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Episches Theater 04:39 min

Textversion des Videos

Transkript Episches Theater

Hallo! Ich bin's Luise, und ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Video. Das Thema des Videos ist das epische Theater. Bertold Brecht erneuerte das klassische aristotelische Drama und erprobte diese neue Form auch auf der Bühne. Nach dem Video werdet ihr wissen, was man unter einem epischen Theater versteht, worin die Neuerungen bestanden und was die entscheidenden Unterschiede zwischen dem dramatischem und epischen Theater sind. Ihr solltet schon wissen, wer Bertold Brecht ist. Das epische Theater ist eine besondere Neuerung des 20. Jahrhunderts. Es steht für eine besondere Form des modernen Dramas, die ich euch in diesem Video erläutern werde. Bertold Brecht ist der Begründer des epischen Theaters und entwickelte diese Form sowohl theoretisch als auch praktisch auf der Bühne. Sein Ziel war es, das Publikum durch seine Stücke zum kritischen Denken anzuregen. Brecht verwendete dazu verschiedene Mittel, zum Beispiel den Verfremdungseffekt. Bei dem sogenanntem V-Effekt wird dem Zuschauer etwas Alltägliches verfremdet, das heißt, anders als bekannt präsentiert. Dadurch nimmt er eine kritische Haltung zu dem Geschehen ein und wird neugierig und erstaunt über das, was er sieht. Dadurch soll der Zuschauer angeregt werden, über das Stück und den Inhalt nachzudenken. Außerdem verwendete Brecht Montagetechnik. Das sind kritische Einschübe eines Erzählers, die in Form von Prologen, Epilogen, Liedern und so weiter auftreten können und Aussagen unterstützen, die im Stück gesagt werden. Brecht verfasste 1938 die Gegenüberstellung der beiden Theaterformen. Ich nenne euch jetzt die wichtigsten Merkmale der epischen Fom des Thaters im Gegensatz zur dramatischen Form des Theaters. Das Schema zeigt, dass die beiden Formen nicht absolute Gegensätze sind, aber dass Akzente verschoben wurden. Die Neuerung ist, dass das epische Theater erzählend statt handelnd ist. Statt den Zuschauer in eine Bühnensituation zu verwickeln und damit seine Aktivitäten zu verbrauchen, soll das epische Theater zum Betrachten einladen. Es soll aber Aktivitäten wecken und zum Nachdenken über die Inhalte und das Stück anregen. Es soll nicht mehr nur Gefühle ermöglichen, sondern Entscheidungen des Zuschauers erzwingen. Die epische Form des Theaters soll statt Erlebnissen, ein Weltbild und Kenntnisse vermitteln. Es soll mithilfe der Stücke nicht miterlebt, sondern studiert werden. Eine weitere Veränderung an der Form ist, dass der Mensch nicht als bekannt vorausgesetzt wird, sondern als Gegenstand der Untersuchung gesehen wird. Er ist veränderbar und kann verändern. Beim dramatischen Theater galt der Mensch als unveränderlich. Beim epischen Theater veränderte Brecht auch den Spannungsverlauf. Er setzte die Spannung nicht auf den Ausgang, sondern auf den kompletten Gang oder Verlauf des Stückes. Jede Szene steht für sich und der Verlauf ist nicht linear, sondern verläuft in Kurven. Es ist kein Wachstum in dem Stück zu sehen, sondern es ist eine Zusammenstellung aus Textteilen und Texten mit verschiedenen Stilen - eine Montage. Das Geschehen im epischen Theater macht Sprünge. Die Welt wird nicht im Ist-Zustand dargestellt, sondern der Prozess, wie der Mensch wird. Es geht um den Menschen und seine Beweggründe. Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Denken des Menschen. Die Ratio wird dem Gefühl gegenübergestellt. Brecht hoffte durch seine Stücke, das Publikum zum kritischen Nachdenken anregen zu können. Theater sollte die Gesellschaft widerspiegeln und das im Theater gesehen sollte den Zuschauer dazu anregen, über die Gesellschaft und seine eigene Position nachzudenken. Das war eine kurze Zusammenfassung zum Thema episches Theater. Vielen Dank fürs Zuschauen und ich hoffe, das Video hat euch gefallen. Wir sehen uns beim nächsten Mal, eure Luise.

Informationen zum Video
3 Kommentare
  1. Default

    Schön und klar! Danke!!

    Von Martine Bocca, vor 8 Monaten
  2. Default

    Sehr schön erklärt, weiter so!

    Von Te Rob3, vor 9 Monaten
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    Hallo Luise

    Deine Erklärungen waren sehr gut, anschaulich und detailliert. Besonders mit den Gegenüberstellungen. Ich mache mit meiner Klasse eine weiterentwickelte Form des Epischen Theaters. Es ist ein Epical Namens Melchisedek... (die Suche nach dem ewigen Leben). Eigentlich war ich der Meinung dass ich das Epical erfunden habe, muss jetzt aber feststellen, dass anscheinend Berthold Brecht die Vorarbeit geleistet hat:-) Macht nichts, es freut mich nun einfach, dass ich eine weitere Form des epischen Theaters mit meiner Klasse vorführen werde. Danke für Deine Erläuterungen.

    Gruss: Lehrer N. Trüb

    Von Urs T., vor etwa 3 Jahren