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Transkript Franz Kafka – Leben und Werk

Franz Kafka: Leben und Werk

“Ich werde wieder schreiben, aber wie viele Zweifel habe ich inzwischen an meinem Schreiben gehabt. Im Grunde bin ich ein unfähiger unwissender Mensch [...]”

Das schreibt Kafka 1913 in sein Tagebuch. Es ist gerade dieses Selbstbild, für das er berühmt ist: Der geniale Schriftsteller, der schreiben muss, obwohl er ständig unzufrieden mit seinem Werk ist. Diese Unzufriedenheit geht so weit, dass er in seinem Nachlass verordnet, alle seine Texte verbrennen zu lassen. Doch was ist dran an dem Mythos Franz Kafka? Wie lebte er? Was hat ihn beeinflusst und wie schaffte es der Prager Versicherungsangestellte, zu einem der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts zu werden?

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als erstes von vier Kindern in Prag geboren. Sein Vater, Hermann Kafka, war ein jüdischer Kaufmann mit eigenem Geschäft, in dem auch die Mutter, Julie Löwy, arbeitete.

Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war stets angespannt. Schon sehr früh empfindet Kafka eine große innere Verschiedenheit zwischen sich und seinem Vater. Er, der eher introvertiert ist, fühlt sich vom Vater eingeschüchtert und nicht anerkannt. Dieser Umstand bestimmt Kafkas Leben grundlegend und prägt auch seine Werke. Zu seiner Mutter und den Schwestern, Elli, Valli und Ottla, hat er ein recht enges Verhältnis.

Da die Eltern beide arbeiten, werden die Kinder hauptsächlich von Dienstmädchen großgezogen. So erlebt Franz Kafka seine Jugend mit einem Fokus auf dem Getrenntsein von den Eltern.

1901 macht Kafka sein Abitur und studiert anschließend an der Deutschen Universität in Prag Jura. Aus dieser Zeit stammen die ersten erhaltenen Erzählungen, wie “Beschreibung eines Kampfes”.

1902 lernt er während des Studiums Max Brod kennen. Diese Begegnung wird Kafkas Leben grundlegend bestimmen. Brod ist, wie Kafka, ein junger Schriftsteller. Die beiden wird eine lebenslange Freundschaft stets eng verbinden. Nach seiner Promotion 1906 beginnt Kafka 1907 in der Versicherungsanstalt “Assicurazioni Generali” zu arbeiten. 1908 veröffentlicht er schließlich in der Zweimonatszeitschrift “Hyperion” erste Prosatexte unter dem Titel “Betrachtungen”. Ebenfalls in diesem Jahr wechselt er zur “Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt”, bei der er bis zu seiner Frührente 1922 arbeitet.

Ab 1909 beginnt eine intensivere Schaffensphase Kafkas. Er beginnt Tagebuch zu führen - zumindest stammen die ältesten erhaltenen Tagebücher aus dieser Zeit. Außerdem veröffentlicht er immer wieder kleinere Texte in Zeitschriften. Bis 1912 reist er, gemeinsam mit Max Brod, mehrere Male in verschiedene Städte Europas. 1912 trifft er dann in Prag auf Felice Bauer. Kafka fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Es beginnt eine intensive Korrespondenz. Zur gleichen Zeit schreibt er die Erzählung “Das Urteil” in nur einer Nacht.

Dieses intensive Schreiberlebnis ist prägend für Kafka. “Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele”, notiert er in seinem Tagebuch.

1912 beginnt auch die Arbeit an seinem ersten Roman “Der Verschollene”. Im Dezember erscheint sein erstes Buch “Betrachtungen” im Rowohlt Verlag Leipzig und schließt somit ein ereignisreiches Jahr ab. Es folgen weitere Veröffentlichungen und Reisen.

1914 verlobt sich Franz Kafka schließlich nach langem Hadern mit Felice Bauer. Diese erste Verlobung wird jedoch schon nach etwas mehr als einem Monat wieder aufgelöst. Danach entstehen das Romanfragment “Der Proceß” und die Erzählung “In der Strafkolonie”.

Ein Jahr später schreibt er “Die Verwandlung” und Carl Sternheim gibt seinen Fontane-Preis an Kafka weiter. 1916 wagt sich Franz Kafka wieder in eine Beziehung mit Felice Bauer. Wieder ist ihm nicht ganz wohl dabei und trotzdem folgt eine Verlobung.

Bis 1917 schreibt Kafka hauptsächlich kürzere Texte. In diesem Jahr wird bei ihm Lungentuberkolose festgestellt. Das - sowie die zunehmende Unzufriedenheit mit der Beziehung und seiner Arbeit - führen Ende des Jahres dann zur endgültigen Loslösung von Felice Bauer.

Anfang des nächsten Jahres zieht er zu seiner Schwester Ottla zur Genesung aufs Land. Die berühmten “Er-Aphorismen” entstehen in dieser Zeit. 1919 verlobt er sich mit Julie Wohryzek. Diese Verlobung gefällt Kafkas Vater nicht, da sie “unter Stand” ist. Im selben Jahr schreibt Kafka den “Brief an den Vater”. Darin erklärt er sein Verhältnis zu ihm und wie eingeschüchtert er sich von klein auf gefühlt hat. Er wird den Brief nie abschicken.

1920 wird die Verlobung aufgrund des familieninternen Streits gelöst. In diesem Jahr erscheint auch Kafkas zweites Buch “Ein Landarzt. Kleine Erzählungen”. Darin finden sich viele kurze Prosatexte der letzten Jahre. Bis 1922 erfolgen mehrere Kuraufenthalte. In dieser Zeit beginnt Kafka, seinen dritten Roman, den er - wie die vorherigen - nie fertigstellen wird. “Das Schloß”, nennt er die Geschichte, die inhaltlich und formal stark an “Der Proceß” erinnert. Wegen der fortschreitenden Krankheit wird Kafka im Sommer 1922 frühzeitig pensioniert.

Kurz später lernt er während eines Kuraufenthalts Dora Diamant kennen und zieht mit ihr nach Berlin. Es entstehen mehrere letzte Erzählungen. Darunter “Ein Hungerkünstler”, “Die kleine Frau” und seine letzte Erzählung “Josefine die Sängerin oder das Volk der Mäuse”. Wegen der starken Inflation und der sich nun rasch verschärfenden Tuberkolose zieht Kafka 1924 nach Prag zurück. Nach einigen Sanatoriumsaufenthalten in Österreich erliegt er am 3. Juni 1924 seiner Krankheit.

Bis zu seinem Tod hat Franz Kafka immer noch an seinen Texten gearbeitet. Seinem Freund Max Brod trug Kafka auf, alles, was noch nicht veröffentlicht wurde, zu verbrennen. Brod widersetzte sich diesem Wunsch und brachte in den Jahren nach Kafkas Tod die erhaltenen Erzählungen heraus. Die Kritiken waren durchgehend sehr gut und schon bald wurde Kafka zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts.

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2 Kommentare
  1. Rene redaktion

    Vielen Dank für deinen Kommentar! Wir freuen uns, dass dir das Video gefällt.

    Beste Grüße
    Die Deutschredaktion

    Von René Perfölz, vor mehr als einem Jahr
  2. Default

    Sehr übersichtlich und einfach erklärt.

    Von Jakob Suckow94, vor mehr als einem Jahr
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