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Transkript „Emilia Galotti“ – Inhalt und Personen (Lessing)

Hallo, ich bin es Luise, und ich wünsche Euch viel Spaß mit diesem Video. In diesem Video geht es um Lessings Schauspiel Emilia Galotti. Lessing ist einer der wichtigsten Vertreter der Literaturepoche der Aufklärung und verfasste verschiedene bürgerliche Trauerspiele. Das Stück wurde im Jahr 1772 anlässlich des Geburtstags einer Herzogin uraufgeführt. Lessing hat sich übrigens nie eine Aufführung angeschaut. Nach dem Video werdet ihr wissen, was der Inhalt von Lessings Schauspiel ist und welche Personen in dem Schauspiel spielen und in welcher Beziehung sie zueinanderstehen. Außerdem werdet ihr wissen, was die Thematik des Dramas ist und was Lessing in diesem Stück sagen wollte. Ihr solltet schon wissen, was ein Drama ist und welche Merkmale ein Drama hat. Ihr solltet euch außerdem mit der Literaturepoche Aufklärung und dem Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing auskennen. Als 1. ein paar allgemeine Informationen zu dem Drama Emilia Galotti. Es ist ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Aufzügen. Das zentrale Thema ist die Liebe, aber es geht vielmehr, um sehr zentrale politische Themen, die typisch für die Aufklärung sind. Der willkürliche Herrschaftsstil des Adels trifft auf die aufgeklärte Moral des Bürgertums und alte feudale Vorstellungen von Liebe und Ehe treffen auf neue, empfindsamere Liebesvorstellungen der Bürger. Und deswegen ist es ein sehr brisantes und entscheidendes Stück der Aufklärung. Am Anfang des Dramas lernt man den Prinzen Hettore Gonzaga kennen. Der Prinz kümmert sich nur wenig um seine Pflichten als Herrscher. Seine persönlichen Interessen sind ihm wichtiger als zum Beispiel die Unterzeichnung eines Todesurteils. Er geht sehr fahrlässig und verantwortungslos mit Leben um, und das disqualifiziert ihn als guten Herrscher. Der Prinz hat großes Interesse an dem Bürgermädchen Emilia Galotti und wünscht sich diese als Geliebte. Emilia ist aber verlobt mit dem Grafen Appiani. Der Prinz möchte die bevorstehende Hochzeit zwischen Emilia und dem Grafen verhindern und beauftragt seinen Kammerherren Marinelli, dies in die Wege zu leiten. Der Graf wird bei einem Überfall umgebracht. Die Gräfin Orsina ist die aktuelle Verlobte des Prinzen und ist sehr verletzt, dass der Prinz sich für die bürgerliche Emilia Galotti interessiert. Sie gibt dem Vater von Emilia Galotti einen Dolch, um den Prinzen zu töten und seine Tochter so vor dem Verführer zu schützen. Außerdem sollte er den Grafen rächen, der aufgrund der Liebe des Prinzen zu seiner Tochter umgebracht worden ist. Der Vater von Emilia, Odoardo Galotti, möchte seine Tochter schützen und kann aufgrund seiner Moralvorstellung den Prinzen nicht töten. Er versucht, seine Tochter vom Fürstenhof fernzuhalten, um das Schlimmste zu verhindern. Die Mutter, Claudia Galotti, fühlt sich geschmeichelt von der Zuneigung des Prinzen zu ihrer Tochter, merkt aber durch den Tod des Grafen, dass es besser wäre, die Tochter in Sicherheit zu bringen. Der Vater erkennt die Gefahr für die moralische Integrität der Tochter, und um diese zu bewahren, tötet er sein Kind. Damit kann Emilia ihre Unschuld bewahren, aber muss das mit ihrem Leben bezahlen. Das Drama zeigt den Konflikt zwischen dem Adel und den moralischen Vorstellungen des Bürgertums. Der Prinz Hettore Gonzaga zeigt keine Skrupel und versucht, seine moralisch fragwürdigen Ziele durch Lügen und Intrigen und mithilfe seiner Untergebenen zu erreichen. Damit kritisiert Lessing die willkürlichen Handlungen der Adeligen. Die bürgerliche Familie Galotti wird von dem Prinzen ins Unglück gestürzt und bleibt unbestraft. Der Konflikt zwischen Adeligen und Bürgerlichen geht zum Schluss zugunsten des Adels aus. Lessing kritisiert aber auch die engen bürgerlichen Moralvorstellungen. Der eigene Wille Emilias und ihr Wunsch nach freier Entwicklung, tritt hinter den inneren Zwang zur unbedingten Pflichterfüllung zurück. Lessing kritisiert also ganz im Sinne der Aufklärung die Unmündigkeit des Bürgertums. In diesem Bild könnt ihr die einzelnen Personen und ihre Beziehung zueinander sehen. Die adeligen Wertvorstellungen werden in dem Trauerspiel den bürgerlichen Wertvorstellungen gegenübergestellt. In der Mitte steht Emilia Galotti, die keinen eigenen Willen entwickeln kann und als Spielball des Prinzen, bzw. der Eltern, genutzt wird. Auf der Seite der bürgerlichen Wertvorstellungen steht die Familie Galotti. Die Mutter möchte natürlich die Tochter schützen, aber durchschaut die Intrigen des Prinzen nicht. Der Vater hingegen möchte die moralische Integrität der Tochter schützen und tötet Emilia. Auf dieser Seite steht natürlich auch der Graf Appiani, der wegen der Liebe zu Emilia sterben muss. Auf der Seite der Adeligen steht die Gräfin Orsina, die den Vater, Odoardo, unterstützt und enttäuscht von den Interessen des Prinzen an Emilia ist. Der Prinz möchte Emilia Galotti als seine Geliebte und wird unterstützt von seinen Untergebenen, zum Beispiel dem Kammerherren Marinelli. Das bürgerliche Trauerspiel zeigt den erwachenden Widerstand des bürgerlichen Selbstbewusstseins und dessen Zuflucht als Selbstopfer. Ich hoffe, das Video über das Drama Emilia Galotti hat euch gefallen und wir sehen uns beim nächsten Mal. Eure Luise.

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