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„Mario und der Zauberer“ – Inhaltsangabe (Mann) 08:06 min

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Transkript „Mario und der Zauberer“ – Inhaltsangabe (Mann)

Zwei Schüsse fallen. Der Zauberkünstler Cippola sitzt zusammengesunken auf dem Stuhl auf der Bühne. Das Publikum ist geschockt. Der Junge Mario hält eine Pistole in der Hand.

Dies ist der Höhepunkt und der Schluss der Erzählung “Mario und der Zauberer” von Thomas Mann. Die Novelle hat nicht umsonst den Zusatztitel: “Ein tragisches Reiseerlebnis”.

Aber wie konnte es so weit kommen? Was hat der Zauberkünstler gemacht, dass Mario ihn vor dem ganzen Publikum erschießt?

Ärgerliche Urlaubserlebnisse in Italien

“Die Erinnerung an Torre di Venere ist atmosphärisch unangenehm”. So lautet der erste Satz des Ich-Erzählers. “Ärger, Gereiztheit, Überspannung” hätten von Anfang an in der Luft gelegen. Und es wurmt ihn immer noch, dass bei dem “Schock mit dem schrecklichen Cippola” dann auch noch die Kinder anwesend sein mussten.

Nach diesen einleitenden und Spannung erzeugenden Gedanken folgt der Reisebericht: Der Erzähler, seine Frau und ihre zwei Kinder verbringen ihren Urlaub in Torre di Verre, einem beliebten italienischen Badeort.

Es ist noch Saison und alles überfüllt mit Italienern. Im römisch geführten Grand Hotel erlebt die Familie, dass sie als Deutsche eher wie Fremde und Gäste zweiten Ranges behandelt werden.

Sie bekommen mindere Platzierungen im Speisesaal. Und es reicht die Befürchtung einer Fürstin, sie könne sich am abklingenden Keuchhusten der Kinder anstecken, dass die deutsche Familie in einen Nebenbau ziehen soll. Einzig der Arzt scheint wissenschaftlich-objektiv zu sein, aber keiner hört auf ihn.

Verärgert zieht der Erzähler mit Frau und Kindern in die Pension Eleonora, die ihnen bereits positiv aufgefallen ist.

Die Gesamtatmosphäre wird allerdings nicht besser. Am überfüllten Strand unter der “Schreckensherrschaft der Sonne” erscheint dem Erzähler sogar der laute, tyrannische Junge Fuggièro patriotisch.

Als sein Töchterchen kurz nackt zum Wasser läuft, sind die italienischen Badegäste entsetzt. Ein italienischer Herr bezeichnet das Verhalten als “dankvergessenen und beleidigenden Missbrauch der italienischen Gastfreundschaft”. Er sieht die Ehre seines Landes verletzt und möchte diesen “Verstoß gegen die nationale Würde” nicht ungeahndet lassen.

Trotz einer Entschuldigung des Erzählers muss die Familie schließlich ein 50 Lire Strafe zahlen.

Der Urlaub ist schon längst keine Erholung mehr und der Erzähler wünscht sich im Nachhinein, zu diesem Zeitpunkt abgereist zu sein. Aber die Familie bleibt.

Dazu sagt der Erzähler: “Wir blieben auch deshalb, weil der Aufenthalt uns merkwürdig geworden war, und weil Merkwürdigkeit ja in sich selbst einen Wert bedeutet, unabhängig von Behagen und Unbehagen.”

Der Zauberer/Hypnotiseur

Die Ferienzeit schreitet foran, Ort und Strand “entnationalisieren” und werden wieder “europäischer”.

Da kündigen Plakate den Zauberkünstler Cippola an. Die Kinder wollen unbedingt zu der späten Abendveranstaltung gehen. Die Eltern willigen schließlich einen Besuch ein.

Am Abend der Veranstaltung findet sich im Saalbau ein gemischtes Publikum ein, darunter Mario, der Kellner und die Pensionwirtin Signora Angiolieri.

Als der Zauberkünstler endlich auf die Bühne kommt, wirkt er auf den Erzähler wie ein Scharlatan mit seinen “stechenden Augen” und “zerrüttetem Gesicht”. Er sei verwachsen mit Buckel, zudem fehle ihm jede Art von Clownerie. Er sei übellaunig, stolz und selbstgefällig.

Cippola trinkt ständig Cognac aus einer Flasche, raucht Kette und schnalzt mit einer Reitpeitsche. Schnell wird klar, dass der Taschenspieler ein Hypnotiseur ist. Hier bereut der Erzähler, die Kinder mitgenommen zu haben - die sind allerdings begeistert und gefesselt von der Darbietung.

So besteht Cippolas erstes Kunststück darin, einen forschen jungen Mann dazu zu bringen, gegen seinen Willen die Zunge “bis zur Wurzel” heraus zu strecken.

Cippola erwähnt dann, dass er wegen seines kleinen “Leibesschadens” nicht am “Krieg für die Größe des Vaterlandes” habe teilnehmen können. Allein mit den Kräften seines Geistes meistere er das Leben.

Er ist sprachlich gewandt und verbreitet nationalistische Stimmung. Dabei benutzt er Menschen aus dem Publikum zum Spott. Den aufmüpfigen jungen Mann lässt er sich krümmen, als habe er eine Leibeskolik. Auch sonst erstickt er Widersetzlichkeiten einzelner Personen im Keim, oft durch das Pfeifen seiner Reitpeitsche.

Cippola erklärt, dass an dem Ergebnis der Widerstand nichts ändert. “Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere.”

Der Zauberer macht keinen Hehl daraus, dass er den Willen enteignet, zum Werkzeug werden lässt. Er erklärt: “Befehlen und Gehorchen (...) bilden zusammen (...) eine unauflösliche Einheit, wer zu gehorchen wissen, der wisse auch zu befehlen, und ebenso umgekehrt.(...) wie Volk und Führer ineinander einbegriffen seien”.

In der Pause

In der Pause hätte der Erzähler nun die Möglichkeit, mit den fast eingeschlafenen Kindern die Vorstellung zu verlassen, aber die Geschehnisse ziehen ihn in ihren Bann.

Der Saal scheint ihm zudem der “Sammelpunkt aller Merkwürdigkeit, Nichgeheuerlichkeit und Gespanntheit, womit uns die Atmosphäre des Aufenthalts geladen schien; dieser Mann (...) dünkt uns die Personifikation von alledem.”

Weitere Demonstration der Willensentziehung und -aufnötigung

Nach der Pause setzt Cipolla seine “Demonstration der Willensentziehung und - aufnötigung” fort: Er setzt sich auf einen jungen Mann, der hypnotisiert bretthart auf zwei Stuhllehnen liegt. Ein Herr kann seinen Arm nicht mehr heben, die Penionsleiterin lässt er schlafwandlerisch durch den Saal schreiten, junge Männer geben sich willenlos einer Tanzorgie hin.

Der Erzähler bekommt den Eindruck, dass “einfach nur dagegen sein” oder “nicht mitmachen wollen” kein genügender Widerstand ist.

Schließlich bringt Cippola den jungen Mario dazu, ihn unter Hypnose zu küssen, in der Annahme, er sei das Mädchen, in das er unglücklich verliebt ist. Für den Erzähler ist das ein “grotesker,ungeheuerlicher und spannender Augenblick”.

Mario leidet sehr unter der “Preisgabe seines Innigsten”, nach der Hypnose. Als er in tosendem Applaus von der Bühne geht, dreht er sich plötzlich um und “zwei flach schmetternde Detonationen durchschlagen Beifall und Gelächter”.

Mario hat Cippola erschossen.

Während im Saal Tumult aufbricht, geht der Erzähler schließlich mit den Kindern.

Schlussbetrachtung

“War das das Ende?”, fragen die Kinder des Erzählers. “Ja, das war das Ende”, bestätigen die Eltern ihnen.

Und der Erzähler fügt hinzu: Ein Ende mit Schrecken, ein höchst fatales Ende. Und ein befreiendes Ende dennoch, -ich konnte und kann nicht umhin, es so zu empfinden!

Empfindest du das auch so?

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