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Fledermaus – Lebensweise und Verhalten 07:00 min

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Transkript Fledermaus – Lebensweise und Verhalten

Fledermäuse ruhen tagsüber für gewöhnlich in kleineren oder größeren Gruppen in ihrem Quartier und gehen nachts auf die Jagd nach Insekten. Sie schlafen meist nur in kurzen Phasen und legen auch während der nächtlichen Beutezüge immer wieder Ruhepausen außerhalb des Tagesquartiers ein. Am Abend verlassen die Fledermäuse einzeln oder in kleinen Gruppen das Quartier. Während einige Arten sich erst bei völliger Dunkelheit auf die Jagd begeben, beginnen andere bereits bei Helligkeit ihren Beutezug. Manchmal dauert es Stunden, bis auch das letzte Individuum abfliegt. Je nach dem aktuellen Nahrungsbedarf verfolgen Fledermäuse unterschiedliche Strategien. In der Regel ist der Energiebedarf bei warmer Witterung größer und geht mit erhöhter Jagdaktivität einher. Kalte Temperaturen führen bei vielen Fledermäusen zu mehr oder weniger ausgedehnten Lethargiephasen mit geringerer Aktivität. Die heimischen Fledermäuse ernähren sich überwiegend von Insekten. Je nach Art gibt es Vorlieben bezüglich der bevorzugten Insektenarten. Einige Nahrungsspezialisten erbeuten auch Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel oder Kleinsäuger. Die Größe des Jagdgebiets der einzelnen Fledermäuse richtet sich nach dem vorhandenen Nahrungsangebot. Bei mangelndem Insektenvorkommen fliegen sie in einer Nacht über zehn Kilometer, um in Wäldern und auf Wiesen nach Beute zu jagen. Als Kulturfolge finden Fledermäuse auch in Dörfern und Städten an beleuchteten Fassaden und im Licht der Straßenlaternen einen reich gedeckten Tisch. Seen und Fließgewässer bilden aber einen besonderen Anziehungspunkt. Dort tummeln sich die Insekten und man kann oft verschiedene Fledermausarten bei der nächtlichen Jagd beobachten. Da Fledermäuse ihre Beute mit Hilfe ihres ausgefeilten Echoortungssystems aufspüren und verfolgen, können sie Beutetiere nur erkennen, wenn diese gerade in Bewegung sind. Doch auch leiseste Geräusche der Insekten wie beim Laufen, Fliegen oder Fressen werden von ihrem feinen Gehör wahrgenommen. Die Fledermaus steuert gezielt den Strauch an und packt ihre Beute direkt mit den Zähnen. Frei fliegende Insekten werden oft mit Hilfe der Flughäute gekeschert und mit ihrer Hilfe zum Mund geführt. Auch im Laub am Waldboden sind Käfer nicht vor den nächtlichen Jägern geschützt. Manche Arten, wie dieses Mausohr, jagen Käfer und andere Insekten am Waldboden. Dazu werfen sie sich über ihre Beute und verspeisen diese vor Ort, bevor sie wieder auffliegen. Fledermäuse benötigen zum Schlafen, zur Paarung und Aufzucht der Jungen sowie zum Überwintern geeignete Quartiere. Nur in Gegenden mit ausreichend Plätzen, die ihnen Schutz vor Zugluft und Nässe, aber auch vor potenziellen Fressfeinden bieten, können Fledermäuse leben. Als Kulturfolge konnten sich viele Arten erfolgreich an die neuen Begebenheiten anpassen. So siedelten sich typische Baumbewohner bei fehlender Vegetation in Gebäuden oder vom Menschen geschaffenen Höhlen an. Die Bereitschaft, neue Lebensräume zu finden und zu nutzen, ist bei den einzelnen Arten unterschiedlich ausgeprägt. Insofern unterteilt man die Fledermäuse heute auch nach der Art ihrer Quartiere in drei Typen. Lithophile Arten bewohnen Höhlen und Felsspalten. Phytophile Arten leben in natürlichen Baumhöhlen. Als anthropophile Arten bezeichnet man typische Hausfledermäuse. Fledermäuse halten hierzulande in der kalten und nahrungslosen Jahreszeit einen Winterschlaf. Einige Arten wandern, wie die Zugvögel, im Frühjahr und Herbst, wenn geeignete Winterquartiere nicht in der Nähe der Sommerquartiere zu finden sind oder die Erfrierungsgefahr dort zu groß wäre. Im Spätherbst finden sich die Fledermäuse in den Winterquartieren ein, oft in großen Kolonien. Die Temperatur darf dort nicht unter den Nullpunkt fallen und der Hangplatz muss vor Zugluft geschützt sein. Es sollte eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 80 - 90 Prozent herrschen, damit die Fledermäuse nicht austrocknen. Manchmal ist ihr Fell deshalb mit Tau bedeckt. Während der Winterruhe wird der Stoffwechsel so weit zurückgefahren, dass die Fledermäuse nur sehr wenig Energie verbrauchen und von ihren Fettreserven leben können. Der Herzschlag sinkt von etwa 600 Schlägen pro Minute auf nur noch zehn Schläge ab und die Atemfrequenz geht stark zurück. Es gibt Atempausen von 60 bis 90 Minuten, so dass die Tiere wie leblos wirken. Es handelt sich jedoch um keinen echten Schlaf. Fledermäuse unterbrechen die Winterruhe in regelmäßigen Abständen, um die klimatischen Bedingungen im Quartier zu überprüfen. Bei großer Kälte rücken sie näher zusammen, um die Energieverluste zu verringern. Sobald es wieder wärmer wird, meiden die Tiere den Körperkontakt. Sollte das Mikroklima sich ungünstig verändern, werden selbst im tiefsten Winter Quartierwechsel vorgenommen. Je nach Witterung beenden Fledermäuse gegen März, April ihre Lethargie und kehren zurück in ihre Sommerquartiere.

4 Kommentare
  1. geil

    Von Kim Heilig123, vor 10 Monaten
  2. Ganz gut

    Von Ankeweis, vor 11 Monaten
  3. Supertalent

    Von Gosiapl82, vor etwa 2 Jahren
  4. Geiles vidio;)

    Von Ahmeda K., vor mehr als 2 Jahren