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„Maria Stuart“ – Personenkonstellation (Schiller)

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Deutsch-Team
„Maria Stuart“ – Personenkonstellation (Schiller)
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Beschreibung „Maria Stuart“ – Personenkonstellation (Schiller)

Friedrich Schillers Drama "Maria Stuart" hat neben der die namensgebende Figur viele weitere Personen. All diese werden im folgenden Video näher erläutert und es wird gezeigt, in welcher Beziehung sie zu einander stehen. Ebenso wird erklärt, welche Charaktereigenschaften die einzelnen Figuren aufweisen und wie diese den Handlungsverlauf beeinflussen.

Transkript „Maria Stuart“ – Personenkonstellation (Schiller)

Die Protagonistinnen

Der Titel deutet es bereits an: Maria Stuart ist die zentrale Figur in Schillers Drama. Jedoch stellt ihr der Autor mit der englischen Königin Elisabeth eine ebenso starke Antagonistin gegenüber.

Maria Stuart ist Königin von Schottland. Ihr Ehemann wurde ermordert. Maria ehelichte den Mörder ihres Mannes und aus Angst vor dem Zorn der Bevölkerung floh sie nach England. Dort erhofft sie Hilfe von ihrer Verwandten, Elisabeth.

Die englische Königin fürchtet jedoch um die Krone, da als Verwandte auch Maria Stuart legitimen Anspruch auf den Thron besitzt. Daher lässt sie die schottische Königin verhaften und in den Arrest stecken.

Elisabeth befindet sich als englische Königin in einem Dilemma. Einerseits könnte ihr Maria den Thron streitig machen, andererseits könnte eine Hinrichtung Marias sie als grausame Herrscherin erscheinen lassen.

Als öffentliche Person sieht sich Elisabeth als eine Art Sklavin des Volkes, die nie auf ihre Gefühle hören darf, sondern stets ihrer Rollenerwartungen gemäß agieren muss.

Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen an sie als Herrscherin und als Frau wird hervorgehoben. Ihre Macht geht einher mit dem Verlust der inneren Freiheit und Einsamkeit.

Daher ist auch die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren ambivalent. Maria erhofft Hilfe von Elisabeth. Mit großer Erwartung blickt sie auf ein Gespräch mit der Königin. Als es jedoch soweit ist, geraten beide in fürchterlichen Streit. Danach gibt es für Maria keine Hoffnung mehr, der Hinrichtung zu entgehen.

Personengruppe um Maria Stuart

Hanna Kennedy ist Marias Amme und steht ihr, am nächsten. Sie kennt die ganze Lebensgeschichte Marias.

Die anderen Nebenfiguren kommen aus dem Gefolge der Königin, was nachvollziehbar erscheint, da sich die Schottin Maria Stuart in England befindet. Gleichzeitig werden hierdurch Isolations- und Auswegslosigkeit Stuarts illustriert. Hanna Kennedy steht Maria treu und bedingungslos zur Seite.

Personengruppe um Elisabeth

Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh ist Großschatzmeister und Berater Elisabeths. Konsequent und selbstlos vertritt er die Interessen des Staates und seiner Königin. Für ihn zählt allein das Wohl des Staates, die Rechtmäßigkeit der Hinrichtung Marias hinterfragt er kein einziges Mal.

Maria Stuart stellt ihn bereits aufgrund ihrer katholischen Religion eine Gefahr dar. Cecil schlägt Amias Paulet vor, Maria zu vergiften. Paulet bewacht Maria. Jedoch sieht er sich als Ritter einem strengen Ehrkodex unterworfen. Empört lehnt er es ab, dass Maria ohne Urteil auch nur ein Haar gekrümmt werde.

Er ist patriotisch und religiös, aber auch prinzipientreu und fair. Er bewacht Maria streng, leitet aber auch deren Brief mit der Bitte an eine Unterredung an Elisabeth weiter. Von Maria wird er geschätzt, kurz vor ihrem Tod nimmt sie respektvoll Abschied von ihm.

Ebenfalls Maria wohlgesonnen ist Mortimer. Er ist der Neffe von Marias Aufseher. Er verliebt sich in Maria. Durch ihn gibt es plötzlich die Option der Befreiung Marias. Leidenschaftlich und fanatisch kontrastiert er Elisabeth und emotional.Er ist bereit, sich für seine Ideen zu opfern. Trotzdem gelingt es auch ihm nicht, Maria vor der Hinrichtung zu bewahren. Stattdessen bezahlt er mit seinem eigenen Leben.

Zusammenfassung

Keinen Ausweg mehr sehend, akzeptiert Maria die Hinrichtung als gerechte Strafe für die Mithilfe beim Mord an ihrem Ehemann. Obwohl sie dessen gar nicht angeklagt war. Sie verliert ihre äußere Freiheit, gewinnt aber gleichzeitig durch ihre Akzeptanz der Schuld und das Erkennen einer höheren Gerechtigkeit innere Freiheit und Würde.

Anhand ihrer persönlichen Entwicklung macht Schiller seine Vorstellung des Erhabenen deutlich. Anfangs erschreckt der Mensch vor der Macht, die über ihn herrscht. Aber letztlich erhebt er sich über die moralisch. So wie Maria Stuart im Angesicht des Todes.

4 Kommentare

4 Kommentare
  1. Hallo Julia,
    danke, dass du unsere Übung mal wieder so aufmerksam angeschaut und gelöst hast.
    Versuch es doch gleich noch einmal, jetzt solltest du die Aufgabe richtig lösen können.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Von Carolin Kasper, vor mehr als einem Jahr
  2. Aufgabe 1: die Eigenschaften sind umgekehrt angeordnet

    Von Julia7, vor mehr als einem Jahr
  3. Hallo Laura,
    vielen Dank für dein Lob.
    Wir hoffen, dass dich auch noch weitere unserer Deutschvideos begeistern können und dir weiterhelfen.
    Liebe Grüße,
    Franziska aus der Redaktion

    Von Franziska G., vor mehr als 6 Jahren
  4. Die Videos ueber "Maria Stuart" und "Faust I" sind hervorragend; Danke!

    Von Laura Talenti, vor mehr als 6 Jahren

„Maria Stuart“ – Personenkonstellation (Schiller) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Maria Stuart“ – Personenkonstellation (Schiller) kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe die Hauptfiguren Maria Stuart und Elisabeth I.

    Tipps

    Überlege noch einmal, welche Rolle Religion im Werk spielt. Marias Frömmigkeit stellt in dieser Hinsicht einen klaren Gegenpol zur englischen Krone dar.

    Lösung

    Der Protagonistin Maria Stuart ist in Schillers Drama Elisabeth I. als Antagonistin gegenübergestellt:

    Maria, die Königin von Schottland, flieht, da sie ihren Ehemann hat umbringen lassen und nun den Zorn der Bevölkerung fürchtet. Sie erhofft sich Hilfe bei Elisabeth I., der Königin von England. Da Maria jedoch einen Anspruch auf die englische Krone hat, fürchtet Elisabeth um den Thron und lässt Maria Stuart schließlich hinrichten.

    Die religiöse Komponente spielt eine wichtige Rolle im Drama, denn auch hier unterscheiden sich die Figuren: Maria ist Katholikin und stellt so eine Bedrohung für die englische Krone dar, die durchweg protestantisch geprägt ist.

  • Entscheide, welche Figuren Maria Stuart wohlgesinnt gegenüberstehen.

    Tipps

    Eine der genannten Figuren nimmt eine Zwischenposition ein. Da diese Person aber nicht ausschließlich die Interessen Elisabeths I. vertritt und ihr, was die Hinrichtung Maria Stuarts angeht, sogar widerspricht, zählt sie zu den Maria wohlgesinnten Figuren.

    Lösung

    Elisabeth I. und ihr treuer Staatsdiener Wilhelm Cecil arbeiten gegen Maria Stuart. Wohlgesinnt sind ihr stattdessen Mortimer und sein Onkel Amias Paulet. Letzterer ist Maria Stuarts Wächter, der zwar die Interessen der englischen Königin vertritt, sich aber weigert, Marias Tod herbeizuführen. Auf Marias Seite steht außerdem ihre Amme Hanna Kennedy, die hier aber nicht genannt wurde.

  • Erläutere die Bedeutung der einzelnen Personen für den Handlungsverlauf.

    Tipps

    Es kommt eine Person vor, die im Video so nicht genannt wird. Diese steht zwischen Elisabeth und Maria - einerseits ist er Berater Elisabeths, andererseits ein Verehrer Marias.

    Mortimer ist der Neffe von Marias Aufpasser. Er spielt ein doppeltes Spiel.

    Lösung

    Den Grundkonflikt zwischen Maria und Elisabeth aufgrund des Anspruches auf die englische Krone konntest du bestimmt richtig zuordnen. Amias Paulet ist Marias Aufpasser, Mortimer sein Neffe, der Maria zwar umbringen soll, aber ein doppeltes Spiel spielt, weil er sich in sie verliebt hat. Der Graf von Leicester ist der Berater Elisabeths und gleichzeitig ein Verehrer Marias und versucht zwischen den beiden Königinnen zu vermitteln.

  • Erläutere den Prozess, in dessen Verlauf Maria Stuart innere Freiheit erlangt.

    Tipps

    Mit dem Erlangen innerer Freiheit ist insbesondere gemeint, äußere Zwänge oder Grenzen möglichst als innere Bedürfnisse zu verstehen, also eine Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und der Notwendigkeit äußerer Zwänge zu finden.

    Lösung

    Das gesamte Drama „Maria Stuart“ ist vom Gegensatz zwischen innerer und äußerer Freiheit beherrscht.

    Maria Stuart versucht bereits vor Beginn des Stücks, ihre Wünsche umzusetzen: Sie ermordet ihren Ehemann, um mit dem Geliebten zusammen sein zu können. Sie erkennt dies als Fehler an, will die Konsequenzen des äußeren Zwangs aber nicht tragen und flieht. Am Ende des Stücks akzeptiert sie ihre Hinrichtung als gerechte Strafe. Dadurch verliert sie ihre äußere Freiheit, gelangt aber so zu innerer Freiheit.

    Während Maria also ihr Urteil von außen akzeptiert und innere Freiheit gewinnt, hat Königin Elisabeth diese verloren - sie fühlt sich als eine Sklavin des Volks, die durch äußere Zwänge und nicht durch innere Freiheit bestimmt wird. So kommt es, dass sich am Ende des Dramas zwei Königinnen gegenüberstehen, von denen die eigentlich Mächtige eine Niederlage erleidet, während die vermeintlich Schwächere als Siegerin hervortritt.

  • Nenne die Figuren des Dramas, die jeweils zum Personenkreis von Maria Stuart und Elisabeth I. gehören.

    Tipps

    Da sich Maria Stuart nicht im eigenen Land, sondern in einer fremden Umgebung befindet, ist ihr Personenkreis viel kleiner als der Elisabeths.

    Lösung

    Die einzige Maria absolut treue und vertraute Person ist ihre Amme Hanna Kennedy - alle anderen Figuren sind dem Personenkreis von Elisabeth zuzuordnen, auch wenn manche von ihnen Maria wohlgesinnt sind.

  • Ordne das Drama „Maria Stuart“ in die dazugehörige Epoche ein.

    Tipps

    Versuche, dir die wesentlichen Merkmale jeder Epoche in Erinnerung zu rufen. Typisch für die Romantik ist beispielsweise eine Abkehr von der bloßen Vernunft; in der Klassik steht der Idealismus des Menschen im Vordergrund, während im Realismus ein poetisches Bild der Realität gezeichnet wird.

    Natürlich kann dir auch die Entstehungszeit des Dramas bei der Einordnung helfen: Die Uraufführung fand im Jahr 1800 in Weimar statt.

    Lösung

    Schon die Entstehungszeit des Dramas, das Jahr 1800, lässt darauf schließen, dass Schillers Werk der Epoche der Klassik zuzuordnen ist. Aber auch in inhaltlicher Hinsicht ist „Maria Stuart“ eindeutig ein Werk der Klassik. Das Erreichen innerer Freiheit - eines der Hauptthemen des Stücks - ist gleichzeitig eines der höchsten Ideale nach der Philosophie der Klassiker. Das theoretische Fundament dazu stammt übrigens von Kant und trägt den Titel „Kritik der reinen Vernunft“. Schiller ist dafür bekannt, die Schriften Kants gründlich studiert zu haben.

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