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„Die Wahlverwandtschaften“ – Personenkonstellation (Goethe) 03:49 min

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Transkript „Die Wahlverwandtschaften“ – Personenkonstellation (Goethe)

Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ konzentriert sich im Wesentlichen auf vier Personen. Im Fokus steht dabei das wechselnde Beziehungsgeflecht aller Beteiligten. Erzählt wird diese Geschichte von einem allwissenden auktorialen Erzähler. Diese Erzählweise ermöglicht es, in die Köpfe der Beteiligten zu sehen und ihre Handlungsmotivationen und Gedanken nachvollziehen zu können. Wie denken und handeln die Hauptfiguren? Zu Beginn wird das Verhältnis zwischen dem Baron Eduard und seiner Frau Charlotte geschildert. Wir erfahren, dass sie von Jugend an ineinander verliebt sind. Aus gesellschaftlichen Zwängen heraus heiraten beide jedoch zuerst jemand anderen. Nun, da beide Ehepartner verstorben sind, konnten sie heiraten und leben auf Eduards Landgut. Die Liebe der beiden zeichnet sich im Wesentlichen durch eine innige Vertrautheit aus. Sie ist weder stürmisch noch voller Leidenschaft. Diese Grundkonstellation lernen wir sehr früh kennen und sie ist eine feste Bande, den gesellschaftlichen Normen entsprechend. Nun kommt es aber dazu, dass Eduard und Charlotte zwei weitere Personen bei sich auf dem Landgut aufnehmen. Zum einen ist dies Otto, ein Freund Eduards. Er ist Hauptmann und unverschuldet in Schwierigkeiten geraten. Eduard möchte ihm helfen und lässt ihn bei sich wohnen. Zum anderen ist dies die mittellose Nichte Charlottes Ottilie. Sehr bald stellen Eduard und Charlotte fest, dass sie eine große Anziehung zu dem Gast des jeweils anderen empfinden. Eduard und Ottilie reagieren leidenschaftlich auf diese Anziehungskraft. Es kommt zu Küssen und Eduard kann seine Liebe nicht vor den anderen verbergen. Zwar gestehen sich auch Charlotte und der Hauptmann ihre Liebe, jedoch verlangt Charlotte wegen ihres Ehegelöbnisses den Verzicht. Hier ist der erste Schritt zur Katastrophe. Hätte sie ihren Gefühlen vertraut, der Natur gehorcht, so wäre es später nicht zur Katastrophe gekommen. Nach der Geburt von Charlottes Sohn sehen die Beziehungen wieder etwas anders aus. Ottilie hat sich des Jungen angenommen und kümmert sich um ihn. Eduard sieht in ihm eine Hürde für die Beziehung zu Ottilie, da er nun als Familienvater noch stärkere Pflichten gegenüber Charlotte hat. Allerdings löst die zu hohe Hingabe Eduards an die Liebe zu Ottilie den Tod des Kindes aus. Sein voreiliges Handeln, indem er Ottilie von der Scheidung erzählt, verleitet diese dazu, hastig und nervös ins Boot zu steigen und das Kind ins Wasser fallen zu lassen. Hier ist also der zweite Teil, der zur Katastrophe führt. Dieses Mal ausgelöst von Eduard. Am Ende isoliert sich Ottilie von der Welt und besonders von Eduard. Sie stirbt. Eduard verliert dadurch seinen Lebenswillen und stirbt ebenfalls. Es bleiben also nur noch Charlotte und der Hauptmann übrig. Ob diese am Ende miteinander glücklich werden können und heiraten, verrät der Roman nicht. Der Heiratsantrag des Hauptmanns wird weder angenommen noch abgelehnt.