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Transkript Vergleich der Situation Deutschlands 1918 und 1945

Hallo, mein Name ist Numcy und ich erzähle euch heute etwas aus der Geschichte. In diesem Video erfährst du etwas über die Situation Deutschlands im Jahr 1918 und im Jahr 1945. Zum Vergleich der Situation Deutschlands im Jahr 1918 bzw. 1945 schauen wir uns erst einmal die Ausgangsbedingungen an. Nach dem 1. und nach dem 2. Weltkrieg gab es einige Gemeinsamkeiten. In beiden Fällen erlitt Deutschland eine militärische Niederlage, die zur bedingungslosen Kapitulation führte.  1918 gab es gesellschaftspolitische Veränderungen und Kaiser Wilhelm II. dankte ab. Deutschland war nun kein Kaiserreich mehr. Das Kriegsende 1945 stellte den Untergang des Dritten Reichs dar. Und hier ergeben sich auch schon die Unterschiede beim Neubeginn nach dem jeweils verlorenen Krieg. 1918 wurde Deutschland nicht von den Alliierten besetzt, dennoch wurde von den USA als Voraussetzung für einen Waffenstillstand eine demokratische Regierung erzwungen. Dieser Prozess führte zu einer Revolution und sehr vielen innenpolitischen Wirrungen. Es mussten viele Dinge diskutiert, entschieden und gestaltet werden. Wie soll die Demokratie aussehen? Soll es eine Räterepublik geben? Wie sieht die Verfassung aus? Im Unterschied dazu wurde Deutschland 1945 besetzt und hatte keine eigenständige politische Entscheidungsgewalt mehr. Es wurde ein politisches System verordnet, in dem die Siegermächte ihre politischen Vorstellungen in ihre Besatzungszonen übertrugen. Erschwerend kam hinzu, dass die deutschen Städte fast völlig zerstört waren, ebenso wie die Infrastruktur. Deutschland war 1918 sehr belastet durch den Versailler Vertrag. In ihm wurden Deutschland harte militärische Beschränkungen auferlegt, ferner musste Deutschland die Kriegsschuld anerkennen. In den folgenden Jahren erklärten rechte Kreise die Niederlage mit der Dolchstoßlegende, nach der Deutschland nicht militärisch unterlegen war, sondern von der Heimat aus verraten worden wäre. Nach dem 1. Weltkrieg hatte Deutschland einen hohen Verlust an Menschenleben zu beklagen. Und durch den Versailler Vertrag waren Reparationszahlungen und die Abtretung von 13 Prozent des Staatsgebietes an die Nachbarländer geregelt worden. Im Vergleich dazu stellte das Kriegsende 1945 Deutschland vor erheblich größere Belastungen. Diesmal gab es keinen Friedensvertrag, sondern nur die bedingungslose Kapitulation. Das ohne deutsche Mitsprache von den Siegermächten verordnete System führte zu einem wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Neubeginn. Der Verlust an Menschenleben und Staatsgebiet war dreimal höher als nach dem 1. Weltkrieg. Betrachten wir dazu noch einmal, was mit dem deutschen Territorium passiert. 1918 blieb das Gebiet des Kaiserreiches im Wesentlichen erhalten. 1945 verlor Deutschland sämtliche Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie. Dies entspricht ca. 40 Prozent des damaligen Staatsgebietes. Der Rest wird in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Die Teilung Deutschlands in 2 Staaten wird relativ früh deutlich, da sich die Ideologien der USA und der UdSSR weitgehend unterscheiden. Auch die internationale Situation Deutschlands unterscheidet sich. 1918 war Deutschland politisch isoliert, allerdings war die Wahl von Bündnispartnern innerhalb der nächsten Jahre durchaus möglich. Nach dem 2. Weltkrieg bis 1949 war Deutschland ein reines Objekt der Sieger ohne staatliche Souveränität. Dementsprechend gab es sehr klare internationale Verhältnisse. Es erfolgte keine Isolation. Die Siegermächte erzwangen die Integration der beiden neu entstandenen deutschen Staaten in das jeweilige Bündnissystem. Im Falle der Bundesrepublik Deutschland war das die NATO, bei der DDR der Warschauer Pakt.   Zusammenfassend lässt sich die Situation so darstellen: Deutschland hatte nach dem 1. Weltkrieg Gebietsverluste und Verluste an Menschenleben zu verzeichnen. Es handelte sich überwiegend um emotionale Belastungen durch den verlorenen Krieg und die Bedingungen, die Deutschland von den Siegermächten diktiert worden waren. Nach der Niederlage 1945 hat Deutschland sowohl hohe Verluste an Menschenleben als auch große Verluste an Staatsgebiet zu verkraften. Das Land besitzt vorübergehend keine staatliche Souveränität und zerfällt anschließend in 2 Staaten. Somit handelt es sich 1945 um eine existenzielle Belastung. Der Schweizer Historiker Fritz René Allemann drückte es so aus: "1918 brach ein Regime zusammen, 1945 ein Staat."  So, das war's erst mal, ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche Dir viel Erfolg mit dem gerade Erlernten. Bis dann, Dein Numcy. Tschüss.

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3 Kommentare
  1. Default

    richtig gut erklährt

    Von Denis K., vor 7 Monaten
  2. Default

    Ein sehr gutes Video insbesondere für den Unterricht. Allerdings heißt es nicht Fritz Rene "Allermann", sondern "Allemann". Das müsste man bitte ändern, da sonst Verwirrung bei SchülerInnen auftaucht, sofern man den Herren bereits bei der Frag behandelt hat, ob "Bonn nicht Weimar" sei.

    Von A Griemert, vor mehr als 2 Jahren
  3. Default

    Danke fürs einstellen. sehr anschaulich und informativ!

    Ich wünsche allen viel Glück für die Klausur oder das Abi... drückt mir bitte auch die Daumen, ich kanns brauchen xD

    LG

    Von Lale, vor mehr als 5 Jahren