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Schwämme und Nesseltiere

Was lebt im Wasser, hat jedoch keine Flossen?

In diesem Abschnitt erfährst du etwas mehr zur Vielfalt im Tierreich. Du kennst schon verschiedene Tiergruppen, die an Land, in der Luft und im Wasser leben. Nun geht es einmal mehr um Wasserbewohner, nämlich Schwämme und Nesseltiere. Diese Gruppen unterscheiden sich stark von denen mit Knochen und einer Wirbelsäule. Auch haben sie weder Augen noch eine Nase, Ohren oder Flossen. Wie können sich diese Lebewesen also Fortbewegen, Ernähren und Fortpflanzen? Und was hat eigentlich die bekannte „Ostseequalle“ damit zu tun?

Nesseltiere

Nesseltiere sind wirklich spannende Lebewesen. Ihr Lebensraum sind Meere und auch Süßgewässer, in eisiger Kälte in der Arktis bis zu tropisch warmen Regionen. Zudem gehören sie zu den ältesten Tieren der Erde, denn sie können sich selbst aus winzigen Teilen ihrer selbst regenerieren und somit Jahrtausende überleben. Ihren Namen verdanken die Nesseltiere einer Raffinesse der Natur: Den Nesselzellen. Sie dienen der Abwehr von Feinden und zum Beutefang. Werden die Nesselzellen mechanisch gereizt, zum Beispiel durch ein vorbeischwimmendes Beutetier, so schnellen aus diesen Zellen Nesselkapseln heraus. Diese bohren sich in die Haut und enthalten ein Gift, welches das Beutetier lähmt. Jede Nesselkapsel kann nur ein einziges Mal herausgeschleudert werden. Danach wird die verbrauchte Nesselzelle durch eine Neue ersetzt.

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Bestimmt hast du ein Nesseltier schon mal aus nächster Nähe gesehen. Die bekannte Ohrenqualle (lat. Aurelia aurita) ist in der an Deutschland angrenzenden Nord- und Ostsee zuhause. Nesseltiere kommen in zwei Formen vor. Im beweglichen Stadium nehmen sie die Medusenform an, dies bedeutet, sie sind Quallen. Die Ohrenqualle ist demnach eine Meduse. Im festsitzenden Stadium bilden die Nesseltiere sogenannte Polypen, diese kennst du zum Beispiel in Form von Korallen oder dem Süßwasserpolyp. Dieser Formenwechsel wird als Generationswechsel bezeichnet, denn der festsitzende Polyp pflanzt sich ungeschlechtlich durch Knospung fort, die Meduse wiederum geschlechtlich. Nesseltiere werden auch als Hohltiere bezeichnet, und das sind sie tatsächlich. Sie bestehen größtenteils aus Wasser, sind innen hohl und besitzen nur eine Mundöffnung, die gleichzeitig Nahrungseingang und Ausgang darstellt. Sie besitzen auch keine Organe und verfügen über ein Netznervensystem. Um die Mundöffnung herum verfügen sie über lange Tentakel, die zum Beutefang und zur Fortbewegung dienen und ihnen zudem oftmals ein kunstvolles Aussehen verleihen.

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Das Gift der Nesseltiere ist nicht immer spürbar für uns Menschen. Die Nesselkapseln der Ohrenqualle beispielsweise können die menschliche Haut nicht durchdringen, somit kann uns auch das Gift nichts anhaben. Andere Quallen wie die Feuerqualle (lat. Cyanea capillata) hingegen können für uns Menschen jedoch sehr schmerzhaft werden. Eine auch für den Menschen lebensgefährliche Art ist die sogenannte Seewespe (lat. Chironex fleckeri). Diese Würfelquallenart hat bis zu drei Meter lange Tentakel, die ein so starkes Gift absondern, dass es selbst einen Menschen in weniger als einer Stunde töten kann. Seewespen sind vor allem um Australiens Küste heimisch und Menschen gehören nicht zu ihrer Beute, dennoch kommen sie sich manchmal zu Nahe, mit schwerwiegenden Folgen für das Opfer.

Schwämme

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Die Schwämme besiedeln ebenfalls unsere Meere, im Süßwasser sind sie seltener zu finden. Sie können wenige Millimeter bis einige Meter groß werden. Schwämme sind sesshafte Lebewesen, die über ihre Bodenplatte im Boden verankert sind. So sind sie bestens ausgestattet für Gewässer mit starker Strömung, die sie mit Nahrungspartikeln umströmen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt über Filtration. Die oftmals sackförmigen Lebewesen verfügen über ein inneres, nadelartiges Skelett, das beispielsweise aus Kalk oder Kieselsäure besteht. Der Zentralkörper verfügt über eine oder mehrere Ausströmöffnungen. Zudem ist die Haut mit zahlreichen Poren durchsetzt. Durch die Poren strudelt Wasser in den Zentralkörper, in dem die Nahrungspartikel herausfiltriert werden. Durch die Ausströmöffnung wird das filtrierte Wasser wieder ausgestoßen. Schwämme können sich geschlechtlich als auch ungeschlechtlich durch Knospung fortpflanzen. Pflanzen sie sich geschlechtlich fort, bilden sie Larven aus. Durch ihren Bau und ihre Lebensweise bieten Schwämme einer Vielzahl von anderen kleinen Lebewesen, wie Fischen oder Krebsen, Unterschlupf und Nahrung. Desweiteren bieten Schwämme dem Menschen einen wirtschaftlichen Nutzen. Das Skelett der Hornschwämme ist nach chemischer Behandlung ganz weich, elastisch und saugfähig, so dass es als Badeschwamm benutzt werden kann. So wird zum Beispiel der Gewöhnliche Badeschwamm (lat. Spongia officinalis) hierfür verwendet. Später konnten Haushaltsschwämme auch künstlich hergestellt werden, doch der Name ist geblieben.

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