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Einleitung Kommunikation & Sozialverhalten

Wenn zwei Menschen miteinander kommunizieren, dann tauschen sie Informationen aus. Derjenige der spricht ist der Sender, der die Nachricht aussendet. Der Empfänger hört zu und empfängt die Nachricht. Die Informationen gelangen über Zeichen, die mit Bedeutungsgehalt verschlüsselt sind, vom Sender zum Empfänger. Über den Informationsgehalt der Worte hinaus werden Signale der Gefühls- und Beziehungsebene übertragen – also wie der Sender die Nachricht sendet und wie sie der Empfänger deutet.

Kommunikation: Sach- und Beziehungsebene

Neben der Sachinformation spielen eine Reihe weiterer Informationsquellen in der Kommunikation eine zentrale Rolle. Über die Art der Aussprache, die Körperhaltung, eingesetzte Gesten sowie den Gesichtsausdruck erhält der Empfänger vom Sender eine Fülle von Informationen und Interpretationsmöglichkeiten. Sie beeinflusst die verbale Kommunikation, also den reinen Informationsgehalt der Worte. Die nonverbale Kommunikation beinhaltet neben Gestik, Mimik und Körperhaltung auch die Betonung und die Aussprache.

Neben der sachlichen Informationsebene, der Sachebene, existiert also eine zweite Ebene, die Beziehungsebene. Diese ist weniger leicht wahrnehmbar. Die Konstellation wird oft mit einem Eisberg verglichen: Aus dem Wasser ragt nur die Sachebene. Die Beziehungsebene liegt undeutlich erkennbar unterhalb Wasseroberfläche.

Verbale und nonverbale Kommunikation im Tierreich

Im Tierreich wird ebenfalls auf unterschiedlichsten Wegen verbal und nonverbal kommuniziert, sowohl innerhalb einer Tierart als auch zwischen verschiedenen Tierarten. Auch hier gibt es mindestens einen Sender und einen Empfänger. Beide müssen in der Lage sein, die Signale eindeutig zu kodieren bzw. zu entschlüsseln.

Wenn zum Beispiel männliche Hunde, also Rüden, ihren Urin an unterschiedlichen Stellen hinterlassen, so setzen sie Duftmarken, die die Grenzen ihres Reviers gegenüber anderen Hunden markieren. Darüber hinaus gibt es im Tierreich unzählige Formen der Informationsübermittlung:

  • Optische Signale (Ausdruck, Farbe oder Form): So imponiert der männliche Pfau mit dem aufgestellten Rad den Pfauenweibchen. Das Zähne fletschen des Wolfes gilt als Drohgebärde gegenüber anderen Wölfen.
  • Akustische Signale oder Laute: Der Gesang vieler Vogelarten dient der Revierabgrenzung, der Partnerwerbung oder der Warnung vor Fressfeinden. Fledermäuse nutzen die für den Menschen nicht hörbaren Ultraschalllaute, um sich im Gelände zu orientieren oder Beutetiere aufzuspüren.
  • Chemische Signale (zum Beispiel Duftmarken oder Pheromone): Viele Insektenarten nutzen Lockstoffe, sogenannte Pheromone, um Partner für die Fortpflanzung anzulocken. Auch die Duftmarken der Hunde enthalten übrigens Pheromone.

Komplexere Kommunikationsarten werden als Tiersprache bezeichnet. So kommunizieren viele Affenarten über Gebärden, während sich Honigbienen in ritualisierten Formen über Tanzsprache verständigen. Besonders kommunikationsfreudig und lernfähig sind beispielsweise Delfine, Primaten und Papageien. Aber auch Haustiere, die in der Natur in Gruppen leben, kommunizieren intensiv. Zu ihnen zählen Hunde und Kaninchen.

Kooperation: Zusammenarbeit innerhalb von Menschen- oder Tiergruppen

Eine Kooperation (aus dem Lateinischen: cooperatio = Mitwirkung) ist eine Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehr Individuen, bei der alle Beteiligten einen Nutzen aus der Situation ziehen. Menschen zeigen das komplexeste Kooperationsverhalten, aber auch im Tierreich sind Kooperationen weit verbreitet.

Hinter einer Kooperation verbirgt sich der Zweck, die biologische Fitness zu erhöhen. Jedes Individuum versucht also seine Überlebens- und Fortpflanzungschancen zu verbessern. So erhöht sich direkt oder indirekt die Wahrscheinlichkeit, die eigenen Gene weitergeben zu können.

Gemeinsames Jagen in Gruppen wie es zum Beispiel Schwertwale oder Löwen tun, ist nicht direkt auf die Fortpflanzung ausgerichtet. Es dient dennoch der Arterhaltung und erhöht die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit. Gleiches gilt für den Zusammenschluss zum Schutz vor Fressfeinden. Beispiele sind das Schwarmverhalten vieler Fischarten oder die Herdenbildung von Gnus oder Zebras.

Fischschwärme oder Tierherden sind offene Formen der Kooperation. Neue Mitglieder können problemlos Teil der Gruppe werden. Es besteht keine oder kaum genetische Verwandtschaft zwischen den Tieren. Je nach Art und Intensität der Kooperation unterscheidet man:

  • einen lockeren Zusammenschluss, also offenen Gruppen aus einer oder mehreren Tierarten, zwischen denen kaum oder keine genetische Verwandtschaft besteht. Beispiele sind Fischschwärme oder Gnu- und Zebraherden.
  • einen Verbund, der in der Regel aus Tieren einer Art besteht, zwischen denen es eine genetische Verwandtschaft gibt. Die Mitglieder sind in eine feste Rangordnung eingebunden (Beispiele: Löwenrudel, Elefantenherde).
  • einen Tierstaat: Hier gibt es eine feste Aufgabenverteilung. An der Spitze des Tierstaates steht die Königin, die permanent neue Eier legt. Arbeiterinnen beschaffen die Nahrung, während Soldatinnen den Tierstaat verteidigen. Alle Individuen sind genetisch miteinander verwandt. Beispiele sind Ameisen, Bienen oder Termiten.
  • eine Symbiose: Zwei Arten interagieren miteinander und ziehen daraus gegenseitig einen Vorteil. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen Clownfisch und Seeanemone: Die giftigen Nesselzellen der Seeanemone schützen den Clownfisch vor Fressfeinden. Im Gegenzug hält der Clownfisch die Tentakeln der Seeanemone sauber.