen überqueren müssen sie nicht selten mit Schneestürmen zurecht kommen. Gewitter und Unwetter zehren an den Kräften. Nur die stärksten unter den Vögeln erreichen das Winterquartier. Auch die Reise zurück nach Deutschland ist anstrengend - nicht alle Tiere schaffen die Rückkehr. In einigen Ländern am Mittelmeer gelten Singvögel als Delikatesse. Wenn der Überflug der großen Zugvogelschwärme erwartet wird, spannen sie große Netze oder schießen sie aus der Luft.

Zugvögel sind Vögel, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten in verschiedenen Regionen leben. Die meisten Zugvögel Deutschlands überwintern in wärmeren Regionen wie Südeuropa oder Afrika. Zur Orientierung nutzen Zugvögel den Stand von Sonne und Sternen, aber auch das unsichtbare Erdmagnetfeld. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

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