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„Under der linden“ – Überblick (Walther von der Vogelweide)

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Die Autor*innen
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Martina M.
„Under der linden“ – Überblick (Walther von der Vogelweide)
lernst du in der 11. Klasse - 12. Klasse - 13. Klasse

Grundlagen zum Thema „Under der linden“ – Überblick (Walther von der Vogelweide)

Walther von der Vogelweide war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des Mittelalters, der politische Texte, aber auch Minnesang verfasste. Er stellte der hohen und der niederen Minne ein weiteres Konzept gegenüber, nämlich die ebene Minne, die zwischen der hohen und der ebenen Minne angesiedelt ist. "Under der linden" von Walther von der Vogelweide kann als ebene oder niedere Minne betrachtet werden und es ist eine Abkehr von der unerfüllten Liebe der hohen Minne, indem es die erfüllte Liebe als Ideal darstellt.

Transkript „Under der linden“ – Überblick (Walther von der Vogelweide)

Hallo, ich bin Martina und in diesem Video geht es um einen der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker des Mittelalters, nämlich Walther von der Vogelweide und vor allem um seine Minnelieder. Ich erzähle dir zuerst etwas zur Person Walther von der Vogelweide und anschließend zum Konzept des Minnesangs. Zum Schluss sehen wir und noch ein Beispiel für ein Minnelied, nämlich "Unter der linden" an, damit du das Gelernte auch gleich anwenden kannst. Ich werde allerdings nur kurz auf den Minnesang eingehen und deshalb solltest du schon Vorwissen zur mittelhochdeutschen Dichtung und zum Minnesang haben. Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß mit dem Video. Walther von der Vogelweide lebte von 1170 bis 1230. Sein Geburtsort ist unbekannt und gestorben ist er vermutlich in Würzburg. Sicher ist aber, dass er einer der bedeutendsten Lyriker des Mittelalters war. Das Hauptthema seiner politischen Dichtung war vor allem die Politik des Reichs. Um die soll es in diesem Video aber nicht gehen. Für uns ist vor allem sein Minnesang interessant. Der Minnesang wurde mit einer Fidel oder einer Laute vorgetragen und man unterscheidet zwischen der hohen Minne, der ebenen Minne und der niederen Minne. Bei der hohen Minne geht es, wie du sicherlich weißt, um die Anbetung einer höhergestellten Frau durch einen Gefolgsmann. Liebe bedeutete ja im Hochmittelalter vor allem entsagungsvolles Sehnen nach Sittlichkeit und Tugend. Es ging also nicht um die Erfüllung der Liebe, sondern um das Anbeten des verherrlichten weiblichen Wesens, das als die Verkörperung der Liebe zu Gott gesehen wurde. Ziel des Minnesangs ist somit die charakterliche Läuterung, die den Sänger, zum Beispiel einen Ritter, zum würdigen Mitglied der höfischen Gesellschaft macht. Die hohe Minne ist deshalb an den Adelsstand gebunden und die Frau wird als höhergestelltes Wesen betrachtet. Die Erfüllung der Liebe und somit alles Sexuelle wird ausgeschlossen. Das gegensätzliche Konzept zur hohen Minne ist die niedere Minne. Sie ist sozial und ethisch auf einer tieferen Stufe angesiedelt. Ihre Figuren stammen sogar häufig aus der Unterschicht oder dem “Dirnenmilieu”. Das Sexuelle steht im Vordergrund, aber beide Partner sind in der Beziehung gleichberechtigt und ihre Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Walther von der Vogelweide entwickelte schließlich das Konzept der ebenen Minne, die zwischen der hohen und der niederen Minne steht. Die ebene Minne ist nicht mehr standesbezogen, das heißt, das Mädchen ist nicht adelig, dennoch werden ihr Tugenden wie Treue, Beständigkeit und innere Güte zugeschrieben. Die beiden Partner der Liebesbeziehung sind gleichberechtigt und im Unterschied zur hohen Minne sieht die ebene Minne eine wechselseitige, erfüllte Liebe als Idealzustand an, wobei es um eine sittliche Bindung an den Partner geht und weder das Sexuelle, noch das Werben des Mannes im Vordergrund stehen. Das unterschiedliche Konzept der hohen, der ebenen und der niederen Minne ist auch durch die unterschiedliche Bezeichnung der Frau im Text manifestiert. In der hohen Minne zum Beispiel wird die Frau mit dem Begriff "frouwe" bezeichnet und das bedeutet Herrin, Gebieterin, Geliebte oder Frau von adeligem Stand. In der ebenen und in der niederen Minne findet man den Begriff "wip", was allgemein einfach Frau als Gegensatz zum Mann bedeutet. Walther von der Vogelweide gab dem Begriff "wip" in der ebenen Minne allerdings die Bedeutung von Frau, die ebenfalls tugendhafte Werte verkörpert und stellt ihr die adelige "frouwe" gegenüber, die bei ihm zwar von höherem Stand, aber oberflächlich ist. Ein Minnesang, der die Abkehr vom Ideal der hohen Minne beschreibt, ist "Unter der linden" von Walther von der Vogelweide. Je nach Betrachtungsweise kann man es als ebene oder niedere Minne ansehen. Es ist ein Minnesang in vier Strophen, deren lyrisches Ich eine Frau ist, die rückblickend von ihrem Liebeserlebnis in der Natur erzählt. Der Titel des Minnesangs ist "Unter der linden" und damit beginnt auch die erste Strophe. Es ist der Treffpunkt der beiden Liebenden. Die Linde gilt als ein Baum, der Schutz bietet und seine Blüten haben eine heilende Wirkung. Weitere Blumen und Pflanzen und eine Nachtigall werden genannt. Aber es kommt vor allem eine erotische Komponente hinzu, denn das Bette und die gebrochenen Blumen sind ein Symbol für Erotik. Es werden vorwiegend positive Adjektive verwendet, was darauf hindeutet, dass sich beide bereitwillig auf das Liebesabenteuer einließen. In der zweiten Strophe wird der Treffpunkt noch näher beschrieben und das lyrische Ich erzählt, dass ihr Liebhaber sie tausendmal geküsst hat. Wichtig ist hier vor allem, dass die Frau als "hêre frouwe", also heilige Frau oder Jungfrau bezeichnet wird. Durch diese Bezeichnung werden ihre Tugenden hervorgehoben. Sie ist zwar nicht die höhergestellte, unerreichbare Frau der hohen Minne, sondern steht auf einer Ebene mit dem Mann und nur so ist die Erfüllung ihrer Liebe möglich. Aber sie hat dennoch ehrbare Tugenden. In der dritten Strophe wird wieder die Natur beschrieben und vor allem das Bett aus Rosen, das der Mann der Frau bereitet hat. Die Rose steht für innige Liebe und soll hier die aufrichtige, innige Liebe, die die beiden verbindet, hervorheben. In der letzten Strophe wird wieder die Nachtigall erwähnt, die schon in der ersten Strophe vorkam. Die Nachtigall ist der einzige Zeuge, so hofft das Mädchen, denn sie möchte einerseits von ihrem Liebesabenteuer berichten, andererseits hofft sie aber, dass sie von niemandem gesehen wurden und schämt sich sogar. Vermutlich ist ihre Liebe geheim, weil beide vielleicht unterschiedlichen Ständen angehören und es ihnen nicht gestattet ist, sich zu ihrer Liebe zu bekennen. Die Linde bietet ihnen somit Schutz davor, entdeckt zu werden. "Unter der linden" ist eine Abkehr von der unerfüllten Liebe der hohen Minne, da es von dem Liebesabenteuer eines Mädchens mit ihrem Geliebten erzählt. Dennoch wird auf die Tugenden der Frau verwiesen und ihr Geliebter bereitet ihr ehrerbietig ein Bett aus Rosen. Ich hoffe, das Minnelied hat dir gefallen. Wir sind jetzt jedenfalls schon fast am Ende des Videos angekommen, aber erst fasse ich nochmal alles zusammen: Walther von der Vogelweide war einer der bedeutendsten Lyriker des Mittelalters. Er verfasste auch politische Texte, aber vor allem auch Minnesang. Bei Minnesang unterscheidet man in hohe Minne, ebene Minne und niedere Minne. Der wesentliche Unterschied ist hierbei, dass die hohe Minne an den Adelsstand gebunden ist und von der Anbetung einer höhergestellten, unerreichbaren Frau und der unerfüllten Liebe zu dieser Frau spricht, während die niedere Minne ethisch und sozial niedriger angesiedelt ist und vor allem das Sexuelle in den Vordergrund stellt. Als Konzept, dass zwischen der hohen und der niederen Minne steht entwickelte Walther von der Vogelweide das Konzept der ebenen Minne. Sie ist nicht mehr standesgebunden, aber die Frau ist dennoch mit edlen Tugenden ausgestattet. Dennoch ist sie nicht mehr das höhergestellte, unerreichbare Wesen, sondern steht in der Beziehung auf einer Ebene mit dem Mann. So, nun sind wir aber wirklich am Ende angekommen. Ich hoffe, das Video hat dir gefallen. Bis zum nächsten Mal, Martina.

1 Kommentar

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  1. das hat mir geholfen :)

    Von Olea Prisacari, vor 11 Monaten
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