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Zeitung – Schülerzeitung 09:24 min

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Transkript Zeitung – Schülerzeitung

Hallo, ich bin Ronald. Willkommen zum Video „Aufbau einer Zeitung:Teil 5”. Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema „Schülerzeitung“, und ihr lernt, wie ihr diese selber machen könnt. Seid ihr hinsichtlich der Funktion der Presse, journalistischer Darstellungsformen und den Anzeigen noch unsicher, so schaut euch hier auf „sofatutor“ die Lehr- und Übungsvideos zu den Themen an. Zur Gliederung, wir beschäftigen uns in diesem Video mit den folgenden Unterpunkten: Erst einmal etwas Allgemeines zur Schülerzeitung, anschließend zur Gründung, zur Finanzierung und Werbung, zur Themenfindung, zu journalistischen Kniffs und schließlich, wie ein Impressum auszusehen hat. Wisst ihr, wann die ersten Schülerzeitungen erschienen? Ratet! Es war Mitte des 19. Jahrhunderts, aber erst nach Ende des zweiten Weltkrieges gehörten sie flächendeckend zur Schulkultur. Heute arbeiten etwa 60000 Autoren und Redakteure für dieses Medium. Übrigens ist der Name „Schülerzeitung“ irreführend. Erinnert ihr euch noch, warum? Richtig, weil eine Zeitung mindestens einmal wöchentlich erscheint. Im Prinzip müsste man von einem Schülermagazin reden, aber der Begriff „Zeitung“ hat sich nun mal so etabliert. Wie sieht es rechtlich aus? Müsst ihr die Schülerzeitung vor Erscheinen dem Direktor vorlegen? Streng genommen nur in Bayern, in allen anderen Bundesländern unterliegt die Schülerzeitung dem Presserecht, und das ist im Grundgesetz geregelt, und zwar im Artikel fünf, Absatz eins. Eine Zensur findet nicht statt, das heißt, solange ihr nicht etwas Rechtswidriges publiziert, kann euch niemand, weder Lehrer noch Direktor, in das reinreden, was ihr publiziert. Falls ihr nun eine Schülerzeitung gründet, überlegt euch, wer eure Zielgruppe ist, d.h., für wen ihr schreibt, wie hoch die Auflage sein soll und wie oft ihr erscheinen werdet. Ebenso solltet ihr planen, wie ihr die Druck- und Kopierkosten refinanziert. Oftmals reicht der Verkauf dafür nicht aus. Dafür sind Anzeigen hilfreich, aber sind diese überhaupt in einer Schülerzeitung erlaubt? Zumindest in Berlin und solange ihr laut Schulgesetz nicht gegen rechtliche Bedingungen oder das öffentliche Wohl verstößt. Werbeanzeigen müssen mit dem Bildungs- und dem Erziehungsziel der Schule konform gehen und sich klar von den Inhalten der Zeitung unterscheiden. Ebenso sind Alkohol-, Zigaretten- oder Parteienwerbung streng verboten, und es darf keine Branchenbevorzugung oder Subventionierung erfolgen. Wichtig ist ebenso, dass ihr Anzeigen klar kennzeichnet. Wie funktioniert nun die Themenfindung? Ihr solltet klar eure Leser im Blick haben. Auch wenn euch persönlich vielleicht Serviettentechnik, Wurstrezepte oder „Die Bildhauerei von Gartenzwergen“ interessieren, bitte drückt eure Interessen nicht den Lesern auf. Allgemein lässt sich der Inhalt in „schulinternes“ und Themen der Freizeit, also „schulfremdes“ unterteilen. Ein Bericht zur Landesschülervertretung kann somit genauso Teil einer Schülerzeitung sein wie eine Reportage über Skater, die Rezension der letzten PILSKILLS-LP oder ein Interview mit Breakdancern. Bezüglich der Themen solltet ihr euch in der Redaktionskonferenz abstimmen. Eine Schülerzeitung stellt zwar eure ersten journalistischen Gehversuche dar, niemand erwartet, dass das Magazin perfekt ist, aber ihr könnt einiges dafür tun, dass ihr das Heft abwechslungsreich, sprachlich auf hohem Niveau und mit einem dynamischen Layout verseht. Dann werden die Leser der nächsten Ausgabe entgegenfiebern. Habt ihr erst einmal die verschiedenen Themen für die nächste Ausgabe gefunden, überlegt, welche journalistischen Darstellungsformen zu welchem Thema passen, siehe hierzu auch das Video „Aufbau einer Zeitung“, Teil eins und zwei. Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Basis eines guten Artikels die Recherche ist, das heißt, ihr müsst euch in ein Thema einlesen, Fakten kritisch prüfen und für Reportagen auch mit Menschen sprechen. Das Schreiben geht dann am schnellsten, aber auch hier gibt es etliches zu beachten, z.B. „In der Kürze liegt die Würze.“ Besonders einprägsam sind einsilbige Wörter. Versucht also, Schlagwörter möglichst kurz zu halten und den Satz nicht zu verschachteln. „Der Direktor zeigt sich wenig begeistert von der neuen Schülerzeitung, die in seinen Augen unzureichend den Schulalltag abbildet.“ Das klingt doch dröge, oder? Wer will so etwas lesen? Macht das knackiger. „Direktor schlägt Alarm! Zu viel Schulfremdes in einer Schülerzeitung!“ Ebenso solltest du das Passiv, auch das indirekte, meiden. „Das neue Café ist ein Publikumsmagnet. Hier kann man super chillen.“ Im zweiten Satz verbergen sich mehrere stilistische No-Gos. „Hier“ klingt nach tausendmal gehört, „kann, können“ Modalverben sind furchtbar ungelenk. “Man”, wer soll das sein? Mach es konkreter. „super chillen“, chillst du denn unsuper? Eben. Also Selbstverständlichkeiten vermeiden. „Ein Ort, an dem die Jugend chillt.“ Nun ist „chillen“ zumindest sprachlich etwas ungelenk, geht aber hinsichtlich der Zielgruppe durch. Das „hier“ haben wir ersetzt. Generell solltest du immer überlegen, wie du Wiederholungen vermeidest, das heißt, auch nach Synonymen Ausschau halten. „Echte Synonyme existieren nicht!“ sagen Sprachwissenschaftler. Ein Stuhl ist nicht das gleiche wie ein Sessel. Rap ist nicht Hiphop, dennoch funktioniert manchmal solch ein sogenanntes Pseudosynonym. „Die Rap-Stars betreten die Bühne. Die Hiphop-Stars wurden vom Publikum gefeiert.“ Wie verhält es sich mit Fremdwörtern? Paul jonglierte mit Hyperonymen. Adriana machte sich über die schludrig gefertigte Nut lustig.“ Bitte erkläre alle Fremdwörter. Das gleiche gilt für Fachwörter. Die Bedeutung kann man nicht automatisch beim Leser voraussetzen, ebenso lass Floskeln, Redewendungen und eine allzu legere Ausdrucksweise, also Slang, weg. Der Lehrer bot Paul die Wiederholung der Klausur an. „Ey, Keule“, dachte er. „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Paul machte den Deal und verfatzte sich.“ Das stört hier alles. Klar, der Stil ist generell vollkommen inkohärent, das heißt, er passt überhaupt nicht zusammen. Der Satz kann wie folgt korrigiert werden: Paul zögerte, willigte ein und verließ den Klassenraum. So, last but not least, kommen wir zum letzten Punkt, dem Impressum. Was gehört denn hier rein? Nun, auf jeden Fall Name und Erreichbarkeit des Herausgebers, ebenso Name und Erreichbarkeit des verantwortlichen Redakteurs, des Chefredakteurs. Dahinter steht „v.i.S.d.P.“, Verantwortlicher im Sinne des Pressegesetzes, Name und Erreichbarkeit des Anzeigenleiters, des Druckers, der Druckerei oder auch die Namen der weiteren Redakteure, Autoren, Layouter, gegebenenfalls auch eine Kontoverbindung eurer Zeitung. So, und damit sind wir am Ende des Lehrvideos zum Erstellen einer Schülerzeitung. Bestimmt sind viele Fragen offen geblieben. Ich helfe dir gerne weiter. Schreib einfach einen Kommentar unter das Video. Ich sammle die Fragen und beantworte sie in einem Videotutorium. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und bis bald. Mach es gut, Ronald.

2 Kommentare
  1. Default

    Gut und nice

    Von Exhartmann, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Was ist dem Herausgeben? Also wo und wie soll gedruckt werden?

    Von Eduardvalentina, vor mehr als 3 Jahren