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Transkript Reflexe – unwillkürliche Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz

Du kannst dich sicher daran erinnern, dass ein Arzt einmal mit einem kleinen Hammer unter deine Kniescheibe geschlagen hat. Was ist dann passiert? Genau! Dein Unterschenkel ist nach vorne geschnellt, ohne dass du etwas dagegen tun konntest. Du hast dich sicher auch schon einmal verbrannt und kannst dich erinnern, dass du deine Hand sofort und ohne Nachzudenken zurückgezogen hast. Beides sind Reflexe und um diese wird es in diesem Video gehen.

Definition Reflex

Zuerst möchte ich dir erklären, was ein Reflex ist. Ein Reflex ist die immer gleiche Reaktion auf einen bestimmten Reiz. Das Wegziehen der Hand ist die Reaktion auf das Berühren von etwas sehr Heißem.

Reflexe sind angeboren und werden meist vom Rückenmark gesteuert und nicht über das Gehirn. So ermöglichen sie eine schnelle Reaktion in einer Gefahrensituation. Es gibt verschiedene Reflexe. Ich möchte dir Eigenreflexe, Fremdreflexe und bedingte Reflexe genauer erklären.

Eigenreflexe

Eigenreflex bedeutet, dass die Reizaufnahme in dem Organ geschieht, in dem die Reaktion erfolgt. Der Reiz wird von einem Organ aufgenommen. Das Organ sendet dann ein Signal ins Rückenmark. Von dort wird ein Signal für eine bestimmte Reaktion in das reagierende Organ gesendet. Diese Verbindung nennt man Reflexbogen.

Eigenreflexe werden nur über eine einzige Synapse gesteuert. Sie heißen deshalb monosynaptische Reflexe. Die Reaktion kann so sehr schnell erfolgen. Ein Eigenreflex dauert zwischen 20 und 50 Millisekunden.

Die eingangs beschriebene Reaktion auf den Hammerschlag vom Arzt wird als Kniesehnenreflex bezeichnet. Er ist ein Eigenreflex. Der Schlag mit dem Hammer ist der Reiz. Ein Muskel namens Quadrizeps wird gedehnt.

Die Muskelspindeln des Quadrizeps, die eine Dehnung des Muskels messen können, senden über eine Nervenzelle ein Signal an das Rückenmark. Das Rückenmark sendet an den Quadrizeps das Signal zur Kontraktion, also zum Zusammenziehen.

Das Kniegelenk wird dadurch gestreckt und der Unterschenkel schnellt nach vorn. Der Kniesehnenreflex dauert ca. 30 Millisekunden. Eigenreflexe sind angeboren und laufen immer auf die gleiche Weise ab.

Fremdreflexe

Bei Fremdreflexen liegt das Sinnesorgan, das den Reiz aufnimmt, weit vom Erfolgsorgan, also dem Ort der Reaktion, entfernt. Bei einem Fremdreflex sind mehrere Nervenzellen verschaltet. Sie werden als Interneurone bezeichnet. Fremdreflexe werden auch polysynaptische Reflexe genannt.

Die zu Beginn des Films beschriebene Reaktion beim Verbrennen, der Rückziehreflex, ist ein Fremdreflex. Rezeptoren in der Haut der Hand senden das Signal der zu hohen Temperatur ans Rückenmark. Das Rückenmark muss nun an die Armmuskeln, die am Zurückziehen der Hand beteiligt sind, die entsprechenden Signale senden.

Der Reiz wurde also von den Rezeptoren in der Haut der Hand aufgenommen, die Reaktion erfolgt aber in den Muskeln des Oberarms. Ein Fremdreflex dauert deshalb auch ca. 90 Millisekunden, also länger als ein Eigenreflex.

Fremdreflexe sind wie Eigenreflexe angeboren, aber eine Habituation ist möglich. Das bedeutet, dass die Reaktion auf einen Reiz schwächer wird oder ausbleibt, wenn sich der Reiz als ungefährlich erweist. Dies wird bei Verbrennen nicht eintreten.

Der Lidreflex ist aber ein gutes Beispiel für einen habituierbaren Fremdreflex. Nähert sich ein Gegenstand dem Auge, so wird das Augenlid automatisch geschlossen. Wenn sich jedoch herausstellt, dass der Gegenstand dem Auge nicht gefährlich werden kann, wird der Reflex bei Wiederholung schwächer und kann ausbleiben.

Bedingte Reflexe

Eigen- und Fremdreflexe sind angeboren. Sie werden als unbedingte Reflexe bezeichnet. Reflexe können aber auch erlernt werden. Das ist der Fall, wenn die immer gleiche Reaktion auf einen bestimmten Reiz erlernt wurde. Man spricht dann von einem bedingten Reflex. Durch Lernen wird ein Reiz, der eigentlich keine Reaktion auslöst, zum Auslöser für eine bestimmte Reaktion.

So auch beim Pawlowschen Hund. Vor dem Füttern wurde mit einer Glocke geläutet und der Speichelfluss der Hunde untersucht. Schon nach kurzer Zeit sonderten die Hunde bereits beim Ton der Glocke Speichel ab, auch wenn kein Futter gegeben wurde. Der Glockenton war nun ein Reiz der einen Reflex bzw. eine Reaktion auslöst, den Speichelfluss.

Die reaktionsauslösende Wirkung der Glocke nimmt jedoch wieder ab, wenn mehrmals kein Futter folgt. Das ist Habituation. Der Reiz wird als unbedeutend eingeordnet. Auch Menschen können auf diese Weise Reflexe erlernen.

Zusammenfassung

Du hast in diesem Film erfahren, was ein Reflex ist: Die immer gleiche Reaktion auf einen bestimmten Reiz. Du weisst nun, dass es monosynaptische Eigenreflexe wie den Kniesehnenreflex und polysynaptische Fremdreflexe wie den Rückziehreflex gibt. Du kannst auch erklären, was dabei im menschlichen Körper passiert.

Außerdem hast du gelernt, dass es auch bedingte, also erlernte Reflexe gibt. Lässt eine Reaktion auf einen bestimmten Reiz jedoch nach oder bleibt aus, da der Reiz als ungefährlich eingestuft wird, so nennt man das Habituation. Das ist aber nur bei Fremdreflexen oder bedingten Reflexen möglich.

Informationen zum Video
4 Kommentare
  1. Default

    Das ist echt das Beste video auf sofatutor! es hat mir echt meinen test gerettet und dafür bin ich echt dankbar!
    weiter so!

    Von Mononikita, vor 9 Monaten
  2. Default

    Sobald hier was erklärt wird, versteh ich ALLES! Danke dafür! Ihr rettet mir echt die Noten! :D

    Von Annatheresa97, vor etwa einem Jahr
  3. Default

    hammer video. sehr sehr gut erklärt

    Von Ilhami, vor fast 3 Jahren
  4. Default

    Super, hat mir echt geholfen :-)

    Von Jana R., vor fast 3 Jahren