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Transkript Parasitismus - extreme Überlebensstrategie

Hallo! Vielleicht hast du auch schon mal gehört, dass du im Wald wachsende Früchte nicht essen sollst, weil du dich mit dem Fuchsbandwurm anstecken könntest! Hast du dich schon mal gefragt wie genau dieser Parasit im Körper des Wirtes leben kann und wie er dort hinkommt?

In diesem Video zeigen wir dir die Anpassungen und den Wirtswechsel der Parasiten am Beispiel des Fuchsbandwurms. Außerdem wirst du lernen was es mit Halb- und Vollparasiten auf sich hat.

Halb- und Vollparasiten

Es gibt tierische und pflanzliche Parasiten, aber Parasit ist nicht gleich Parasit, denn einige schädigen ihren Wirt mehr, andere weniger. Halbparasiten schädigen ihren Wirt nicht so sehr und leben nur teilweise auf Kosten des Wirtes. Vollparasiten ernähren sich hingegen nur von ihrem Wirt und nehmen sich alles was sie für das Überleben benötigen.

Eine solche Unterteilung findet man bei den pflanzlichen Parasiten. Die Mistel besitzt grüne Blätter und ist daher auch selbst zur Fotosynthese befähigt. Misteln sind daher Halbparasiten, da sie ihrem Wirt keine Fotosyntheseprodukt entziehen müssen. Andere Pflanzen besitzen kein eigenes Chlorophyll. Vielleicht kennst du den Sommerwurz, der auf trockenen Wiesen vorkommt?! Er besitzt keine Blätter und kein Chlorophyll. Der Sommerwurz kann selbst keine Fotosynthese betreiben und lebt daher vollständig auf kosten des Wirtes. Er ist daher ein Vollparasit.

Wirtswechsel am Beispiel. des Fuchsbandwurmes

Oftmals sind Parasiten so sehr spezialisiert, dass sie nur wenige Wirte, manchmal sogar nur einen einzigen Wirt, befallen können. Oftmals ist ein Parasit während seiner Entwicklung aber auch auf zwei verschiedene Wirte angewiesen, es kommt also zu einem Wirtswechsel. Dann unterscheidet man den Zwischenwirt, in dem sich der Parasit z.B. vom Ei bis zur Larve entwickelt, und den Endwirt, in dem sich die Larve zum geschlechtsreifen Parasiten weiterentwickelt.

Einen solchen Lebenszyklus gibt es z.B. beim Fuchsbandwurm. Eine Infektion ist für den Menschen sehr gefährlich. Bestimmt hast du schonmal gehört, dass du im Wald gewachsene Früchte wie Himbeeren oder Erdbeeren nicht essen sollst, weil die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm besteht, oder?

Der Fuchsbandwurm lebt im Körper des Fuchses. Mit dem Kot können die Eier des Fuchsbandwurmes ausgeschieden werden. Die Eier werden dann z.B. von Mäusen aufgenommen und entwickeln sich in der Leber zu so genannten Finnen, das ist so etwas wie das Larvenstadium des Bandwurmes.

Verspeist ein Fuchs die Maus, nimmt er die Finne auf. Diese entwickelt sich im Dünndarm des Fuchses zu den wenigen Millimeter großen Bandwürmern. Nimmt jedoch ein Mensch die Eier z.B. durch Verspeisen von Waldfrüchten auf, entwickeln sich auch in seiner Leber eine oder mehrere Finnen, die wenige Zentimeter bis faustgroß werden können.

Da sich hier der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes nicht schließen kann, weil der infizierte Mensch nicht von einem Fuchs gefressen wird, sagt man auch, dass der Mensch ein Fehlwirt des Fuchsbandwurmes ist. Dies ist für den Menschen jedoch äußerst gefährlich und endet oft tödlich, da die Finnen die inneren Organe schädigen.

Anpassungen des Parasiten

Hast du dich mal gefragt, wie Parasiten, insbesondere Endoparasiten an das Leben im Wirt angepasst sind, um nicht von dessen Immunsystem erkannt und bekämpft zu werden? Dafür haben sich die verschiedenen Parasiten ziemlich geniale Tricks einfallen lassen. Einige davon möchte ich dir jetzt zeigen.

Kommen wir noch einmal auf den Fuchsbandwurm zurück. Hier werden ja in der Leber des Zwischenwirtes die Finnen gebildet. Diese sind durch eine ganz bestimmte Kapsel um sie herum geschützt und werden vom Immunsystem nicht erkannt.

Der Malaria-Erreger Plasmodium, ein Einzeller, vermehrt sich in den roten Blutkörperchen des Menschen, also im Zellinneren, und wird dort nicht vom Immunsystem bekämpft.

Verschiedene Darmwürmer haben sich noch etwas anderes einfallen lassen: Sie produzieren ein bestimmtes Protein, das das Immunsystem dazu bringt inaktiv zu bleiben. Bestimmte Blutegel nehmen aus dem Blut des Wirtsorganismus sogar fremde Antigene auf und werden dann nicht mehr als Eindringling erkannt!

Ziemlich fies, oder? Aber solche Anpassungen machen Parasiten so erfolgreich, so dass sie auf Kosten ihrer Wirtsorganismen leben können.

Zusammenfassung

Jetzt weißt du, dass es die Parasiten gibt, die sich nur über den Wirt ernähren und andere, die nur zum Teil vom Wirt abhängig sind, da sie ein Teil ihrer Nährstoffe selbst bilden können.

Außerdem hast du erfahren, dass der Fuchsbandwurm einen Wirtswechsel vollzieht und auf Zwischenwirt und Endwirt angewiesen ist. Dabei kann der Mensch als Fehlwirt auftreten, wenn er durch das Essen von Waldfrüchten die Eier aufnimmt, aus denen sich die gefährlichen Finnen in der Leber bilden können.

Zudem hast du viele interessante Anpassungen von Parasiten gesehen, die dazu führen, dass ein Parasit nicht vom Immunsystem des Wirtes erkannt und bekämpft wird. Tschüss!

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