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Transkript Räuber-Beute-Beziehungen

Hallo! Sicher weist du, dass in der Natur manche Tiere von anderen Tieren gefressen werden. Man spricht von Räubern und von Beutetieren. Eine Katze jagt Mäuse, sie hat somit also auch Einfluss auf die Anzahl ihrer Beutetiere! Aber wusstest du auch, dass es sich dabei um eine wechselseitige Beziehung handelt! Denn auch die Beutetiere beeinflussen die Anzahl der Raubtiere!

Welche genauen Zusammenhänge es zwischen Beute und Räuber gibt und wie sie sich gegenseitig beeinflussen, erfährst du in diesem Video. Du wirst eine ganz besondere Räuber-Beute-Beziehung kennen lernen, nämlich die zwischen Buntspecht und Borkenkäfer.

Buntspecht und Borkenkäfer

Buntspechte kennst du bestimmt, sie kommen in ganz Europa vor. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und deren Larven. Diese holt ein Specht mit seinem kräftigen Schnabel unter der Baumrinde, der Borke, hervor. Zu seiner Nahrung gehört auch der Borkenkäfer und dessen Larven.

Borkenkäfer leben zum BeispieL unter der Borke von Fichten. Treten sie in Massen auf, können sie in Wäldern unter Umständen große Schäden anrichten. Am Beispiel der Beziehung zwischen Buntspecht als Räuber, und dem Borkenkäfer als Beuteinsekt, werden ich dir nun zeigen, wie eine typische Räuber-Beute-Beziehung aussieht.

Räuber-Beute-Beziehung

Zunächst einmal kann man beobachten, dass man mal viele und mal wenige Buntspechte in ein und dem selben Wald findet und genauso ist das beim Borkenkäfer. Die Anzahl der Käfer und Spechte schwankt also.

Interessant ist, dass diese Schwankungen sich rhythmisch wiederholen. Die Zeitpunkte an denen am meisten Buntspechte und Borkenkäfer im Wald leben sind dabei immer etwas verschoben! Zunächst hat man also eine hohe Anzahl an Borkenkäfern und einige Zeit später eine hohe Anzahl von Buntspechten. Die Anzahl der Butspechte übersteigt aber niemals die der Käfer, sondern liegt immer weit darunter.

Anschießend sinkt die Anzahl der Tiere wieder. Du hast sicher auch bemerkt, dass erst die Borkenkäfer den geringsten Wert erreichen, woraufhin auch die Anzahl der Spechte enorm sinkt. Danach steigen beide Kurve wieder an, zuerst aber wieder die der Borkenkäfer.

Die Kurven für die Anzahl der Raub- und Beutetiere sind also aneinander angepasst und genau verschoben, wie du es hier erkennen kannst. Hast du eine Idee, woran das liegen kann?

Das liegt natürlich daran, dass der Buntspecht auf seine Nahrung, also die Borkenkäfer, angewiesen ist. Auf der anderen Seite kann sich die Borkenkäferpopulation erholen, wenn nur wenige Buntspechte da sind und weniger Käfer jagen. Man kann also sagen: Je mehr Borkenkäfer im Wald leben desto mehr Buntspechte gibt es.

Da sich die beiden Arten gegenseitig beeinflussen, gilt dies natürlich auch umgekehrt: je mehr Buntspechte im Wald leben desto weniger Borkenkäfer gibt es! Aus diesen Beziehungen ergibt sich der eben gezeigte Verlauf mit den typischen Schwankungen der Buntspecht- und Borkenkäfer-Populationen.

Man geht bei solchen graphischen Darstellungen allerdings immer davon aus, dass sich ein Raubtier nur von einem Beutetier ernährt und dass ein bestimmtes Beutetier nur von einem einzigen Raubtier gefressen wird. In der Natur ist dass natürlich meist nicht so einfach, wie du dir sicher vorstellen kannst.

Buntspechte fressen auch andere Insekten als den Borkenkäfer und ebenso werden Borkenkäfer auch von anderen Spechtarten gefressen. Trotzdem gelten grob die Regeln, die du in diesem Video kennengelernt hast.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Video gesehen, wie eine typische Räuber-Beute-Beziehung aussieht. Und die Regeln, die du dafür kennengelernt hast, gelten nicht etwa nur in unseren heimischen Wäldern für den Buntspecht und sein Beutetier, den Borkenkäfer. Sie sind bei allen Räuber-Beute-Beziehungen ähnlich!

Denk nur an die Katze, auch hier gilt: Je mehr Katzen es gibt, desto weniger Mäuse können überleben und umgekehrt. Die Raubtiere haben also Einfluss auf die Anzahl der Beutetiere, viele Räuber brauchen eben viel Nahrung! Gleichzeitig beeinflussen die Beutetiere aber auch die Anzahl der Räuber. Denn je weniger Beutetiere es gibt, umso weniger Raubtiere können ernährt werden. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

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2 Kommentare
  1. Serpil

    Liebe Nadja,
    dieses Video erklärt das Prinzip der Räuber-Beute-Beziehung, ohne auf die Regeln einzugehen. Es gibt noch ein weiteres Video, indem genau auf alle drei Volterra-Regeln eingegangen wird. Vielleicht hilft dir das ja weiter :) Hier der Link dazu:
    http://www.sofatutor.com/biologie/videos/raeuber-beute-beziehung-eine-dynamische-wechselwirkung

    Von Serpil Kilic, vor etwa einem Jahr
  2. Default

    Was ist mit den andern LV Regeln? Die Videos dieser Plattform entsprechen leider oft nicht dem LK niveau

    Von Nadja Bethke, vor etwa einem Jahr