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8 Kommentare
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    Hallo Lela, Ihr Kommentar hat mich zum Nachdenken gebracht: Wenn ich das richtig verstehe, weißt die grammatische Formulierung von Maupassant (passé simple) daraufhin, dass damit die (wenn auch lange Periode) des entsagungsreichen Lebens von Mme Loisel eine abgeschlossene Zeitspanne ist, auf die nunmehr – aus ihrer Sicht – eine zufriedenere Lebenszeit folgt. Sie sagt zu Mme Forestier, deren Aussehen mit dem ihren kontrastiert dargestellt ist (Mme Forestier « qui est toujours jeune, toujours belle, toujours séduisante ») die Worte : « Enfin, c’est fini, et je suis rudement contente. »
    Ihre Selbstzufriedenheit ist allerdings etwas erschreckend. Maupassant kommentiert: „Et elle (=Mme Loisel) souriait d’une joie orgueilleuse et naїve ».
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    Nun noch eine kleine Frage, die eigentlich nicht so ganz hierhin gehört, die mich aber interessiert. Ich lese hinsichtlich der Begegnung der beiden Damen auf den Champs-Elysées
    (Hintergrund: imparfait):
    C’était Mme Forestier, toujours jeune, toujours belle, toujours séduisante.
    (Dann: passé simple):
    Mme Loisel se sentit émue.
    (Und dann kommt der Fragesatz) :
    Allait-elle lui parler?“
    Was mich nun interessiert, ist eben dieser Fragesatz. Das ist ja keine direkte Frage. Ist das vielleicht ein Satz im sogenannten „style indirekt libre“, wo Maupassant die Gedanken von Mme Loisel in der dritten Person in einer Art „Präteritum“ wiedergibt?
    Liebe Grüße
    Ee

    Von Eemilelv, vor 10 Monaten
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    Hallo,
    das hat Maupassant sehr schön geschrieben und er will damit auf die Dauer ihres Lebens aufmerksam machen und eben nicht darauf, dass es zu Ende ist. Es geht immer darum, was man hervorheben möchte, das Geschehen in seiner Länge oder seine Abgeschlossenheit. Da hast Du uns jedenfalls ein sehr schönes Beispiel dafür gezeigt, danke!

    Von Lela 1, vor 10 Monaten
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    Also mein Laptop spielt verrückt. Ich muss meine Frage zuerst auf Word schreiben:
    Also: Mme Loisel hat sich aufgrund ihrer Situation verändert. Da heißt es: „Elle connut les gros travaux du ménage … » und später « Et cette vie dura dix ans… »
    Der letzte Satz ist auch im „passé simple“ formuliert – klar das Geschehen ist abgeschlossen; allerdings hat es sehr wohl „die Eigenschaft von Dauer“ gehabt (zehn Jahre!) und das hat mich etwa non vero - nein, keineswegs erstaunt, heißt es doch im Video, dass „keine Eigenschaft von Dauer enthalten“ sein soll. Dies dürfte also ein eher untergeordnetes Kriterium sein – oder? Das Hauptkriterium müsste also die Abgeschlossenheit sein (Anfang und Ende einer Handlung in der Vergangenheit.

    Von Eemilelv, vor 10 Monaten
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    Hallo!
    Ich habe mir das gut gemachte Video nochmals angeschaut, nachdem ich ein bisschen zum wiederholten Mal die kleine Geschichte "La Parure" von Guy de Maupassant gelesen habe, in der ich immer wieder etwas Neues finde - und zwar inhaltlich wie grammatisch.
    Mme Loisel hat sich

    Von Eemilelv, vor 10 Monaten
  5. Cara11

    Hallo Eemilelv,
    das siehst du genau richtig - das Passé simple wird nur noch in der gehobenen Schriftsprache verwendet und somit ist auch die Unterscheidung zwischen dem Passé simple und dem Passé composé nur relevant für eben jene gehobene Schriftsprache. Bei der Unterscheidung ist dann - wie du bei Confais schon gelesen hast - darauf zu achten, ob bei der beschriebenen Handlung in der Vergangenheit ein Bezug zur Gegenwart vorhanden ist oder nicht. Wenn ja (die Konsequenzen der Handlung dauern bis in die Gegenwart an), wird selbst in der Schriftsprache das Passé composé verwendet. Wenn nein (absolut abgeschlossene Handlung), verwendest du das Passé simple.

    Ich hoffe, ich konnte dir helfen!

    Viele Grüße aus der Französisch-Redaktion

    Von Cara Gaffrey, vor etwa einem Jahr
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    Hallo Lela,
    ich bin leicht unsicher. In der "Grammaire explicative" von Jean-Paul Confais lese ich hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Passé simple und Passé composé: "Entscheidend für den Gebrauch von P. simple und P. composé ist einzig und allein der Bezug zur Gegenwart.... Das P. simple wird in Berichten verwendet, die nicht in Beziehung zur Gegenwart gesetzt werden... Sobald aber eine Äußerung den geringsten Bezug zur Gegenwart impliziert, muss man das P: composé verwenden."
    Wenn ich das richtig verstehe, dann gibt es im gesprochenen Französisch deshalb keine Unterscheidung zwischen beiden,
    WEIL das P. simple einfach nicht vorkommt - in der Schriftsprache aber ist sehr wohl eine Unterscheidung angebracht.
    Ein Satz wie "Jeanne d'Arc naquit le 6 janvier 1412" wird also mündlich wiedergegeben als "Jeanne d'Arc est née..."
    Sehe ich das so richtig?

    Von Eemilelv, vor etwa einem Jahr
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    ja, das imparfait kann somit einen zeitrahmen angeben, in dem die eigentlich relevate handlung im passé simple / passé composé passiert. das passé composé und das passé simple sind genau das gleiche, nur ein anderes sprachregister (geschrieben, gesprochen). das mit der wirkung auf die gegenwart finde ich oft misverständlich, es ist einfach so, dass wenn man betont, dass eine handlung wirklich abgeschlossen ist, man dies oft deshalb tut, weil eben genau das abgeschlossen sein der handlung in der gegenwart eine rolle spielt. eindeutig ist es beim verb avoir, das im imparfait und im passé composé so eine unterschiedliche bedeutung bekommt, wie eben im deutschen ich hatte oder ich habe bekommen. ich hoffe, das hilft :)

    Von Lela 1, vor mehr als einem Jahr
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    Merci Lela!
    Maintenant je crois distinguer l'imparfait et le passé simple.

    Das Imparfait gibt quasi die Hintergrundinformation und das Passé simple aktuellen "reliefartigen" Vordergrundgeschehnisse an.
    Das Passé simple liegt aber ganz in der Vergangenheit (ohne Gegenwartsbezug), während das Passé composé außerdem eine Wirkung auf die Gegenwart haben kann. - Sehe ich das richtig?

    Von Eemilelv, vor mehr als einem Jahr
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