30 Tage kostenlos testen:
Mehr Spaß am Lernen.

Überzeugen Sie sich von der Qualität unserer Inhalte.

Anna Seghers

Anna Seghers war eine bedeutende deutsche Schriftstellerin der Neuen Sachlichkeit, der Exilliteratur und des Sozialen Realismus, deren Werke größtenteils von ihren Erfahrungen mit dem faschistischen Deutschland des Dritten Reiches geprägt sind.

Wer war Anna Seghers?

Anna Seghers war eine bedeutende deutsche Schriftstellerin des zwanzigsten Jahrhunderts. In ihren Werken geht es zu großen Teilen um die Auseinandersetzung mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten. Seghers, selbst Jüdin und Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands, sah sich als Gegnerin der Nazis gezwungen, Deutschland mit der Machtergreifung Hitlers 1933 zu verlassen und arbeitete in ihren beiden berühmtesten Romanen „Das siebte Kreuz“ und „Transit“ ihre eigenen Erfahrungen mit dem NS-Regime auf.

Anna Seghers

Anna Seghers und ihre Zeit

Das Leben von Anna Seghers war, wie das der meisten Menschen und Schriftsteller ihrer Generation, von den beiden Weltkriegen, insbesondere vom zweiten Weltkrieg geprägt. Ihr Schreiben ist zunächst der Strömung der Neuen Sachlichkeit der zwanziger Jahre zuzuordnen. Als Jüdin und Mitglied der KPD war sie ganz besonders vom NS-Regime bedroht. Aufgrund ihrer Flucht aus Deutschland und ihrer im Exil verfassten Werke wurde Seghers zu einer wichtigen Repräsentantin dessen, was man als Exilliteratur bezeichnet. In dieser geht es hauptsächlich um die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat und die Kritik am Faschismus. Später, nach ihrer Rückkehr nach Deutschland, können ihre Werke dem Sozialistischen Realismus zugeordnet werden. Sie unterstützte die sozialistischen Ziele der DDR, wo sie schriftstellerisch als auch politisch Karriere machte.

Anna Seghers Kurzbiografie

Anna Seghers ist ein Pseudonym. Sie wurde 1900 mit dem bürgerlichen Namen Netty Reiling geboren. Von 1920 bis 1924 studierte sie in Heidelberg und Köln Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie. 1925 heiratete sie den Ungarn László Radványi, mit dem sie nach Berlin ging und 2 Kinder aufzog. Sie trat in der KPD und 1929 dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller bei. Nach der Machtergreifung Hitlers floh Seghers nach Vernehmungen der Gestapo 1933 ins Ausland - erst über die Schweiz nach Paris in den unbesetzten Teil Frankreichs und 1941 weiter nach Mexiko. Sie vermisste ihre Heimat sehr und erkrankte an Depressionen. Vermutlich war dies auch der Grund, warum sie nach dem Kriegsende 1947 nach Deutschland zurückkehrte. Sie erhielt eine Stelle an der Humboldt-Universität zu Berlin auf dem Gebiet der politischen Ökonomie. Obwohl in Mainz geboren, wählte sie als Heimat die DDR. Sie war lange Jahre Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR und widmete sich der Weltfriedensbewegung. Dadurch wurde sie zu einer der wichtigsten Repräsentantinnen der DDR, der sie bis zu ihrem Tod treu blieb. Anna Seghers starb 1983 in Berlin.

Bedeutende Werke

Für ihr literarisches Werk und ihr politisches Engagement wurden Anna Seghers viele Preise, wie etwa 1928 der Kleist-Preis, 1947 der Georg-Büchner-Preis der Stadt Darmstadt und der Nationalpreis I. Klasse in den Jahren 1951, 1959 und 1971 verliehen.

„Das siebte Kreuz“

In diesem weltberühmten Roman von Seghers geht es um sieben Insassen eines Konzentrationslagers, denen die Flucht gelingt. Unmittelbar danach werden sieben Folterkreuze für die geflüchteten Insassen aufgestellt - und sechs der sieben Flüchtlinge werden gefasst. Das siebte Kreuz jedoch bleibt frei. Auf seiner Flucht trifft der Hauptprotagonist Georg Heisler auf verschiedene Menschen, die vor die Wahl gestellt werden, ihm zu helfen und damit ihrer Menschlichkeit zu folgen, oder ihn zu verraten – und damit dem Regime zu gehorchen.

„Transit“

Auch in dem 1944 erschienenen Roman „Transit“ geht es um Seghers Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, sogar um die Aufarbeitung ihrer eigenen Flucht ins Exil. „Alles war auf der Flucht“, so heißt es im Roman. Seghers erzählt ausführlich von den Schwierigkeiten der Flüchtlinge des Dritten Reiches, über ein Leben in Unsicherheit, Unbeständigkeit und auf der Suche nach einem neuen Zuhause.