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Aussprache

Lerne, wie man die Buchstaben im Spanischen ausspricht und die Wörter richtig betont.

Die Aussprache des Spanisches

Die Aussprache der spanischen Sprache gestaltet sich eigentlich nicht so schwierig, denn im Normalfall gilt: es wird gesprochen, was und wie es geschrieben steht. Aber natürlich gibt es auch hier Besonderheiten und Ausnahmen, die schon einmal zu kleineren Schwierigkeiten führen können. Hier bekommst du einen Überblick über die spanische Aussprache.

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Das spanische Alphabet

Beginnen wir mit dem spanischen Alphabet. Es unterscheidet sich nur unwesentlich von dem deutschen Alphabet. Es hat die gleichen 26 Buchstaben, die du schon kennst, wird aber durch die drei Sonderbuchstaben Che, LL und Ñ ergänzt. Das doppelte RR stellt tatsächlich keinen Sonderbuchstaben dar, obwohl das Austauschen eines R mit RR in einem Wort zu einer anderen Übersetzung (pero → aber, perro → Hund) führen kann. Die Real Academa de la Lengua Española begründet dies damit, dass das einfache R am Wortanfang (Ramon Rodriguez) genauso stark gerollt wird wie das RR innerhalb eines Wortes (carro) - beide Varianten können also denselben Laut erzeugen.

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Spanische Vokale

Anders als im Deutschen werden die Vokale im Spanischen nicht in lang oder kurz unterschieden, dafür aber in stark und schwach. Starke Vokale sind A, E und O, weil sie ihren Laut nie verändern. Schwache Vokale sind I und U, weil ihre Aussprache darauf ankommt, bei welchen Buchstaben sie stehen. I kann manchmal wie ein J klingen, U bleibt manchmal stumm. Da sie sich von den anderen Buchstaben sozusagen beeinflussen lassen, sind sie schwach. Dies ist vor allem wichtig, wenn es um zwei aufeinander folgende Vokale in einer Silbe geht. Zwei miteinander kombinierte Vokale nennt man Diphthonge. Im Deutschen werden zum Beispiel die Diphthonge ei, ie oder eu wie ein Laut gesprochen (freuen, lieb, klein, etc.). Im Spanischen musst du jedoch jeden Vokal einzeln sprechen.

  • Madre: Hola, cariño. ¿Cierras la puerta, por favor? (Hallo, Schatz. Machst du bitte die Tür zu?) → Bei cierras und puerta wird das e im Diphthong betont.
  • Ana: Sí, mamá. Ay, ¡cuidado! La leche hierve. (Ja, Mama. Oh, pass auf! Die Milch kocht.) → Bei cuidado hörst du das u stärker, die Wortbetonung liegt aber auf dem a; bei hierve liegt die Betonung auf dem ersten e.
  • Madre: Gracias, cielo. ¿Tienes muchos deberes? (Danke, Schatz. Hast du viele Hausaufgaben auf?) → Bei gracias hörst du im Diphthong das a stärker, bei tienes das e.
  • Ana: Sí, en historia y en ciencia. (Ja, in Geschichte und in den Naturwissenschaften.) → Bei historia hörst du das a stärker im Diphthong (obwohl die Wortbetonung auf dem o liegt) und bei ciencia hörst du das e und das a mehr.

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Wie klingen spanische Konsonanten?

Wie du oben in der Tabelle sehen kannst, ähneln sich die deutsche und die spanische Aussprache der Konsonanten sehr. Allerdings ändert sich manchmal die Aussprache, je nachdem, welcher Vokal auf den Konsonanten folgt. Hier soll es nun um diese Besonderheiten gehen.

Das C

Folgt ein I oder E auf das C, wird es wie das englische Th ausgesprochen. Folgt hingegen ein A, O oder U oder ein anderer Konsonant außer H, wird es wie das deutsche K ausgesprochen.

  • A Cecilia le gustan las cerezas. (Cecilia mag Kirschen.) → Cecilia (Thethilia), cerezas (therethas)
  • Hay una chica en mi clase que se llama Claudia. (In meiner Klasse gibt es ein Mädchen, das Claudia heißt.) → chica (chika), clase (klase), Claudia (Klaudia)
  • ¿Quieres ir a este nuevo club conmigo? - No, no me gusta la música. (Möchtest du mit mir in diesen neuen Club gehen? - Nein, ich mag die Musik nicht.) → club (klub), conmigo (konmigo), música (músika)

D

Beim D kommt es darauf an, wo es im Wort steht. Am Wortanfang klingt es wie das deutsche D, im Wortinneren wird es etwas weicher oder gelispelt (zwischen den Zähnen) ausgesprochen und am Wortende wird es gelispelt bzw. kann es sogar verschwinden.

  • ¿A dónde fuiste de vacaciones el año pasado? - El año pasado fui a Madrid. (Wohin bist du letztes Jahr in den Urlaub gefahren? - Letztes Jahr bin ich nach Madrid gefahren.) → Dónde beginnt mit einem deutschen D-Laut, das zweite d ist deutlich weicher. De fängt auch mit dem deutschen D-Laut an. Bei pasado wird das d gelispelt oder kann sogar verschluckt werden (pasa'o). Das erste d in Madrid ist weich, das zweite wird gelispelt oder verschluckt.

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G, GU und GÜ

Auch beim G kommt es darauf an, vor welchem Vokal es steht. Vor A, O und anderen Konsonanten wird es wie das deutsche G ausgesprochen, vor E oder I wird es wie das deutsche ch in Ach ausgesprochen. Es gibt allerdings Fälle, in denen das G trotz eines folgenden E oder I weiterhin wie das deutsche G ausgesprochen wird. In diesen Fällen benötigt das Wort zwischen dem G und dem Vokal ein stummes U.

  • Me gusta el cuadro „Guernica“ de Picasso. (Mir gefällt das Gemälde „Guernica“ von Picasso.) → Beide G werden wie das deutsche G ausgesprochen, weil entweder U als starker Vokal oder als "stummer Puffer" vor dem schwachen Vokal E folgt.
  • Yo pagaré la cena. - Ay, ¡qué generoso! (Ich werde das Abendessen bezahlen. - Oh, wie großzügig!) → In pagaré wird das G wie das deutsche G ausgesprochen, weil ein starker Vokal folgt. In generosa wird es wie der Ach-Laut ausgesprochen, weil ein schwacher Vokal folgt.
  • ¿Alguien sabe tocar la guitarra? - Sí, Gregorio lo sabe. (Kann jemand Gitarre spielen? - Ja, Gregorio kann es.) → Alle G werden wie das deutsche G ausgesprochen, weil entweder ein stummes U, ein anderer Konsonant oder ein starker Vokal folgt.

Es gibt allerdings auch Wörter, in denen das U, das vor einem E steht, ausgesprochen werden soll. In diesen Fällen wird es zu einem Ü (auf Spanisch: U con diéresis → mit doppeltem Punkt). Es wird aber nicht wie das deutsche Ü ausgesprochen, sondern wie ein U.

  • ¿Has oído lo de Carmen? - Sí, ¡que verenza! (Hast du das von Carmen gehört? - Ja, was für eine Schande!) → vergüenza (verg-u-enza)
  • Este libro es una antiedad. (Dieses Buch ist eine Antiquität.) → antigüedad (antig-u-edad)
  • ¡Mira, mamá! ¡Pininos! (Guck mal, Mama! Pinguine!) → pingüinos (ping-u-inos)

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R und RR

Der spanische R-Laut ist wahrscheinlich der Laut, der den meisten Lernern Schwierigkeiten bereitet. Im Deutschen wird das R in der Kehle gebildet. Hispanohablantes versetzen hierfür allerdings ihre Zunge in Schwingung und lassen die Zungenspitze vibrieren. So rollen sie, je nach Wort, das R unterschiedlich stark. Beim einfachen R im Wortinneren wird die Zungenspitze nur einmal an den Gaumen angeschlagen, beim doppelten RR oder einfachen R am Wortanfang mehrfach.

S

Das spanische S wird normalerweise wie das scharfe, deutsche S ausgesprochen (z.B. in Straße). Vor den Konsonanten b, d, g, l, m und n wird es aber wie das normale S ausgesprochen.

  • Lobo: Buenos días, Caperucita Roja. ¿A dónde vas? (Guten Tag, Rotkäppchen. Wohin gehst du?) → Das erste S wird wie das normale S ausgesprochen, weil es vor einem D steht (von días). Die S von días und von vas werden wie das scharfe ß ausgesprochen.
  • CR: Voy a casa de mi abuela. Tengo muchas peras y quiero preparar una tarta con mi abuela para mi amiga Rosa. (Ich gehe zum Haus meiner Großmutter. Ich habe viele Birnen und ich will mit meiner Großmutter einen Kuchen für meine Freundin Rosa backen.) → In Rotkäppchens Antwort werden alle S wie das scharfe ß ausgesprochen.

X

Das spanische X wird wie das deutsche X ausgesprochen, es sei denn, es kommt in mexikanischen Ortsnamen vor, dann klingt es wie der deutsche Ach-Laut.

Y

Das spanische Y wird wie ein schwaches I ausgesprochen, wenn es hinter anderen Vokalen steht, oder wie ein J, wenn es vor anderen Vokalen steht.

  • Padre: ¿Qué estás haciendo? (Was machst du gerade?)
  • Miguel: Estoy leyendo mi nuevo comic. (Ich lese gerade meinen neuen Comic.) → estoy klingt wie estoi, leyendo klingt wie lejendo
  • Padre: ¿Ya has hecho tus deberes? (Hast du schon deine Hausaufgaben gemacht?) → ya klingt wie ja
  • Miguel: Sí, yo ya lo he hecho todo. (Ja, ich habe schon alles gemacht.) → yo klingt wie jo
  • Padre: ¿De qué se trata? (Warum geht es?)
  • Miguel: Del rey de España. (Vom König von Spanien.) → rey klingt wie rei (e und i einzeln aussprechen!)

Z

Wie du oben in der Tabelle sehen kannst, wird das spanische Z wie das englische th ausgesprochen, vielleicht ein wenig schärfer. Es gibt allerdings eine orthografische Besonderheit - im Spanischen gibt es kein ze oder zi. Wenn du vom Laut her ein Z setzen würdest, aber weißt, dass dann ein E oder I folgt, dann musst du ein C setzen. Die einzige Ausnahme dieser Regel ist zebra, weil es kein spanisches Wort ist, sondern aus dem Portugiesischen übernommen wurde.

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Betonung mit und ohne Akzent

Sicher kennst du schon einige spanische Wörter mit Akzent, aber natürlich haben auch Wörter ohne Akzent eine bestimmte Wortmelodie bzw. Betonung. Diese richtet sich hauptsächlich nach zwei Regeln:

  • Wörter, die auf Konsonanten (außer N oder S) enden, werden auf der letzten Silbe betont: ciudad, volver, hotel, arroz
  • Wörter, die auf Vokale oder den Konsonanten N oder S enden, werden auf der vorletzten Silbe betont: camino, habla, vuelve, nosotros, joven

Steht in einer Silbe ein Diphthong, kommt es darauf an, ob er aus einem starken und einem schwachen Vokal oder aus einer Kombination aus zwei schwachen Vokalen bestehen:

  • Folgen in dem Diphthong zwei schwache Vokale aufeinander, so trägt der zweite Vokal einen Akzent: acuífero
  • Wird der Diphthong hingegen aus einem starken und einem schwachen Vokal gebildet, so liegt die Betonung auf dem starken Vokal: después

Ein Akzent wird gesetzt, wenn die Betonung eines Wortes von diesen Regeln abweicht:

  • árbol (Baum) → Müsste eigentlich auf der letzten Silbe betont werden, weil es auf einem Konsonanten endet, trägt aber einen Betonungsakzent auf dem Vokal der ersten Silbe.
  • situación (Situation) → Müsste eigentlich auf der vorletzten Silbe betont werden, weil es auf N endet, aber alle Wörter, die auf -ión enden, tragen den Akzent auf dem O.
  • mod@ (bequem) → Müsste eigentlich auf der vorletzten Silbe betont werden, weil es auf O endet, trägt aber den Betonungsakzent auf dem Vokal der ersten Silbe.
  • dicil (schwierig) → Müsste eigentlich auf der letzten Silbe betont werden, weil es auf einem Konsonanten endet, trägt aber einen Betonungsakzent auf dem Vokal der zweiten Silbe.
  • cil (einfach) → Müsste eigentlich auf der letzten Silbe betont werden, weil es auf einem Konsonanten endet, trägt aber einen Betonungsakzent auf dem Vokal der ersten Silbe.

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Außerdem weißt du sicher schon, dass du bei allen Fragewörtern immer einen Akzent setzen musst:

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Hinzu kommen noch Wörter, die zwar gleich geschrieben werden, aber durch die Setzung eines Akzentes unterschiedliche Bedeutungen erhalten. Anders als sonst beeinflusst dieser Akzent nicht die Aussprache der Wörter, sondern hat nur eine unterscheidende Funktion:

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Merke dir: Abgesehen von diesen Beispielen tragen einsilbige Wörter normalerweise keinen Akzent.

Schauen wir uns diese Sonderfälle der Akzentsetzung in einem Dialog an:

  • Pilar: Aún no que hacer. Mi amiga quiere que la mis deberes porque ella estuvo enferma la semana pasada. (Ich weiß immer noch nicht, was ich machen soll. Meine Freundin will, dass ich ihr meine Hausaufgaben gebe, weil sie letzte Woche krank war.)
  • Irene: Y ¿qué te pasa? una buena amiga, dáselos. (Und was ist los? Sei eine gute Freundin, gib sie ihr.)
  • Pilar: , pero tiene un hermano que es un copiota. No sé si él copiará mis deberes también. (Ja, aber sie hat einen Bruder, der dauernd abschreibt. Ich weiß nicht, ob er dann auch meine Hausaufgaben abschreibt.)
  • Irene: Ah, te entiendo. podrías explicárselo a tu amiga. (Ah, ich verstehe dich. Du könntest das deiner Freundin erklären.)
  • Pilar: Es cierto. ¿Hay más té? (Das stimmt. Gibt es noch Tee?)
  • Irene: Toma. (Bitte schön.)

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Aussprache in Lateinamerika

Nicht nur bei einigen grammatischen Aspekten, sondern auch in der Aussprache unterscheidet sich das in Spanien gesprochene Spanisch vom Spanisch Lateinamerikas. Wenn du dir z.B. Musik, Filme oder Nachrichten aus beiden Gebieten anhörst, werden dir bestimmt einige sprachliche Unterschiede auffallen. Natürlich ist die Aussprache des Spanischen in ganz Lateinamerika keinesfalls homogen, sondern unterscheidet sich wiederum von Land zu Land, von Region zu Region.

  • Das Z (vor A, O und U) sowie das C (vor E und I), das auf der Iberischen Halbinsel gelispelt, also wie das englische th ausgesprochen wird, wird in Lateinamerika einfach wie ein scharfes ss / ß ausgesprochen. Dieses Phänomen der Aussprache heißt in Spanien Ceceo und in Lateinamerika Seseo.
  • Auch das LL und Y werden je nach Region unterschiedlich ausgesprochen. In Spanien klingen die beiden Laute wie das deutsche J (llamajama), in manchen Ländern Lateinamerikas wie Argentinien und Uruguay hingegen wie Sch (llamaschama).
  • Lateinamerikaner rollen das R weniger stark als Spanier.

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Nun weißt du schon sehr viel über die Regeln zur spanischen Aussprache. Natürlich gilt auch hier: Übung macht den Meister! Nutze also Gelegenheiten im Unterricht oder mit deinem Tandem- oder Austauschpartner, um aktiv an deiner Aussprache zu arbeiten. Nutze auch möglichst viel authentische audiovisuelle Lernmaterialien wie Radiobeiträgen, Filme, Interviews, Lieder... So wirst du dich mit der Zeit in der spanischen Sprache viel sicherer fühlen und deine eigene Aussprache stetig verbessern!

¡A practicar!

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