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Einzeller – vielfältige komplexe Lebewesen 08:43 min

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Transkript Einzeller – vielfältige komplexe Lebewesen

Hallo, die meisten Lebewesen bestehen aus unzähligen Zellen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften, Formen und Aufgaben. Ein erwachsener Mensch zum Beispiel besteht aus 100 Billionen Zellen, eine unvorstellbare Zahl. Demgegenüber steht die kleinste Einheit des Lebens, die Zelle. Einzeller bestehen, wie der Name schon sagt, aus einer einzigen Zelle. Deren Organellen müssen daher alle Funktionen abdecken, die sonst differenzierte Zellen oder gar Organe übernehmen. In diesem Video lernst du die Einzeller Amöbe, Paramecium und Euglena kennen. Wir werden uns Zellaufbau, Stoffwechsel, Fortbewegung, Reizbarkeit, Wachstum und Fortpflanzung anschauen und dabei die Begriffe Phago- und Pinocytose sowie Konjugation kennenlernen. Beginnen wir mit den Amöben. Diese Zellen haben keine feste Form, sondern stülpen an jeder beliebigen Stelle kleine Scheinfüßchen aus. Mit diesen Pseudopodien heften sich Amöben an den Untergrund und ziehen den restlichen Zellkörper nach. Durch Kontraktion der Mikrofilamente des Cytoskelettes strömt das Cytoplasma in die Füßchen und wird an anderer Stelle zurückgezogen. Das Cytoskelett kannst du dir wie ein feines Netz vorstellen, das sich durch die gesamte Zelle zieht. Da Amöben ständig ihre Form ändern, werden sie auch Wechseltiere genannt. Hier siehst du den Aufbau. Ein Zellkern wird vom trüben Endoplasma umgeben. Direkt unter der Zellmembran liegt das durchsichtige Ektoplasma. Da innerhalb der Amöbe mehr Moleküle gelöst sind als im Süßwasser, ist der osmotische Druck größer, sodass ständig Wasser eindringt. Eine pulsierende Vakuole pumpt rhythmisch Flüssigkeit aus dem Einzeller raus. Diese Organellen sind eine Nahrungs-Vakuole und Lysosomen, auf die kommen wir später zurück. Amöben können verschiedene Reize wahrnehmen, zum Beispiel Licht, Temperatur und chemische Reize. So unterscheiden sie zwischen anorganischem Untergrund und ihrer Nahrung. Algen, Pflanzenreste und kleinere Einzeller werden mit den Pseudopodien umschlossen und so aufgenommen. Diese Ernährung von organischem Material heißt heterotroph. Ab einer bestimmten Größe kommt es zur ungeschlechtlichen Fortpflanzung. Zuerst teilt sich der Zellkern, dann die gesamte Zelle. Zwei kleinere Tochterzellen entstehen, die bald die Größe der Mutterzelle erreichen. Bestimmt hast du schon einmal vom Pantoffeltierchen gehört, dem Paramecium. Mit 0,3 Millimeter Größe ist es ein bisschen kleiner und hat anders als Amöben eine feste Form und zwei oder mehr Zellkerne. Der äußere Kortex wird unter anderem durch längs und quer verlaufende Mikrotubuli-Bänder stabilisiert. Außerdem sitzen dort die Wimpern, auch Cilien genannt, die der Fortbewegung dienen. In rhythmischen Wellen erfolgen bis zu 50 Schläge pro Sekunde und lassen den Einzeller im Wasser vorwärts gleiten. Der Zellmund ist ebenfalls von Wimpern umgeben, diese strudeln Bakterien, die heterotrophe Nahrung der Paramecien, in die Mundhöhle. Reste werden über einen Zellafter ausgeschieden, überflüssiges Wasser, wie bei der Amöbe, mit Hilfe einer pulsierenden Vakuole und einem Porus hinausgepumpt. Vermutlich der Abwehr von Feinden dienen Proteinfäden, die explosionsartig aus den sogenannten Trichocysten ausgestoßen werden. Sowohl bei Amöben als auch bei Paramecien erfolgt die Nahrungsaufnahme über Phagocytose. Dabei werden feste Stoffe von der Zellmembran umschlossen und als Vakuole nach innen abgeschnürt. Bei der Aufnahme von Flüssigkeiten spricht man von Pinocytose. Die entstandenen Nahrungsvakuolen wandern nach innen, wo sie mit den bereits erwähnten Lysosomen verschmelzen. Diese enthalten alle Enzyme, die nötig sind, um Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette aufzuspalten. Nährstoffe werden direkt ins Cytoplasma abgegeben, Reste von der Vakuole durch die Zellmembran nach außen transportiert. Das heißt Exocytose. Obwohl sich Paramecien auch ungeschlechtlich durch Querteilung vermehren, ist ihnen die geschlechtliche Fortpflanzung eigen, sie heißt Konjugation. Bei der wechselseitigen Befruchtung legen sich zwei dieser Einzeller nebeneinander und bilden eine Cytoplasmaverbindung aus. Jedes Pantoffeltierchen besitzt einen Großkern sowie einen diploiden Kleinkern mit zwei Chromosomensätzen. Durch Meiose teilen sich die Kleinkerne mehrfach, während die Großkerne aufgelöst werden. In jeder Zelle überleben nur zwei haploide Kleinkerne, mit jeweils einem Chromosomensatz. Je ein Kern wandert über die Plasmabrücke in das andere Paramecium und verschmilzt mit dem verbliebenen Kleinkern. Eine sexuelle Befruchtung hat stattgefunden, die Partner trennen sich und neue Großkerne werden gebildet. Kommen wir zu unserem letzten Beispiel, Euglena, dem Augentier. Wie Pflanzen betreibt Euglena Fotosynthese. Der Einzeller ernährt sich autotroph. Hier siehst du die dafür notwendigen Chloroplasten, den Zellkern, außerdem die Zellmembran, die pulsierende Vakuole und das Cytoplasma. Die gewonnene Energie wird im Paramylonkorn gespeichert. Ebenfalls besonders ist die einzelne Geißel, mit deren Schlägen sich Euglena fortbewegt. An einer Verdickung im Geißelsäckchen werden Lichtreize wahrgenommen. Der rote Augenfleck aus Fetttröpfchen schirmt das Licht ab, sodass der Einzeller die Richtung des Lichts lokalisieren kann. Um besser Fotosynthese betreiben zu können, bewegt sich Euglena auf das Licht zu. Ist keines vorhanden, kann der Einzeller auch heterotroph leben. Die Fortpflanzung erfolgt ungeschlechtlich durch Längsteilung. Fassen wir noch einmal zusammen: Als Beispiele für Einzeller haben wir Amöben, Paramecien und Euglena kennengelernt. Amöben bewegen und ernähren sich mit Hilfe von Pseudopodien und können ihre Form fast beliebig verändern. Wie Paramecien, sind sie heterotroph und können sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fortpflanzen. Pantoffeltierchen haben eine feste Form und bewegen sich mit Wimpernschlägen fort. Phago- und Pinocytose finden nur am Zellmund, Exocytose nur am Zellafter statt. Bei der Konjugation werden haploide Kleinkerne ausgetauscht und verschmelzen im Partner mit einem vorhandenen Kern. Euglena pflanzt sich nur ungeschlechtlich fort und bewegt sich mit Hilfe einer einzelnen Geißel. Diese Einzeller leben bevorzugt autotroph, betreiben also Fotosynthese mit Chloroplasten. Eine Besonderheit ist der Augenfleck. Jetzt weißt du Bescheid über die Lebewesen, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

9 Kommentare
  1. Default

    Super erklärt.
    Nur ohne richtige Einführung

    Von Owen P., vor etwa einem Jahr
  2. Foto am 24.12.17 um 21.25  3

    seht gut beschrieben danke! :)

    Von Amelie01, vor etwa 2 Jahren
  3. Default

    Super gut erklärt
    nice

    Von Betlem, vor etwa 2 Jahren
  4. Serpil

    Hallo,
    du meinst wahrscheinlich Eukaryoten und Prokaryoten im Vergleich? Vielleicht hilft dir das folgende Video weiter. Hier werden strukturelle und funktionelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede vorgestellt insbesondere in Bezug auf die Proteinbiosynthese:
    http://www.sofatutor.com/biologie/videos/proteinbiosynthese-vergleich-von-prokaryoten-und-eukaryoten
    Viel Spaß!
    LG

    Von Serpil Kilic, vor mehr als 2 Jahren
  5. Default

    Kann man ein eigenes Video machen, indem man Eukalypten und Prokaryoten vergleicht und gegenüberstellt?

    Von Christaburger, vor mehr als 2 Jahren
  1. Default

    Der Film war anschaulich und gut mitzuverfolgen. Danke!

    Von Tanya Elshorst, vor fast 3 Jahren
  2. Serpil

    Hallo Kathrin,
    dieses Video wurde der Oberstufe zugeordnet. Es gibt auch Videos zum Thema Einzeller, die für die Unterstufe gedacht sind. In der Themenansicht kannst du die Klassenstufe und die dazugehörigen Videos ansehen und wählen!
    LG

    Von Serpil Kilic, vor etwa 3 Jahren
  3. Default

    Für welche Klasse ist dieser Film?

    Von Kathrin Paulsen, vor etwa 3 Jahren
  4. Default

    cool

    Von Xalei, vor mehr als 3 Jahren
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